Die Meinung von Dagmar Niemeyer zu der Schermbecker Wölfin:

Diese Wölfin ist ganz klar ein Fall für die Entnahme! Was muss dieses Raubtier hier noch anrichten?

Sind nicht 50 Schafrisse und 10 Damwildrisse genug? Muss man es zulassen, dass die ungestört durch Vorgärten läuft? Ein Glück, dass da gerade keine Haustiere waren!

Diese Wölfin wird den Niederrheiner Weidetierhaltern noch viel mehr Probleme bereiten, sie ist ja nicht alleine unterwegs. Nächstes Jahr metzeln die Welpen mit. Jedes Jahr neue Welpen, man kann sich ausrechnen, wann der Niederrhein und Umgebung flächendeckend besiedelt sind.
Es ist uns nicht möglich, unsere Tiere wolfsicher einzuzäunen, weder Schafe noch Rinder oder Pferde. Der empfohlene „wolfabweisende Grundschutz“ ist ein Witz. Wölfe springen 3 m hoch. Die Haltungsvorschriften für Wölfe in Gefangenschaft sehen 2,80 plus Strom und Überhang vor, extra mit dem Hinweis, dass diese Tiere so hoch springen können.

Wie lange sollen wir Weidetierhalter, die unsere Tiere artgerecht draußen halten, noch vorgeführt und hingehalten werden?? Meine altdeutsche Hündin springt ansatzlos über meine 108 cm hohen Netze. Die viel propagierten Herdenschutzhunde sind für die wenigsten eine Option. Man braucht pro Wolf einen HSH plus einen extra. D.h. bei zwei Wölfen drei Hunde, bei einem Rudel von sechs Wölfen sieben Hunde.

Selbst dann werden die Hunde beim verteidigen ihrer Herde verletzt oder getötet, wollen wir zurück zu Tierkämpfen, die dem Tierschutzgesetz widersprechen? Für solche Hunde müssen die Voraussetzungen zur Haltung gegeben sein, bei fünf Schafen hinterm Haus kann ich nicht 2 HSH dazustellen, bei Rindern und Pferden ebenfalls nicht umsetzbar. Diese Hunde kosten außer der Anschaffung pro Jahr pro Hund 2.500,-. 

Das ist für viele nicht finanzierbar. Diese Hunde sind außerdem keine Schoßhunde, um diese zu führen, braucht es einer gewissen Sachkenntnis. In einigen Bundesländern zählen einige Rassen zu den Kampfhunden.
Was ich allen vorwerfen muss, die sich vehement für Wölfe einsetzen, ist, dass diese Leute sich zwar bedingt über den Wolf informieren, aber von Weidetierhaltung und möglichem Herdenschutz keine Ahnung haben.

Diese Infos bekommt man nicht beim Nabu oder bei den sogenannten Wolfexperten, sondern bei den Viehhaltern. Dann macht euch doch mal die Mühe, besucht Betroffene und nicht betroffene. Da bekommt man Informationen aus der Praxis und nicht aus der grauen Theorie von den Wolfsbefürwortern, die nicht akzeptieren wollen, dass es für die meisten keinen Herdenschutz gibt.

Dagmar Niemeyer

 
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4 KOMMENTARE

  1. Bravo Frau Niemeyer, es ist an der Zeit, dass die Verantwortlichen die rosarote oder auch grüne Brille absetzen und die Tatsachen objektiv betrachten. Ein Wolf, der sich offensichtlich auf Weidetiere spezialisiert hat muss erlegt werden. Er wird weder durch höhere Zäune, noch durch stärkere Elektrozaungeräte das Wissen um das Überwinden von Herdenschutz vergessen. Im Gegenteil, er wird dieses Wissen an seine Nachkommen weitergeben. Solche Wölfe sind umgehend, spätestens nach den zweiten Riss, zu erlegen. Wird das konsequent umgesetzt, wird Deutschland nur von Wölfen besiedelt, die Herdenschutz respektieren und Abstand zu menschlichen Siedlungen und Einrichtungen halten. Das geht zwar langsamer, wird aber eher akzeptiert werden können.

  2. Verehrte Frau Sproesser, Sie widersprechen sich ja selbst, denn wie kann ein toter Wolf Wissen an seine Nachkommen weitergeben? Diese Wölfin ist ein territoriales Einzeltier, und hat also überhaupt noch kein Rudel. Die Frage ist doch vielmehr, warum die Wölfin Nutztiere reißt. Sie kann das ganz bequem, weil die Tiere nicht geschützt waren. Genau so wenig, wie die Tiere des Damwildgeheges in Dinslaken, weil der Zaun Durchschlüpfmöglichkeiten hatte. Das kann gerne in der Pressemitteilung des LANUV vom 20.11.18 nachgelesen werden. Das Land hat längst reagiert und folgendes beschlossen: 1. Das Wolfsgebiet Schermbeck wird ausgeweitet und zusätzlich wird eine Pufferzone von 30 km ausgewiesen, damit der Schutz von Herden gefördert werden kann. 2. Wenn ein Gebiet noch nicht als Wolfsgebiet ausgewiesen ist, aber bereits Nutztierrisse erfolgt sind, wird dieses als Verdachtsgebiet gelten. Dann können staatliche Präventionsmaßnahmen fließen. 3. Die Förderquote wird von 80 auf 100 % angehoben. 4. Der Bund hat angekündigt, die max. Förderung innerhalb eines 3-Jahres-Zeitraums von 15.000 auf 30.000 € anzuheben (wie in Niedersachsen) Alles nachzulesen in der WAZ 15.11. und RP-online 16.11.18. Wenn Sie den Wolf abschießen wollen, obwohl der Mensch die Fehler macht, müssen Sie erstmal an den strengen nationalen und internationalen Schutzkriterien vorbei.

  3. ich wiederspreche ihnen total , was ist denn mit uns Mutterkuhhalter? Förderung von Zäunen Fehlanzeige , abends in den Stall bringen so wie bei Milchkühen , geht nicht wiederspricht auch der Mutterkuhhaltung , gerade in der Mutterkuhhaltung ist die verdienst möglichkeit gering ,der einzige verdienst ist das Kalb welches die Kuh jedes Jahr bekommt , extensive Rassen werden oft ganzjährig draußen gehalten , andere rassen sind von November bis April im Stall, die andere Zeit mit ihren neugeborenen Kälber in der Weide , sobald der Wolf diese Kalb reisst , läuft die Kuh ein ganzes Jahr umsonst mit , entschädigung gibt es ,wenn überhaupt ,nur zum Zeitwert , bei einem kleinen Kalb 300 euro , wenn die kuh es 8 Monate großgezogen hätte 1000 Euro , also ein großer Verlust , enderbebnis wird sein, viele werden aufhören , und es gibt sowieso kaum noch Weidetierhaltung , ist das denn von den Naturschützer gewollt ? Genauso geht es Schaf und Ziegenhalter , die letzte naturnahe bewirtschaftung der landwirtschaftsflächen , wird durch den Wolf zerstört, dann bitte nicht mehr Meckern über die Methoden der übrig bleibende Landwirtschaftliche Tierhaltung( ganzjährige Stallhaltung ) denn das ist die konsequenz davon , denn die wenigen die noch Weidehaltung betreiben sollen für die jetzige Politik büßen , ich sage nur“Wilkommen Wolf“ ade Weidetierhaltung

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