Am Haus Mühlenbrock in Schermbeck drehte sich am Wochenende alles um afrikanische Kultur. Beim zweiten Afrika-Fest kamen Besucherinnen und Besucher mit Musik, Tanz und landestypischen Speisen in Kontakt. Veranstaltet wurde das Fest von Carol und Stephan Mühlenbrock.

Kulinarische Einblicke in afrikanische Küche
Im Biergarten des Hotel-Restaurants präsentierte Carol Mühlenbrock, gelernte Köchin, gemeinsam mit ihrem Mann verschiedene traditionelle Gerichte. Dazu gehörten Bhajia na Chatni, Kartoffelscheiben im Kichererbsenteig mit Tomaten-Chili-Kokos-Chutney, sowie ein Linsen-Gemüse-Kokos-Curry, bekannt als Kamande-Curry.
Ein besonderes Gericht war Mchuzi wa Punda Milia, ein Zebra-Gulasch, serviert mit Zwiebel-Aprikosen-Chutney und Couscous oder Süßkartoffeln. Typische Gewürze wie Kreuzkümmel, Kardamom und Koriander prägten die Speisen. Die Aromen zogen durch den Biergarten und luden zum Probieren ein.

Auch Desserts standen auf dem Programm. Neben einer Joghurt-Amarula-Creme wurde ein spezielles Eis aus Tamarinde angeboten. Dieses hatte ein Schermbecker Eismacher nach Rezept und mit Gewürzen von Carol Mühlenbrock eigens für das Fest hergestellt.
Musik, Tanz und Marktstände
Unter dem Motto „Ngoma“, was Trommeln, Tanz und Musik bedeutet, gestalteten rund zehn Gruppen aus Deutschland das Programm. Tanzvorführungen in farbenfrohen Kostümen zeigten verschiedene Facetten afrikanischer Bewegungskultur.
Eine Zuschauerin reagierte überrascht auf die Darbietung eines Tänzers und sagte: „Ich kann gar nicht hinschauen. Wie entknotet sich der Mann nur wieder?“

Ergänzt wurde das Programm durch einen afrikanischen Markt. Dort boten Händler Kleidung, Schmuck, Kunsthandwerk und Spezialitäten an. Besucher konnten sich zudem von kenianischen Flechterinnen Haarsträhnen einarbeiten lassen.

Gospelchor und Kunst aus Burkina Faso
Der Gospelchor „Sacred Hearts“ aus Wuppertal trat mit einer Mischung aus afrikanischen Liedern, Folklore und Spirituals auf. Die musikalischen Beiträge sorgten für durchgehende Unterhaltung.
Mit Anol el Pemus war ein Künstler aus Burkina Faso vor Ort. Er malte während der Veranstaltung und zeigte Werke, die das Leben in seiner Heimat widerspiegeln. Es war sein erster Aufenthalt in Deutschland.

Wetter beeinflusst Ablauf
Das wechselhafte Wetter mit Regen am Samstag und kühleren Temperaturen am Sonntag führte zu Anpassungen im Ablauf. Unterstützung kam von den Schermbecker Pfadfindern, die Zelte zur Verfügung stellten.

Liveshow und Gospels aus Afrika
Carol Mühlenbrock, die in Kenia geboren wurde und seit zwölf Jahren in Schermbeck lebt, betonte die persönliche Bedeutung des Festes: „Für mich ist es ein persönliches Fest. Es ist mir wichtig, die afrikanische Kultur hier in Schermbeck den Menschen näher zu bringen und zu zeigen, dass es in Afrika nicht nur Hunger gibt, sondern das hier lecker gegessen, getrommelt, getanzt und gesungen wird.“

Trotz der eher kühlen Temperaturen zeigte sie sich zufrieden: „Wenn ich das hier alles sehe, dann geht mir mein Herz auf, denn es gibt mir ein Gefühl von Heimat.“
























