Schermbeck-Online.TV-Volksbank Schermbeck setzt auch in diesem Jahr offensiv auf Qualität/Kundengesamtvolumen und Bilanzsumme gestiegen, Mitgliederzahl ebenfalls im Plus/Niedrigzinsen, Bankenreguliertung und SEPA „brennen unter den Nägeln“

Jahresbilanz der Volksbank Schermbeck - Rainer Schwarz (li.) und Wilhelm Köster zeigen sich zufrieden
Jahresbilanz der Volksbank Schermbeck – Rainer Schwarz (li.) und Wilhelm Köster zeigen sich zufrieden

Niedrigzinsen, Bankenregulierung und SEPA: Diese Punkte hatte Rainer Schwarz in seinen Notizen auf der Jahresbilanz-Pressekonferenz der Volksbank Schermbeck ganz vorne stehen, weil sie ihm und seinem Vorstandskollegen Wilhelm Köster „unter den Nägeln brennen“. Die gute Entwicklung der Kreditgenossenschaft im vergangenen Jahr machte ihm dagegen sichtlich Freude: Das Institut setzt stark auf Qualität und nutzt offensiv die Möglichkeit, weiter solide zu wachsen. „Wir wollen anpacken“, fasste Schwarz die Zukunftsaufgabe 2014 zusammen:

Wilhelm Köster, Vorstand, ist zufrieden

Chancen zu erkennen und zu nutzen, das hatte sich die Volksbank schon für das vergangene Jahr vorgenommen: „Und wir sind sehr zufrieden damit, dass unsere aktuell 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese selbstgewählte Vorgabe gelebt haben und weiter leben“, sagte Wilhelm Köster mit Blick auf Bilanz und Vermittlungsgeschäft.

Am deutlichsten wird dies beim Blick auf das so genannte Gesamtkundenvolumen. Es beschreibt die Geschäfte, die die Volksbank mit Mitgliedern und Kunden macht. Hier hat das Genossenschaftsinstitut enorm zugelegt, und zwar um 3,8 Prozent auf 793 Millionen Euro. Es wurden also in der Region 29 Millionen Euro mehr Spargelder angenommen beziehungsweise Kredite vergeben und vermittelt.

400-Millionen-Marke geknackt

„Auch bei der Bilanzsumme lassen wir erstmals die 400-Millionen-Euro-Marke hinter uns“, freute sich Köster: „Wesentlicher Teil der Bilanz ist dabei auf der Aktivseite die Summe der Gelder, die wir an unsere Mitglieder und Kunden ausgeliehen haben. 317 Millionen Euro waren das in 2012, und 327 Millionen Euro sind es jetzt zum Jahresende gewesen.“ Damit habe die Volksbank drei Prozent mehr Investitionsmittel für die heimische Wirtschaft bereitgestellt – und für die Kunden, die Immobilien erworben oder saniert haben.

Diese Kredite stammen im Wesentlichen aus der Region selbst, so der Vorstand weiter: „Wir sind sehr intensiv nach den Vorgaben unseres genossenschaftlichen Modells unterwegs. Das Geld, das wir ausleihen, kommt also im Wesentlichen von unseren Mitgliedern und Kunden.“ Im vergangenen Jahr seien das 254 Millionen Euro gewesen und damit neun Millionen Euro mehr als 2012 (plus 3,8 Prozent).

Eigenkapital stieg, insergebnis leicht verbessert

Auch ihre Rücklagen hat die Volksbank deutlich ausgebaut. Das Eigenkapital stieg auf 26 Millionen Euro. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken enthält jetzt 4,5 Millionen Euro. Seine Kosten hat das Institut im Griff, das Zinsergebnis ist leicht besser als erwartet ausgefallen: „Es sinkt aber im Zuge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank kontinuierlich: von 2,65 Prozent der Bilanzsumme in 2010 auf jetzt 2,32 Prozent“, berichtete Köster.

