Zwei Azubis restaurierten ein Zeugnis der ehemaligen Schermbecker Wasserversorgung

Schermbeck. Der „Zahn der Zeit“ ging auch an der Pumpe neben dem Heimatmuseum in der Steintorstraße nicht spurlos vorüber. Das Dach hatte besonders stark gelitten.

Zum Gebäudemanagement der Gemeinde Schermbeck gehört zwar nicht die Betreuung der Pumpe, aber im Rahmen der Betreuung des benachbarten Heimatmuseums wurden die Schäden festgestellt. Der Hochbautechniker Carsten Klein-Bösing nahm Kontakt mit dem Dachdeckermeister Dennis Wischerhoff auf. Bei ihm fand er offene Ohren.

Der gemeindliche Hochbautechniker Carsten Klein-Bösing dankte den beiden Azubis Fynn Hribar und Merlin Dorstewitz (v.l.) für ihre Restaurierung des Pyramidendaches der ehemaligen Wasserpumpe der Nachbarschaft „Op den Hoff“. Foto: Helmut Scheffler

In dem Betrieb „D. Wischerhoff Bedachungen GmbH & Co.KG“ an der Landwehr 65 wurde ein Azubi-Projekt gestartet. Die beiden Auszubildenden Fynn Hribar und Merlin Dorstewitz erhielten den Auftrag, ein neues Pyramidendach zu planen und anzufertigen. Das Grundgerüst bestand aus einer quadratischen OSB-Platte mit vier in einer Spitze zusammenkommenden Dreiecksflächen.

Blechdach nicht so schön und passend

„In einer Ziegel-Gemeinde wie Schermbeck wäre ein Blechdach nicht so schön und passend gewesen“, freut sich Klein-Bösing in der Rückschau über die Unterstützung der Schermbecker Dachziegelwerke Nelskamp. Die Firma sponserte passende kleinformatige und altfarbenengobierte Biberschwanzziegel aus gebranntem Ton.

An den Stellen, wo die vier Dreiecksseiten aneinanderstoßen, fertigten die beiden Auszubildenden eine Gratabdeckung aus Kupfer. An der Spitze befindet sich eine kleine Kupferpyramide als Abdeckung.

Wasser für Mensch und Tier

Die solide handwerkliche Arbeit stellt sicher, dass die Pumpe nun viele weitere Jahre hindurch an eine Form der Wasserversorgung erinnern kann, die innerhalb des ehemals mit einer Stadtmauer versehenen Ortskerns üblich war.

Dort gab es elf Pumpen, die einzelnen Nachbarschaften zugeordnet waren und von diesen Nachbarschaften sorgsam gepflegt wurden. Die jetzt sanierte Pumpe gehörte der Nachbarschaft „Op den Hoff“. Die Pumpen versorgten nicht nur Menschen und Haustiere mit Trinkwasser, sondern auch Haushalte mit Brauchwasser.

In Brandfällen ergänzendes Löschwasser

Die Pumpen mussten sich immer in einem guten Zustand befinden, um in Brandfällen ergänzendes Löschwasser liefern zu können.

All diese Aufgaben übernahmen die Wasserpumpen noch bis Mitte der 1950er-Jahre. In den Jahren 1954 und 1955 erhielt der Schermbecker Ortskern einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Danach wurden die Wasserpumpen entfernt.

Nur die Pumpe an der Steintorstraße blieb bis heute stehen. Als Denkmal wurde sie in den „Historischen Rundweg“ eingefügt, der am 4. Dezember 1987 eröffnet wurde, um die Reste an erinnerungswürdiger Geschichte zu bewahren und der Öffentlichkeit vorzustellen. Mehrmals jährlich bietet der Heimat- und Geschichtsverein geführte Rundgänge zu 22 Objekten an, die mithilfe von Kupfertafeln kurz beschrieben sind. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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