Wolf in Schermbeck -Offener Brief vom 8. November an Dr. Thomas Delschen, Präsident Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz

Sehr geehrter Herr Dr. Delschen,
wie telefonisch besprochen, hätten wir gerne ein Gespräch mit Ihnen geführt, um einmal unsere Liste mit Rissen und Vorkommnissen mit Ihnen zu besprechen und abzugleichen.

 Da das LANUV leider keine Zeit dafür hat, übersenden wir Ihnen beiliegend unsere beiden Listen. Bisher haben wir 50 Risse und 22 Vorkommnisse registriert.
Es gibt uns gegenüber glaubwürdige Zeugenaussagen zu Wolfsvorkommnissen, welche auch in der Liste aufgeführt sind. Wenn es Ihre Zeit erübrigt, würden diese Zeugen auch ein persönliches Gespräch mit Ihnen führen!

Wir fordern Sie auf die Aufgabe des Wolfmonitorings ernst zu nehmen. Wenn ihnen Wolf-Sichtungen aus der Öffentlichkeit genannt werden (wie z.B. am 8.11.18 in Kirchhellen, Hedestrasse) sehen wir es als ihre Aufgabe, auch dann umgehend jemanden vor Ort zu entsenden um an Hand von Zeugenaussagen, Fotos, Trittsiegeln oder ähnlichen Beweismitteln zu recherchieren, ob es sich bei dem Vorfall um einen Wolf gehandelt hat, der sich in Sichtweite der Personen aufgehalten hat.

Auch diese Vorkommnisse sind ebenfalls in ihrer Liste einzutragen. Wie sonst wollen sie ein auffälliges Verhalten des Wolfes ausschließen bzw. ermitteln?
Die Art und Lage der Risse und Vorkommnisse, sowie das Verhalten des Wolfes, welcher sich nachweislich immer wieder in die Nähe von Menschen wagt, lässt ihn in unseren Augen als auffällig erscheinen. Er ist schon mehrere Male näher als 30 m an einer bewohnten Bebauung und auch an Menschen herangekommen.

Deshalb beantragen wir zur offiziellen Überprüfung seines Verhaltens die umgehende „Besenderung“ des Wolfes, wie auch Seite 4 des Pressehintergrundes des BfN vom 22.11.2017 beschrieben.

Listenführung

Ihre Art der Listenführung ist unserer Ansicht nach irreführend und nicht ausreichend. Aus diesem Grund fordern wir sie auf, Ihre Art der Listenführung zu verändern und z.B. der des Landes Sachsen anzupassen www.wolf-sachsen.de.
Soll heißen, dass Sie jährlich eine Liste führen, und zum einen die Anzahl der getöteten und verschollenen Opfer des Wolfes aufführen. Zum anderen die Liste bezüglich der Bestätigung, wer verantwortlich für die Risse ist, wie folgt anzupassen: „In Bearbeitung“, „Wolf bestätigt“, „Wolf nicht auszuschließen“, „Wolf auszuschließen“!

DNA

Wenn der Riss per DNA aus welchem Grund auch immer nicht eindeutig dem Wolf zuzuordnen ist, ist er nicht automatisch einem Hund zuzuordnen! Es müssen auch pathologische Ergebnisse mit in die Bewertung einfließen. Bei Kehlbisse oder herausgerissenen Darmstücken ist zumindest der „Wolf nicht auszuschließen“ – seit 20 Jahren gab es hier in der Region keinen vergleichbaren Hunderiss!!!

Uns ist auch unverständlich, warum es auf www.wolf-nrw.de noch bis dato Online-Meldebogen analog zu Niedersachsen gibt.
Unsere Karte finden Sie unter: www.google.com
Für eventuelle Rückfragen stehen wir gerne unter o.g. Mailadresse zu Ihrer Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Gahlener BürgerForum

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celawie
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4 KOMMENTARE

  1. Guten Abend Frau Celawie!
    Relaevante Beobachtungen, Fotos, Filmaufnahmen usw. gehören den Mitarbeiter/innen des LANUV zur Verfügung gestellt. Diese werden solche Beweise dann mit Hilfe von Fachleuten berwerten. Einen Wolf sicher zu bestimmen, ist nämlich nicht eingach!
    Für die Tierhalter in Schermbeck und Umgebung gilt, ausreichender Herdenschutz ist zwingend erforderlich. Wenn das nicht beachtet wird, wird es weiter zu Übergriffen kommen. …
    Mit freundlkichen Grüßen
    Ingbert Schwinum

  2. Vielleicht wäre es auch einmal sinnvoll, dass der Mensch sich an die Natur anpasst. Wenn man so um sich blickt, in Schermbeck und Gahlen, so ist unverständlich, dass Schafe und Ziegen mit so niedrigen Zäunen auf der Weide stehen, wenn man doch darum weiß, dass wir eine Wölfin hier wohnen haben!
    Warum muss immer die Wildnis das Nachsehen haben? Wir Menschen haben den Wolf ausgerottet! Es gibt, auch dort wo Wölfe seit einigen Jahren mit uns Zusammenleben, keinen EINZIGEN Fall, bei dem ein Mensch angegriffen würde! Klar, dass die Jäger gegen den Wolf sind, dann sind sie nämlich ohne Job! Wer war denn wohl zuerst da?!!
    Ich finde diese Hetze schlimm! Verwende man doch besser diese Energie um vernünftig das Nutztier entsprechend zu schützen, jeder Mensch geht auch eher an die Metzgertheke anstatt mit dem Speer auf die Jagd. Da verstehe ich unsere Gloria!

  3. Schön das der Wolf wieder da ist!!
    Schade das viele Menschen noch an Rotkäpchen und den „Bösen Wolf“ glauben.
    Mehr Akzeptanz von den Menschen würde mir gefallen. Jeder der Tiere besitzt, sollte mal seinen Verstand „einschalten“ und sich Gedanken machen und sich informieren, wie er seine Tiere schützten kann. Ich höre aber nur wieder …“ wer bezahlt das…. „. Im Zeitalter des Artensterbens, globaler Erwärmung usw. gibt es tatsächlich noch Menschen denen Geld wichtiger ist als Natur und Umwelt!?????
    Meine Kinder würde ich auch nicht alleine in den Wald schicken… „aber nicht wegen der Wölfin, sondern wegen Kinderschändern (Menschen) und schlecht erzogenen Hunden (auch vom Menschen gemacht)“!!!
    Übrigens, der Mensch gehört nicht zum „Beutetiere“ des Wolfes!
    In der heutigen Zeit besteht ja auch kaum Gefahr, da die Kinder ja sowieso von den Eltern zum Kindergarten, zur Schule, zum Sport..usw. mit dem Auto gebracht werden!
    Alle Menschen im Wolfsgebiet (oder überhaupt) müssen nur ihr Verhalten überdenken und ändern.. z.B. Keine Wildtiere provozieren, anfüttern und in die Enge Treiben.
    Ein Beispiel von meinen Nachbarn: Kindergeburtstag, bei uns am Wald Fuchsbau mit 3 Jungen, Eltern wollten den Kindern junge Füchse zeigen, stocherten mit Stock im Fuchsbau… und wunderten sich, dass Fuchsmutter geknurrt hat.. Großes Geschrei von Eltern…“Fuchs sei Tollwütig“..
    Toll..pädagogische Glanzleistung…
    Ich wünsche der Füchsin alles..alles…Gute.. obwohl ich ihr leider kein langes Leben voraus sage. Menschen und Jäger werden wohl eine Hetzjagt (man sieht es hier) veranstalten, bis sie tot ist, wie Bruno der Bär.
    Schämt Euch

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