Für 40-jährige Tätigkeit für den Rettungsdienst der Gemeinde Schermbeck und der Stadt Wesel wurde der Schermbecker Johannes Janßen im Rahmen einer Feierstunde geehrt.
Im Beisein seiner Arbeitskollegen und der engsten Familienangehörigen nahm der 64-jährige Johannes Janßen die Ehrenurkunde in Empfang, die ihm Klaus Schütz, der Dezernent des Fachbereiches Bürgerdienste, Personal und Feuerschutz bei der Stadt Wesel überreichte. Außerdem gab`s ein Geldgeschenk und einen Blumenstrauß für Ehefrau Brigitte. Zu den ersten Gratulanten gehörten Thomas Verbeet, der Leiter der Feuer- und Rettungswache in Wesel, und der Personalratsvertreter Heiko Hemmers.
In geselliger Runde plauderte Johannes Janßen über seine langjährige Tätigkeit als Krankenwagenfahrer, die der gelernte Bau- und Möbelschreiner nach dem Soldatendienst als Fernmelder in Coesfeld und einer Beschäftigung in der Firma Wißmann am 1. September 1974 in Schermbeck begann. Zu diesem Zeitpunkt war Johannes Janßen schon vier Jahre lang Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in der damals noch selbstständigen Gemeinde Schermbeck. Die Feuerwehr war seit 1943 für den Krankentransport in Schermbeck zuständig.

Als in den 1960er-Jahren die Zahl der Krankenfahrten abnahm, die Zahl der Unfallfahrten aber zunahm, beschloss die Feuerwehr Schermbeck, den Krankenwagen nach Feierabend, an Wochenende und an Feiertagen zusätzlich mit einem Feuerwehrmann zu besetzen.
Die Verbindung von Feuerwehrmann und Rettungswagenfahrer war also eine ideale Angelegenheit. Mit Johannes Janßen und Heinz Horstkamp saßen ab 1974 sogar zwei Feuerwehrmänner als hauptamtliche Kräfte im Rettungswagen.
Nach der kommunalen Neuordnung des Jahres 1975 begann am 23. Dezember 1976 ein neuer Abschnitt im Krankentransport- und Rettungsdienst der Feuerwehr Schermbeck. Die Krankenwagenfahrer wurden nun als Rettungssanitäter ausgebildet. Mit Günter Birk und Siegfried Minten standen ab Oktober 1984 insgesamt vier Rettungskräfte in Schermbeck zur Verfügung.
1985 wurde das Dachgeschoss des Gerätehauses an der Schienebergstege zu einer Rettungswache mit Aufenthalts-, Ruhe- und Sanitärräumen ausgebaut. Am 1. Januar 1986endete die Eigenständigkeit der Schermbecker Rettungswache. Johannes Janßen wurde Mitarbeiter der Rettungswache Wesel, die fortan für Schermbeck zuständig war. Den vier Rettungssanitätern wurden für kurze Zeit Winfrid Lehmbruck und Klaus Kerkhoff als Schermbecker Feuerwehrleute zugeordnet. 1993 gehörten sieben Rettungsassistenten zur Schermbecker RTW-Mannschaft.
Johannes Janßen erlebte während seiner Dienstzeit mit, wie neben dem Gerätehaus in der Schienebergstege im Jahre 2006 mit dem Bau eines neuen Gebäudes für die Rettungswache begonnen wurde und wie das feuerrote Gebäude am 19. Januar 2007 vom Diakon Heinz Böhnke eingesegnet wurde.
Zum Einsatzgebiet der Rettungswache gehört Schermbeck mit seiner unmittelbaren Umgebung. Im Arbeitsalltag erlebt Johannes Janßen die gesamte Palette der Einsatzhilfe, die vom Transport eines Erkrankten zum Krankenhaus bis hin zum schlimmsten Verkehrsunfall reicht. Besonders schlimm sind jene Fahrten gewesne, in denen ein Bekannter oder Verwandter betroffen war. Als sein Bruder am 3. Mai 1955 tödlich verunglückte, war dieser dank einer glücklichen Fügung schon abtransportiert worden, als Johannes Janßen mit seinem Fahrzeug eintraf.
Am 30. Juni 2013 tritt Johannes Janßen als Rettungssanitäter in den Ruhestand. Als Feuerwehrmann gehört er schon seit vier Jahren zur Alters- und Ehrenabteilung. H.Sch.























