Gesamtschule Schermbeck wird digital aufgerüstet. Ziel ist „bestmögliche Ausstattung“ u.a. mit 2Gbit-WLAN und großen Monitoren in den Klassenräumen sowie iPads für alle Schüler.

Schermbeck. Der digitale Ausbau nimmt Fahrt auf. „Aktuell bekommen 270 Schüler der Oberstufe und 125 Lehrpersonen an der Gesamtschule Schermbeck ein Tablet. Aber alle werden eins bekommen“, so Schulleiter Norbert Hohmann. Eine Entscheidung der Schermbecker Verwaltung, die einfach „grandios“ sei, fügt der Schulleiter freudig hinzu.

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Die ersten 270 iPads für die Oberschüler der Gesamtschule sind eingetroffen. Vorgestellt wurden diese am Montag durch Schulleiter Norbert Hohmann, Heike Ahr (techn. Umsetzung) Matthias Groß (Leiter gymn. Oberstufe), Bürgermeister Mike Rexforth (r.), sowie Verwaltungsmitarbeiter_in Ellen Großblotekamp, Robert Rademacher, Andreas Schulte und den Vertretern des Schülerrats Emma Katzenberger (l.) und Tom Lensing (2.v.l.) © Petra Bosse

Die Gesamtschule Schermbeck wird digital aufgerüstet. Die ersten 270 iPads für die Oberstufe der Gesamtschule Schermbeck sind eingetroffen. In den nächsten Jahren sollen aber alle rund 1100 Gesamtschüler und circa weitere 400 Grundschüler an den zwei Grundschulstandorten damit ausgestattet werden. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass der Rat der Gemeinde Schermbeck im letzten Dezember beschlossen hat, dass alle Schüler der Gesamtschule Schermbeck ein gutes, digitales Endgerät, sprich iPad bekommen und damit wirklich nun die Möglichkeit da ist, dass alle gut arbeiten können“, freut sich Schulleiter Norbert Hohmann.

Für die bedürftigen Schüler wurden bereits die 150 iPads über das Förderprogramm finanziert.

Ein eigenes Endgerät für alle Schüler sei schon eine tolle Sache, findet Tom Lensing vom Schülerrat. Im letzten Lockdown habe man deutliche Unterschiede, was das Lernen am eigenen PC anbelangte, gesehen. „Einige Schüler hatten leistungsstarke PC’s, andere hatten nur einen älteren Laptop und somit auch Mühe gehabt, mehrere Lernprogramm gleichzeitig offen zu haben“, so Lensing.

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1100 iPads für die Gesamtschule Schermbeck, ausgestattet mit Tastatur und Schutzhülle. ©Petra Bosse

Eine großartige Sache

Dass alle Kinder ein Endgerät bekommen, waren Schulleitung und Bürgermeister gleichermaßen wichtig. Eine Auswahl zu treffen und diese zu überprüfen, hätte für weitere Verzögerungen sorgen können, so Hohmann. Und Rexforth betont die Schwierigkeit, dabei „eine gerechte Grenze zu finden und eine gerechte Auswahl zu treffen“.

Und das überhaupt alle Schulen in Schermbeck mit Endgeräten ausgestattet werden sollen, sei schon, so Bürgermeister Mike Rexforth, eine großartige Sache und definitiv eine Besonderheit, womit Schermbeck als Kommune sicherlich eine Sonderstellung in der Region einnimmt, so Rexforth.

Mike Rexforth
Bürgermeister Mike Rexforth freut sich, das Politik und Schule gemeinsam so gut kooperieren, wenn es um Bildung in Schermbeck geht ©Petra Bosse

Das alles will sich die Gemeinde auch etwas kosten lassen. Allein rund 100.000 Euro Personalkosten jährlich sollen in die technische Unterstützung fließen. Für die Geräte, die alle drei bis vier Jahre erneuert werden müssen, bilanziert Rexforth weitere jährliche Kosten für den Haushalt von rund 300.000 Euro.

Ein IT-Experte des kommunalen Rechenzentrums Niederrhein übernehme die Digitalisierung, die Wartung und sonstigen Support. In einem eigenen Büro in der Gesamtschule soll ein Admin den reibungslosen Betrieb, auch den der Grundschulen sicherstellen. Ein entsprechender Vertrag sei bereits geschlossen worden.

Nutzungsvereinbarungen der iPads

Auf den Tablets können übrigens keine fremden, nicht registrierten Apps installiert werden. Die Geräte werden von einem Lehrerteam derzeit in mühevoller und monotoner Arbeit einzeln bestückt. Aufgespielt werden unter anderem das Landesprogramm für Emails „Lobinea“, einige Lernprogramme und weitere kostenlose Programme und Apps. Eine eigene Apple-ID haben und bekommen die Tablets aus Datenschutzgründen nicht.

Derzeit beschäftigt sich Schulverwaltung noch mit den Nutzungsvereinbarungen der iPads. Diese werden dann mit den Schülern und Eltern geschlossen und beinhalten vor allem Regeln zum Umgang mit den Tablets, erklärt Ellen Großblotekamp von der Verwaltung. Norbert Hohmann wähnt die Geräte bei seinen Schülern übrigens in guten Händen: „Die Erfahrung haben wir schließlich auch schon seit Jahren mit den Schulbüchern gemacht“. Auch die Tablets dürfen mit nach Hause genommen werden, bleiben aber Eigentum der Gemeinde Schermbeck. Schule und Verwaltung denken darüber hinaus noch über die Anschaffung von 86 Zoll großen Monitoren mit zusammenklappbaren Seiten für alle Klassenräume nach.

Ausbau von Glasfaser und WLAN-Netz

Damit die Nutzung aller iPads in der Schule zukünftig auch einwandfrei laufen, werden diese bestens aufgerüstet. Für rund 500.000 Euro wird das WLAN-Netz in der Gesamt- und in den beiden Grundschulen weiter ausgebaut. Dazu gehört auch der weitere Ausbau von Glasfaserkabel. Diese sollen auf eine Leistung erst mal auf 1 Gigabit’s, später auf 2 Gigabit’s erhöht werden. Mike Rexforth: „Auch das gibt es nur an wenigen Schulstandorten. Schermbeck hat damit eine Sonderstellung“.

Bis Februar 2022, so hofft Andreas Schulte, Verwaltungsfachmann für IT, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Allerdings könne das auch nur dann klappen, wenn, so Schulte, die Materialknappheit von Strom- und Netzwerkkabeln und die damit verbundenen verlängerten Lieferzeiten dem Vorhaben keinen Riegel vorschiebt. „Mit einer Lieferzeit von rund einem Dreivierteljahr muss gerechnet werden“, fügt Schulte hinzu.

Und wie weit soll die Digitalisierung noch gehen? Werden etwa Tablets künftig Schulbücher komplett ersetzen? Laut Schulleitung ist dazu noch keine Entscheidung gefallen. Hohmann hält aber von einer kompletten Digitalisierung nicht viel. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich so die Lesekompetenz der Schüler stark verringert hätte.