Wölfin Gloria mit der Kennung GW954f stammt aus der niedersächsischen Wolfsfamilie bei Schneverding.

Seit die Wölfin Gloria von Wesel im Wolfsgebiet angekommen ist, hat sich das offizielle ausgewiesene Wolfgebiet durch Nachwuchs und weitere zugewanderte Wölfe in NRW in den letzten Jahren vergrößert.

Wolf-Gloria-im-Kreis-Wesel
Erstes offizielles Foto von Wölfin Gloria © Sabine Baschke

So auch das Wolfsgebiet Schermbeck. Den ersten genetischen Hinweis für einen Wolf im Kreis Wesel gab es nach einem Schafriss vom 13.04.2018 bei Schermbeck-Bricht. Nach einem zweiten genetischen Nachweis im Juni anhand einer Wolfslosung, konnte der Wolf individualisiert werden. Es handelt sich um einen weiblichen Abkömmling mit der Kennung GW954f aus der niedersächsischen Wolfsfamilie bei Schneverdingen.

Aufgrund genetischer Ähnlichkeit zum Befund vom April 2018 geht das Landesumweltamt (LANUV NRW) davon aus, dass es sich um ein und dasselbe Tier handelt, das dort standorttreu geworden ist.

Wölfin Gloria von Wesel

Zwei Wölfe seit 2020

Im Frühjahr 2020 gab es den Beweis dafür, dass im Wolfsgebiet Schermbeck am Unteren Niederrhein zwei Wölfe gemeinsam jagen.

Wolf Gloria hat einen Welpen und Schermbeck ein Rudel Wölfe hieß es dann am 22.12. 2020. Ab da war es amtlich: Gloria von Wesel und ihr Begleiter GW1587m haben Nachwuchs.

Umweltministerin Heinen-Esser: „Wir hatten längst erwartet, dass es früher oder später auch hier in Nordrhein-Westfalen zur Paarbildung kommt, überrascht waren wir allerdings, als die Analyse der Genprobe offenbarte, dass es sich bei den beiden Wölfen offenbar um Geschwister handelt.“ In diesem Jahr hatte sich erstmals erfolgreich reproduziert mit mindestens einem Welpen.

Durch einen Kotfund vom 14. März 2021 im Bereich der Gemeinde Hünxe konnte schließlich ein männlicher Welpe mit der Kennung GW2089m identifiziert werden. Es blieb der einzige genetische Nachweis dieses Welpen im Wolfsgebiet Schermbeck.

Offensichtlich sei laut LANUV der junge Wolfsrüde wenig später Richtung Westen abgewandert. Er sei zwischen dem 03. und 19. April 2021 mehrfach im belgischen Flandern nordöstlich von Antwerpen und dann am 24. April 2021 im niederländischen Nord-Brabant südlich von Rotterdam genetisch erfasst worden. 

Am 27. Juni und 04. Juli 2021 konnte auf dem Gebiet der Gemeinde Hünxe (Kreis Wesel) erneut ein wenige Wochen alter Welpe nachgewiesen werden.

Bis dato bestätigte Wolfsrisse 2021 im Wolfsgebiet Schermbeck:

04.01.2021WeselHünxePferd1Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisPony; HW02, Individualisierung nicht möglich
30.01.2021WeselDinslakenSchaf2Wolf(Canis lupus)eindeutiger Nachweis1 Schaf tot, 1 Schaf verletzt und später verendet; HW02, Individualisierung nicht möglich
01.02.2021WeselHünxeSchaf1Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, GW954f, Weibchen, Territorium Schermbeck und HW02, GW1587m, Männchen, Territorium Schermbeck
25.02.2021WeselDinslakenSchaf2Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, GW1587m, Männchen, Territorium Schermbeck
01.03.2021WeselDinslakenSchaf1Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, GW954f, Weibchen, Territorium Schermbeck
21.08.2021WeselSchermbeckDamwild1Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, Individualisierung nicht möglich
27.08.2021WeselHünxeSchaf3Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, GW954f, Weibchen, Territorium Schermbeck
02.09.2021BottropBottropSchaf1Wolf(Canis lupus)eindeutiger NachweisHW02, GW954f, Weibchen, Territorium Schermbeck
06.09.2021BottropBottropSchaf5Wolf(Canis lupus)eindeutiger Nachweis4 Schafe tot, 1 Schaf verletzt; HW02, Individualisierung in Bearbeitung

Fünf weitere Risse 2021 im Wolfsgebiet Schermbeck sind noch in Bearbeitung.

