StartPolitikBfBBeschwerden über Verkehrsversuch in Schermbeck: Umgehende Maßnahmen gefordert

Beschwerden über Verkehrsversuch in Schermbeck: Umgehende Maßnahmen gefordert

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Verkehrsversuch in Schermbeck erntet Kritik der Wählergemeinschaft „Bürger für Bürger“ (BfB)

Die Gemeinde Schermbeck steht derzeit im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte über einen Verkehrsversuch, der auch von der Wählergemeinschaft Bürger für Bürger (BfB) heftig kritisiert wird. In einem Schreiben an den Landrat Ingo Brohl äußert Klaus Roth seinen Unmut über die aktuellen Veränderungen im Straßenverkehr und fordert eine umgehende Beendigung des Versuches.

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Bürgerin fordert Maßnahmen von der Gemeindeverwaltung

Bereits im Vorfeld hatte eine Anwohnerin ihre Beschwerde über die Auswirkungen des Versuches an Thomas Nübel von der Stabsstelle der Gemeinde – Fördermanagement – gerichtet. Sie beklagt, dass sie aufgrund des Rückstaus tagsüber kaum noch ihr Grundstück verlassen oder anfahren kann. Besonders störend sei außerdem die vervierfachte nächtliche Verkehrszunahme, teilweise mit lautem Hupen und Musik, was ihr den Schlaf raube. In ihrem Schreiben fordert sie die Gemeinde auf, Schilder aufzustellen, die darauf hinweisen, dass ihre Einfahrt zu jeder Tages- und Nachtzeit freizuhalten sei. Des weiteren verlangt sie ein Verbot des Hupens und Konsequenzen für Zuwiderhandlungen.

Fehlender Radweg

Ein weiteres Problem, das die Bürgerin anspricht, betrifft den fehlenden Radweg in der Marellenkämpe. Aufgrund dieser Situation seien Radfahrer bei Einmündungen von der Dorstener Straße oder umgekehrt gezwungen, die Querungshilfe zu nutzen. Anschließend müssen sie auf den Bürgersteig wechseln, absteigen, ihr Fahrrad über die Marellenkämpe schieben und dann auf der Straße weiterfahren. Es gebe keinerlei Hinweisschilder, die auf diese Umstände aufmerksam machen.

Radfahrer würden deshalb oft einfach auf dem Bürgersteig weiterfahren, vor allem wenn sie aus Dorsten kommen und in die Marellenkämpe einbiegen, und nehmen dabei sogar gerne die falsche Seite in Anspruch. Die Schermbeckerin kritisiert, dass es kein Schild gibt, das darauf hinweist, dass nach der Kurve kein Radweg mehr existiert.

Verwaltung darf keine Schilder aufstellen

Auf die Klagen der Bürgerin hat Thomas Nübel in seinem Antwortschreiben darauf hingewiesen, dass gemäß der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsverordnung nur Verkehrszeichen aufgestellt werden dürfen, die lediglich die gesetzlichen Regelungen widerspiegeln. Er weist jedoch darauf hin, dass in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit private Hinweisschilder mit der Aufschrift „Einfahrt freihalten“ auf dem eigenen Grundstück positive Auswirkungen gehabt hätten. Im gegenwärtigen Fall sieht die Schermbeckerin jedoch die Gemeinde in der Verantwortung, solche Schilder im öffentlichen Bereich aufzustellen, um ihnen eine rechtliche Bedeutung zu verleihen.

Engstelle Marellenkämpe
Foto: Privat

Roth bemängelt negative Auswirkung auf die Gemeinde

In seinem Schreiben an den Landrat teilt Klaus Roth mit, dass gemäß dem Schreiben die Mitglieder des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses der Gemeinde Schermbeck am 07. Februar 2023 einen viermonatigen Verkehrsversuch beschlossen haben. Roth gehe davon aus, dass dieser auch mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises abgestimmt wurde. Doch nun zeigen sich laut Klaus Roth deutliche Probleme und negative Auswirkungen auf die Gemeinde.

Geisterstadt

Besonders besorgniserregend für Roth sei die Tatsache, dass Schermbeck aufgrund des Verkehrsversuches wie eine Geisterstadt wirke. Lokale Geschäftsleute würden von Umsatzeinbußen berichten, während sich lange Schlangen an den Zufahrten zur B 58 bilden. Das Einfädeln auf der B 58 ist zu einer Unfallgefahr geworden und die langen Rückstaus versperren den Zugang zu Grundstücken.

Engstelle Marellenkämpe
Foto: Privat

Ein weiteres Problem stelle, so Roth, die Engstelle Marellenkämpe dar, die von einem Großteil des innerörtlichen Verkehrs genutzt werden muss. Die Tatsache, dass sowohl dort große Gelenkbusse als auch LKWs passieren, führe zu gefährlichen Begegnungen mit Radfahrern und Fußgängern. Viele besorgte Bürger hätten mittlerweile schriftliche Beschwerden bei der Schermbecker Verwaltung eingereicht. Roths Empfehlung an den Landrat ist, er solle sich diese einmal zusenden lassen.

Egoismus der Menschen

Klaus Roth kritisiert außerdem den Egoismus der Menschen, die sich über das Fehlen von Kraftfahrzeugen vor ihrer Haustür freuen, während andere, wie die Bewohner auf der Marellenkämpe, die Hauptlast tragen müssen. Ältere und behinderte Mitbürger seien gezwungen, längere Strecken mit dem Auto zurückzulegen, um ihren Hausarzt zu erreichen. Roth argumentiert, dass aus Gründen der Gerechtigkeit jeder vor seiner Haustür Kraftfahrzeuge dulden müsse und fordert die sofortige Öffnung aller Straßen.

Klaus Roth fordert daher den Landrat Ingo Brohl auf: „Alle Straßen müssen offen gemacht werden. Wann wird dieser unsinnige Verkehrsversuch endlich von Ihnen gestoppt?“

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