Der Ludgerus-Chor „da capo“ feierte sein 30-jähriges Bestehen

Mit einem Riesenapplaus bedankten sich am späten Sonntagnachmittag mehr als 200 Besucher eines Konzertes, das der zur Kirchengemeinde St. Ludgerus gehörende Chor „da capo“ anlässlich seines 30-jährigen Bestehens in der Ludgeruskirche veranstaltete.

Es waren nicht nur klassische geistliche Lieder, die Chorleiter Josef Breuer mit den 30 Sängerinnen und Sänger für das Jubiläumsprogramm ausgewählt hatte. Der Chor bewies auch, dass er ein „weltliches Standbein“ besitzt, das er bei vielen außerkirchlichen Auftritten benutzt.

In der Schermbecker Ludgeruskirche veranstaltete der Chor „da capo“ anlässlich seines 30-jährigen Bestehens ein Konzert. Foto: Helmut Scheffler

„Singt das Lied der Lieder von dem Herrn der Herren!“ hieß die musikalische Aufforderung des Chores, mit der er – im Altarraum stehend – sein mehr als einstündiges Programm eröffnete. Man merkte den Sängerinnen und Sängern an, mit welch großer Freude sie Lieder singen, die zum Lobe des Schöpfers und der Muttergottes beitragen. Dazu gehörte nicht nur das liebevoll vorgetragene Bekenntnis an die Gottesmutter „Du hast ganz leis´ mich beim Namen genannt“, sondern auch ein zweifaches „Halleluja“ mit gänzlich verschiedenen musikalischen Klangfarben. Ein indirektes Lob auf den Schöpfer bedeutete das dem Lied „Schau auf die Welt“ innewohnende Staunen über die vielen Dinge und Wunder auf dem Weg, den Menschen begehen.

Schiere Freude am Leben strahlte auch Stefan Nilssons Lied „Gabriellas song“ aus, das die Gewissheit vermittelte: „Den Himmel, den ich so suche, den finde ich sicher hier“. Ein Loblied auf das Mensch-Sein, das alles andere menschliche Tun überragt, besang der Chor mit Christina Stürmers „Seite an Seite“. Sozialen Touch vermittelte im Lied „Ich glaube“ nach vielen Gedanken über Armut und Reichtum auf der Welt die Einsicht: „Ich glaube, diese Welt müsste groß genug, weit genug, reich genug für uns alle sein.“

In der Schermbecker Ludgeruskirche veranstaltete der Chor „da capo“ anlässlich seines 30-jährigen Bestehens ein Konzert. Foto: Helmut Scheffler

Das „Somewhere“ aus Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“, die dramatische Ballade „You raise me up“, Ausschnitte aus Stefan Vespers Singspiel „Seattle“ und das jubilierende „Thank you for the music“ der schwedischen Pop-Gruppe ABBA rundeten eine chorische Gesamtleistung ab, mit der „da capa“ ein solides musikalisches Fundament beim Start ins vierte Jahrzehnt des Chorbestehens besitzt.

Die musikalischen Beiträge wurden durch die Querflötistin Maria Tenk und durch Josef Breuer am Klavier begleitet. Als abwechslungsreiche Unterbrechungen des Chorgesangs erwiesen sich die literarischen Beiträge zweier Poetry-Slammer, die beide in den letzten Jahren erfolgreich an den Wettbewerben im „You“ in der Kempkesstege teilnahmen. „Innere Werte sind der Kompass des Lebens“, war die Kernbotschaft des 19-jährigen Q2-Schülers Finn Jungenkrüger. Die 20-jährige Anglistik-Studentin Jana Ridder trug zwei Texte vor. Im ersten Text stritten sich Engel und Teufel um die Schönheiten und Verderbnisse der Welt. Im zweiten Sprechtext machte Ridder klar, dass ein friedvolles Miteinander und das Verschenken von Liebe an die Mitmenschen wichtige Elemente darstellen für ein erstrebenswertes Mensch-Sein.

In der nahen Bücherei trafen sich die Sänger anschließend zum geselligen Beisammensein. Dort gratulierte Kirchenmusiker und „da capo“-Gründer Josef Breuer im Beisein der Gründungsmitglieder Petra Triptrap, Sandra Möller, Birgit Woltsche, Meggie Hülsmann, Michael Lowenau, Susanne Martens, Stefanie Schlecking und Barbara Böing der gut vorbereiteten Sängerschar. Er habe bemerkt, mit wie viel Konzentration, aber auch Emotionen die Sänger aufgetreten seien.

„Wer singt, betet doppelt“, bescheinigte Pastor Xavier Muppala dem Chor und ergänzte, „Liturgie ist Musik und Musik ist Liturgie. Durch euer vielfältiges Singen für die Gemeinde und mit der Gemeinde habt ihr immer ´da capo` (von vorne) begonnen, den Gottesdienstteilnehmern zu helfen, näher zu Gott zu kommen.“ H.Sch.

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Heimatreporter

Unter der Artikel-Kennzeichnung „Heimatreporter“ postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck.
Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks „Radio Kreis Wesel“, darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des „Schermbecker Schaufenster“. Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den „Rheinland-Taler“ des Landschaftsverbandes Rheinland.

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