Seit April wurden in der Gemeinde Schermbeck 34 Schafe von einem Wolf gerissen und mehrere  Rinderherden über Wiesen getrieben. 

Verdacht einer Ansiedlung eines Wolfsrudels beunruhigt die Bewohner in Gahlen

Der Wolf hat in der Gemeinde Schermbeck Einzug gehalten. Die Bürger sind besorgt, Tierzüchter und Landwirte machen sich großen Sorgen.

Gahlener Bürgerinitiative gegen Wölfe in der Gemeinde Schermbeck

In Gahlen hat der Wolf bereits sein Unwesen getrieben. Direkt am Spielplatz in der Dorfmitte riss am helllichten Tag ein Wolf mehrere Schafe. Am Mittwochnachmittag trafen sich deshalb rund 70 Bürgerinnen und Bürger auf dem Spielplatz, direkt der neben der Schafswiese. Bürgermeister Mike Rexforth fühlt sich vom Land und besonders von der LANUV im Stich gelassen. Die Informationen, so Rexforth, seien eher bescheiden.

Insgesamt wurden 36 Tiere nachweislich von einem Wolf gerissen. Bei zwei Tieren ist man sich noch nicht sicher, ob es ein Hund oder ein Wolf war. In großer Sorge ist auch Jürgen Höchst, denn in unmittelbarer Nähe, auf dem dem Niewerth-Spielplatz in Gahlen fand in den letzten Wochen das „große Fressen“ statt.

Gahlener Bürgerinitiative gegen Wölfe in der Gemeinde Schermbeck

Eingeladen zu dem Informationstag der Bürgerinitiative Gahlen war auch das Amt Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz (LANUV), die zum Bedauern aller Bürger, allerdings keinen Vertreter schickten.

Und plötzlich stand ein Wolf vor mir

Eine Mutter erzählte anschaulich, wie sie bereits zweimal am helllichten Tag Bekanntschaft mit einem Wolf im Wald in Schermbeck-Damm machte. „Ich bin mit meinem Sohn und unserem Hund durch den Wald gelaufen, als plötzlich ein Wolf vor uns stand. Dieser schaute mich an, er ging nicht an die Seite und hatte keine Scheu“, so erzählte die junge Mutter. Die Not war groß, denn instinktiv, so erzählte sie, blieb sie ganz ruhig stehen und bog dann, langsam und bedacht, links in einem Weg ein. Kurze Zeit später machte sie erneut ein zweites Mal die Begegnung mit einem Wolf. Wieder dabei war ihr Hund und der kleine Sohn auf einem kleinen Tretfahrrad.

Wolf riss Schafe in Schermbeck
Kein schöner Anblick für Schafzüchter, wenn sie ihre Tiere totgebissen von einem Wolf auf der Wiese finden. Foto: privat

Für Bürgermeister Mike Rexforth ist es ein nicht tragbarer Zustand, dass die Behörde es bislang nicht für nötig gehalten habe, ihn zu informieren. Mit der LANUV, die derzeit sehr rar mit Informationen ist, möchte sich Rexforth noch diese Woche in Verbindung setzen.

Er sieht sich als Bürgermeister in der Pflicht, als erster Informationen über möglicherweise neue Wolfsansiedlungen in Schermbeck und Umgebung zu bekommen. Wölfen sind auf keinen Fall Kuscheltiere und haben nicht von dem, was jeder Mensch aus Märchen und sagen über die Tiere gehört, zu tun. „Wölfe sind definitiv Raubtiere und gefährlich. „Ein Wolf ist die Urmutter unserer Haushunde. Ein Wolf ist intelligent, anpassungsfähig und sie haben keinerlei Scheu vor Menschen“, so Jens Holtkamp, Berufs-Schäfer aus Hamminkeln. Wie angstfrei Wölfe sind, dafür spricht schon alleine die Tatsache, dass sie sogar tagsüber Tiere in einem Wohngebiet reißen.

Info:
Insgesamt seit April 2018 rissen Wölfe in Schermbeck, Gahlen, Damm, Kirchellen und Hünxe 36 Tiere, davon 34 Nutztiere.

Verletzte Rinder und Kühe, sind die durch hetzende Wölfe/Wolf nicht mit berechnet. Entweder wurden den Schafen die Keulen oder Vorderläufe angefressen, die Innereien aus dem Körper gerissen, oder  sie wurden regelrecht ausgeweidet.
Im Jahr 2017 waren in Deutschland 60 Wolfsrudel bestätigt. Das geht aus einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) hervor.

Durch den Fall der Mauer ist der Zuzug von Wölfen in Westdeutschland ab 2000 erheblich angestiegen.

Mehr zu diesem Thema: Wolf riss Schafe im April in Schermbeck-Bricht

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2 KOMMENTARE

  1. Es ist überall dasselbe. Der scheue, nachtaktive Wolf, der nur schwaches und krankes Wild reisst und sich vor Menschen und deren Einrichtungen fürchtet. Jetzt, wo mitten im Dorf ein Schlachtfest für Wölfe stattgefunden hat, tauchen die Verantwortlichen ab. Dabei erlaubt das EU- und das deutsche Recht den Abschuss von Wölfen, die sich menschlichen Behausungen nähern und wirtschaftliche Schäden verursachen. Auch die Gefährdung der öffentlichen Ordnung ist ein Grund legal Wölfe zu erschießen. Wann besinnen sich die Verantwortlichen daruf, dass sie lesen können und führen sich den § 45 Bundesnaturschutzgesetz Abs. 7 zu Gemüte, der regelt, wann geschützte Tiere abgeschossen werden dürfen. Die Schweden, Franzosen und Polen machen es uns vor. Nur in Deutschland muss man sich von Tieren, die keineswegs vom Aussterben bedroht sind tyrannisieren lassen.
    Wenn ich schon lese:“ bei zwei Tieren ist man sich nicht sicher, ob es ein Wolf oder ein Hund war“ Ich bin gespannt, wie uns das erklärt wird, dass die aus dem Nichts aufgetauchten und nach Wolfsrissen auch dort wieder verschwindenden, wildernden Hunderudel sich nun mit Wölfen zusammengetan haben sollen.

  2. Wer seine Tiere richtig schützt, hat Ruhe vor dem Wolf! Panikmache, wilde nicht überprüfbare Geschichten von ahnungslosen Müttern oder der Schrei nach Abschuß helfen niemanden!
    Besonders seltsam finde ich, dass offensichtlich viele Einwohner der Region gut mit der Anwesenheit der Wölfe klar kommen.
    Also bitte aufhören mit der Hetze und nach machbaren Lösungen suchen.
    Der Wolf ist und bleibt streng geschützt!

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