Im Mai feiert das Lippedorf Gahlen ein Doppeljubiläum: das 1225-jährige Bestehen des Ortes und den 100 Jahre alten Löschzug Gahlen innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Schermbeck.

Im Rahmen der Jubiäumsfeiern wird eine Woche lang eine Ausstellung über die Entwicklung des Lippedorfes informieren. Egon Unterberg und seine Tochter Johanna haben die Organisation dieser Ausstellung übernommen, die am 29. April um 17 Uhr im Gemeindehaus an der Kirchstraße eröffnet werden soll und dann bis zum 5. Mai täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet ist.

Als der Heimatvereinsvorsitzende Jürgen Höchst im Jahre 2010 seinen Nachbarn Egon Unterberg um Mitarbeit im Rahmen der 1225-Jahrfeier bat, konnte der inzwischen im Ruhestand befindliche Kreisverwaltungsdirektor nicht ahnen, wie viel Arbeit da auf ihn zukommen würde. Zwar hatte der gebürtige Gahlener schon seit langen Jahren Dokumente zur Gahlener Ortsgeschichte zusammengetragen, die einen ausgezeichneten Grundstock für die geplante Ausstellung bildeten. Um aber das gesamte dörfliche Spektrum gleichgewichtig präsentieren zu können, musste in den letzten beiden Jahren systematisch gesammelt und geforscht werden.

Die Gahlener Bevölkerung zeigte sich sehr aufgeschlossen, und so wuchs der Bestand an Exponaten zu einem solchen „Berg“ heran, dass die Ausstellung gesichert ist.

Beim zweiten Schritt, der Wahl der Präsentationsform der Ausstellung, erhielt Egon Unterberg kompetente Unterstützung durch seine Tochter Johanna. Die 30-järige Gahlenerin ist Diplom-Kommunikationsdesignerin. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Mareike Hundt hat die Gahlenerin das gesamte Ausstellungsmaterial gesichtet und ein Konzept erarbeitet, das bereits auf den ersten Blick ein gehöriges Maß an Professionalität verrät. Die zur Verfügung stehende östliche Hälfte des Gemeindehauses wurde ebenso vermessen wie der Vorraum.

24.02..2013-014 GahlenJohanna Unterberg und Mareike Hundt setzen auf Emotionalität. Um dies zu erreichen, haben die Besucher unter anderem die Möglichkeit, sich im Ausstellungsraum selbst zu fotografieren; die Bilder werden an die Serie jener Fotos gehängt, die in den 1950er-Jahren von ausgewählten Gahlener Personen entstand.

Im großen Raum wird ein Zeitstrahl über alle Wände geführt. Wer ihm folgt, erlebt bei diesem Zeitenbummel die Meilensteine der Gahlener Geschichte von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 788 nach Christus bis zur Gegenwart. Einzelne Thema werden in Form unterschiedlicher Installationen in der Mitte des Raumes näher beleuchtet. Auf großen Schautafeln werden zusätzliche Informationen in Form von Fotos, Karten oder Aufsätzen angeboten. Egon Unterberg freut sich über die Sammlung der geschichtlichen Arbeiten des Gahlener Heimatforschers Erley, die ihm bereits vor vielen Jahren zur Verfügung gestellt wurden.

Auch auf akustischem Weg kann man einen Teil der Ausstellung erleben. So werden Gahlener Döhnekes, die in Platt auf Tonspeicher gesprochen werden, über einen Kopfhörer zu hören sein.

Eine Ausstellung kostet Geld. In diesem Zusammenhang freuen sich die Organisatoren über die Unterstützung durch die Gahlener Familie Beyhoff bei der Anfertigung großformatiger Drucke. Es wird kein Eintrittsgeld erhoben; stattdessen wird eine Spendendose aufgestellt, um auf diese Weise Geld zu bekommen, um die Kosten für die Ausstellung finanzieren zu können.. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

3 KOMMENTARE

  1. Ein spannendes Projekt! Es ist wichtig, dass die Historie eines Ortes auch oder gerade im Rahmen einer Ausstellung präsentiert wird und präsent bleibt. Interessant für Jung und Alt.

    Viel Erfolg den Veranstaltern!

  2. Der Beitrag macht mich Ausgewanderten ein wenig traurig, zeigt er doch, wie wichtig Wurzeln sind, und meine sind eben in Gahlen. Ohne Vergangenheit keine Zukunft. Wenn ich auch aus beruflichen Gründen aus der Heimat wegzog, Gahlen meine Heimat, die Wurzeln vergesse ich nie, sie geben mir auch heute noch Kraft.
    Wilhelm Unterberg

    • Sehr geehrter Herr Unterberg,

      Sie sind herzlich eingeladen, in unsere Fotoserie „Schermbecker Fotoalbum“ selbst ein Foto mit einem Begleittext einzubringen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Helmut Scheffler

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