Die Qualität der Kreditengagements habe man weiter gesteigert, das voraussichtliche Jahresergebnis 2013 von 1,4 Millionen Euro sei gut. „Wir werden daraus erneut unser Eigenkapital stärken und unsere Mitglieder mit einer gewohnt attraktiven Dividende bedienen“, freute sich der Vorstand: „Im nächsten Jahr allerdings wird sich die Niedrigzinsphase auch auf unseren Ertrag auswirken. Umso wichtiger ist es, dass wir noch einmal unsere Reserven ausbauen.“

Ausgebaut hat die Volksbank weiterhin die Zahl ihrer Mitglieder. 444 neue Teilhaber hat sie gewonnen, 10.569 Mitglieder zählte die Kreditgenossenschaft zur Jahreswende: „Damit erfüllen wir weiterhin unseren Grundsatz, dass jeder gute Kunde, der intensiv mit uns zusammenarbeitet, auch Miteigentümer werden soll“, so Köster.

Eigenkapitalanforderungen für Mittelstandskredite steigen

Kritisch sah Rainer Schwarz anschließend die politisch gewollt niedrigen Zinsen in Europa. Sie seien weder für den Anleger noch für den Altersvorsorgesparer gut. Auch stünden Regionalbanken ihretwegen unter starkem wirtschaftlichen Druck. Privat- und Firmenkunden sollten in dieser Phase ihre Anlagen breit streuen, riet der Vorstand. Und für die Volksbank würden jetzt mehr denn je klare Kostendisziplin und ein wachsamer Blick auf das Eigenkapital gelten.

Die Bankenregulierung trieb Schwarz ebenfalls um. Zwar sei es richtig, besonders den Finanzkonzernen intensiv auf die Finger zu schauen. Aber: „Während die Eigenkapitalanforderungen für Mittelstandskredite ständig steigen, brauchen Staatsanleihen nach wie vor nicht mit Eigenmitteln abgesichert zu werden.“ Für Volksbanken sei es nun teurer und aufwendiger, den gut laufenden Tischlereibetrieb vor Ort zu finanzieren, als Griechenland Geld zu leihen.“

SEPA- für Unternehmen und Unternehmer

Die Politik sitze so zu Lasten der regionalen Banken und vor allem des heimischen Mittelstandes die selbst verursachte Staatsschuldenkrise aus. „Statt zu sparen und die öffentlichen Haushalte zu sanieren, werden die Zinsen und die Zinszahlungen von Staaten, Ländern und Kommunen künstlich niedrig gehalten. Das ist nicht in Ordnung!“, sagte Schwarz und meinte zugleich, dass regionale Institute nicht den gleichen regulatorischen Anforderungen standhalten müssten wie global agierende Konzerne, die beispielsweise für die Finanzmarktkrise verantwortlich gewesen seien.

Ob ein späterer Start des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrs – kurz: SEPA – für die Unternehmen und Unternehmen im Geschäftsgebiet der Volksbank Schermbeck sinnvoll sei? Auch da zweifelte Schwarz an der Entscheidung auf EU-Ebene: „Eine Verschiebung wird die Einführungsqualität kaum verbessern. Wer als Mittelständler oder Vereinsvorstand heute noch nicht umgestellt hat, wird es erst tun, wenn er die Folgen direkt spürt.“ Jedenfalls arbeiten heute schon 80 Prozent der Volksbank-Firmenkunden und 90 Prozent der betreuten Vereine auf SEPA-Basis. Ärgerlich: Der neue Termin kostet bares Geld, denn das zweiköpfige Einführungsteam muss weiter an dem Projekt arbeiten.

Finanzkriste sorgte für schlechtes Renommee der Banken

Dass Qualität und Ergebnis für die Mitglieder der Volksbank Schermbeck stimmen, das ergab jüngst eine Befragung. 93 Prozent der Teilnehmer stellten dem Genossenschaftsinstitut sehr gute und gute Noten aus. „Wir haben mit diesem erfreulichen Votum nicht gerechnet. In den letzten Jahren hat sich das Renommee der Banken sowie das Vertrauen in Banker aufgrund der Finanzkrise dramatisch verschlechtert. Umso erstaunter und zufriedener sind wir, dass unsere Kunden uns dieses positive Attest ausgestellt haben“, sagte Schwarz.

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