Der erste Open-Air-Gottesdienst in diesem Jahr der katholischen St. Ludgerus-Gemeinde Schermbeck fand am Sonntag am Heimathaus „Olle Schuer“ in Gahlen statt.

„Heimat ist da, wo das Herz wohnt“, betonte Pastor Xavier Muppala in seiner Predigt und bat alle Anwesenden, darüber nachzudenken, was für sie persönlich eigentlich Heimat bedeutet.

Mit reichlich Abstand und unter freiem Himmel feierte die St. Ludgerus-Gemeinde am Sonntag einen Open-Air Gottesdienst an der „Olle Schuer“ des Heimatvereins Gahlen.

Open-Air-Gottesdienst-St.-Ludgerus
Rund 50 Besucher nahmen beim Open-Air-Gottesdienst an der Olle Schuer in Gahlen teil. Foto: Petra Bosse

„Heimat“ – so lautete das Motto des Gottesdienstes. Xavier Muppala freute sich schon einen Tag vorher darüber, dass sich rund 50 Gemeindemitglieder zum Gottesdienst angemeldet hatten. Passend zum Motto ertönten aus einer Musikanlage Lieder wie „Heimat“ von Herbert Grönemeyer oder „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ von Lolita.

„Sie singt von einem Mann, der sich trotz Frau und Haus nicht zuhause fühlt. Für ihn liegt die Heimat nicht bei ihr, sondern auf dem Meer. Muss Heimat also eine bestimmte Koordinate auf der Landkarte sein oder geht es um die Leute, Geborgenheit, Liebe?“, fragte Muppala in seiner Predigt.

Heimat hat eine eingefleischte Bedeutung

Er selber habe einige Freunde zu diesem Thema und deren Bedeutung befragt. Die Antworten seien unterschiedlich gewesen. So sei Heimat ein Ort, der nicht genau zu definieren sei oder: „Heimat hat die eingefleischte Bedeutung das zu sein, wo wir geboren und aufgewachsen sind. Auf der anderen Seite ist es aber für mich das, oder der Ort wo wir uns wohlfühlen, die Wahlheimat. Da, wo nicht die Erinnerung, sondern das Herz wohnt.“

Für anderen der Befragten bedeutet Heimat der Ort, wo ihre Liebsten seien. Auch gebe es einen Unterschied zwischen Zuhause und Heimat. Fazit jedoch sei bei allen Antworten gewesen, dass Heimat immer mit einem Ort und mit Menschen verbunden werde.  

Heimat hat die eingefleischte Bedeutung

Xavier Muppala: „In der heutigen Politik ist Heimat zu einem viel diskutierten Begriff geworden. Selbsternannte Heimatparteien wollen sie schützen und schüren Angst, um den Verlust, die Veränderung von Heimatorten mit sich bringen. Andere setzen Heimatverbundenheit gleich mit Nationalismus“.

Vertrautheit und Geborgenheit

Dadurch werde es, unterstrich der Geistliche in seiner Predigt, dass es jungen Menschen schwerfalle, sich mit etwas zu identifizieren. „Ich denke aber nicht, dass einem das Gefühl von Heimat genommen werden kann. Sich mit etwas verbunden zu fühlen ist kein Privileg, aber auch keine Straftat. Es bezieht sich nicht zwingend auf einen festen Ort, sondern hängt viel mehr vom Gefühl des Zusammenseins ab“.

Deshalb sei es wichtig, dass der Ort wo jemand wohne, ein Zuhause sein kann und eine neue Heimat werden könne. Und auch für den indischen Pastor sei Schermbeck seine Heimat geworden. „Hier lebe ich und habe meine Freunde. Ich fühl mich wohl und bin ein Teil davon. Sei es bei den Messdienern, den Pfadfindern, der Landjugend, im Sportverein oder der Schützengilde“. Ein Gefühl, was beim Pastor Vertrautheit und Geborgenheit auslöst. „Diese Gefühle kann mir auch keiner nehmen. Für mich wird Schermbeck irgendwie immer Heimat bleiben. Heimat ist da, wo das Herz wohnt“.

Petra Bosse

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