Wölfe NRW Karte
© LANUV

Abgrenzung des „Wolfsgebietes Schermbeck“ mit umliegender Pufferzone

Das „Wolfsgebiet Schermbeck“ mit umliegender Pufferzone umfasst einen bedeutenden Anteil des Naturparks Hohe Mark. Der Naturpark ist bekannt für seine ausgedehnten Wäldern und angrenzenden Kulturlandschaften. Nach Westen hin erstreckt sich das Wolfsgebiet bis zum Rhein, im Süden bis zur A2. Die aktuellen Wolfsnachweise liegen überwiegend inmitten dieses Gebietes mit einem Schwerpunkt in Bottrop, Dinslaken, Hünxe und Schermbeck.

Eine Karte des „Wolfsgebietes Schermbeck“ mit umliegender Pufferzone findet sich hier.

Die Abgrenzung des „Wolfsgebietes Schermbeck“ umfasst auf einer Fläche vom 957 km² folgende Städte beziehungsweise Gemeinden vollständig oder teilweise (Teilbereiche in Klammern):

  • Kreis Wesel: Schermbeck, Hünxe, Dinslaken, Voerde, Wesel (nur der rechtsrheinische Teil), Hamminkeln
  • Kreis Kleve: Rees (im Nordwesten bis zur B 67)
  • Kreis Borken: Raesfeld
  • Kreis Recklinghausen: Dorsten
  • Kreisfreie Stadt Bottrop (nur der Teil nördlich der A2) HW02, GW954f, 
  • Kreisfreie Stadt Oberhausen (nur der Teil nördlich der A2/A3).

Pufferzone

Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ umfasst auf einer Fläche von 2805 km² die umliegenden Gemeinden. Die Autobahnen A 2 bzw. A 3 und A 42 bilden die südliche Grenze der Pufferzone, da die genannten Autobahnen nach Einschätzung des LANUV für den Wolf eine nahezu unüberwindliche Barriere darstellen.

  • Kreis Borken: Städte Bocholt, Borken, Isselburg, Rhede, Velen, Gemeinden Heiden und Reken.
  • Kreis Kleve: Städte Emmerich am Rhein, Geldern, Goch, Kalkar, Kevelaer, Kleve, Rees (nordwestlich der B 67), Straelen, Gemeinden Bedburg-Hau, Issum, Kerken, Kranenburg, Rheurdt, Uedem, Wachtendonk, Weeze.
  • Kreis Recklinghausen: Städte Datteln, Gladbeck (nördlich der A 2), Haltern am See, Herten (nördlich der A 2), Marl, Oer-Erken-schwick, Recklinghausen (nördlich der A 2).
  • Kreis Wesel: Städte Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Wesel (linksrheinischer Teil), Xanten, Gemeinden Alpen und Sonsbeck.
  • Kreisfreie Stadt Duisburg (nördlich der A 42).
  • Kreisfreie Stadt Gelsenkirchen (nördlich der A 2).
  • Kreisfreie Stadt Oberhausen (nordwestlich der A 3/A 2).
Wölfin Gloria von Wesel

2009 erster Wolf in NRW

Im Jahr 2009 wurde der erste Wolf in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. 2018 gab es die erste dauerhafte Ansiedlung einer Wölfin im Wolfsgebiet Schermbeck. Mittlerweile gibt es drei bestätigte Wolfsnachweise im Wolfsgebiet Schermbeck.

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres 2020 wurden 18-mal Wölfe in NRW nachgewiesen. Allerdings sei laut LANUV darunter mehrfach ein und dasselbe Tier gewesen.

Dies sei laut LANU verglichen mit der langen Zeit von rund 10 Jahren, über die hinweg Wölfe schon nach Nordrhein-Westfalen einwandern sind, verglichen mit anderen Bundesländern wenig.
Quelle: LANUV