Schermbecker Künstlerin Henryka Artmann entwarf das Titelbild der Gahlener Festschrift

Auch das Titelbild der dritten Festschrift des Gahlener Heimatvereins befasst sich mit Gahlener Gebäuden.

Während die Festschrift des Jahres 2000 ein Gemälde des Gahlener Malers und Heimatdichters Paul Heckermann von der Gahlener Dorfkirche zeigt und zehn Jahre später der Schermbecker Maler Heinrich Baumeister ein Ölgemälde der Gahlener Dorfmühle fürs Titelbild der zweiten Festschrift beisteuerte, hat die Schermbecker Künstlerin Henryka Artmann diesmal kostenlos eine Collage von zwei Dutzend Gahlener Gebäuden erstellt.

Schon als Schülerin hat Henryka Artmann gerne gemalt und mit ihren Illustrationen von Gedichten den Lehrer sehr beeindruckt. Auch Schwester Eva, die mit denselben Bildern Jahre später Lorbeeren und gute Zensuren der Lehrer erntete, wusste das Maltalent ihrer größeren Schwester zu schätzen.

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Die Schermbecker Künstlerin Henryka Artmann (r.) hat dem Gahlener Heimatverein erlaubt, Großdrucke ihrer Collage Gahlener Gebäude erstellen zu lassen. Der stellvertretende Heimatvereinsvorsitzende Markus Walbrodt (l.) ist bereit, die Bearbeitung weiterer Bestellungen zu übernehmen. Foto: Helmut Scheffler

Später diente Henryka Artmann das Malen als Ausgleich für den Stress des Alltags. Das war ein wesentlicher Beweggrund für sie, auch nach ihrem Umzug von Kamen nach Schermbeck im Jahre 1990 zum Pinsel zu greifen. Das Malen hat sie nicht systematisch erlernt. Ein Naturtalent steckt in ihr, mit dem die gebürtige Schlesierin die Betrachter ihrer Bilder immer wieder beeindruckt.

Gasthörerin Kunstkurse an der Universität in Essen

In den 1990er-Jahren besuchte sie zwei Jahre lang als Gasthörerin Kunstkurse an der Universität in Essen. Damals zeigte sich der Professor Jörg Eberhardt so beeindruckt von ihren Bildern, dass er einige in eine große Ausstellung aufnahm.

Einige Ausstellungen Henryka Artmanns sind den Schermbeckern in guter Erinnerung geblieben, vor allem die Ausstellung im Umfeld der 1200-Jahr-Feier Schermbecks im Jahre 1999. Für das Bild eines traurigen Clowns bekam Henryka Artmann bereits 1991 den dritten Preis im Rahmen des Kunstpreises der Schermbecker SPD. Eine Zeitlang gehörte sie zur „Gruppe 5“, einem Schermbecker Künstlerkreis. Eindrucksvolle Ausstellungen gab es im „Marienthaler Gasthof“, im Kundenzentrum „Studio B“ der Hertener Stadtwerke, im Dorstener kleinen Rathaus, im Dorstener Elisabeth-Krankenhaus und in Düsseldorf.

Künstlerkreis „Die Mittwochsmaler“

Im Jahre 2013 gründete Henryka Artmann den Schermbecker Künstlerkreis „Die Mittwochsmaler“. Im Awo-Haus an der Alten Dorstener Straße treffen sich seither alle 14 Tage Hobby-Künstler, die dankbar sind, wenn sie von Henryka Artmann wertvolle Tipps fürs Malen erhalten können.

Bereits im Jahre 2011 zeigte Henryka Artmann in der damaligen Schermbecker Verbands-Sparkasse zahlreiche Stadtansichten. Die Silhouetten von Düsseldorf, Gelsenkirchen, Essen und Schermbeck hatte Henryka Artmann zunächst fotografiert, dann in Acryl oder Öl auf Leinwand gebracht. Diese Technik gefiel dem Gahlener Heimatverein so gut, dass Henryka Artmann gebeten wurde, eine Collage von Gahlener Gebäuden zu erstellen.

Zwischen Besten und Lippe

Im Frühjahr 2020 war Henryka Artmann mit ihrer Kamera in Gahlen unterwegs, um markante Gebäude zu fotografieren. Zwischen Besten und Lippe fand sie viele Fotomotive, sodass ganz unterschiedliche Baustile zu einer Collage zusammengestellt werden konnten. Die Formen der Gebäude hat die Künstlerin beibehalten, während sie die Farben frei gewählt hat,

Dass inzwischen manche Gahlener mit einer Farbkopie durch ihren Ort radeln, um die einzelnen Gebäude im Gelände wiederzufinden, konnte Henryka Artmann nicht ahnen. Umso mehr freut sie sich, dass ihr Kunstwerk einen Anstoß gegeben hat, Gahlener Heimatkunde unter dem Aspekt der baulichen Entwicklung zu betreiben.

Die Dorfmühle und die Kirche wird der Betrachter sicherlich ebenso leicht wiedererkennen wie das Pastorat am Widemweg, die Gaststätte „Zur Mühle“ und die Museumsscheune „Olle Schuer“. Deutlich schwieriger ist es, den Lebensmittelladen, das Gebäude des TuS Gahlen oder die Jugendfreizeitstätte im Aap zuzuordnen.

Großdrucke der Collage

Mit Erlaubnis der Künstlerin hat der stellvertretende Heimatvereins-Vorsitzende Markus Walbrodt inzwischen ein paar Großdrucke der Collage herstellen lassen. Die 85 mal 60 cm großen Plakate können zum Preis von 15 Euro erworben werden. Eine Bestellung wird jedoch erst aufgegeben, wenn sich genügend Interessenten finden. Wer einen Großdruck erwerben möchte, wird gebeten, sich unter Tel. 02853/604460 oder per Mail ([email protected]) mit Markus Walbrodt in Verbindung zu setzen. H.Scheffler

Die Festschrift mit Henryka Artmanns Collage auf dem Titelblatt kann zum Preis von 30 Euro in den Gahlener Zweigstellen der Volksbank und der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe erworben werden. Im Mittelpunkt der 600-seitigen Festschrift steht die dörfliche Entwicklung der letzten 10 Jahre. Mehr als 1100 Farbfotos illustrieren das Gahlener Dorfleben.

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.