Der Neujahrsempfang am Dienstagabend der CDU stand ganz unter dem Thema wie geht es weiter, was liegt vor uns.

Begrüßen konnte der CDU-Gemeindeverbandvorsitzende Ulrich Stiemer in diesem Jahr als Ehrengäste die Landtagsabgeordnete Charlotte Quik und die NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

In seiner Begrüßungsrede machte Stiemer keinen Hehl daraus, dass er sich sehr freue, auch in diesem Jahr regionale wie überregionale kommunale Politiker/innen begrüßen zu können.

Voran die CDU Landtagsabgeordnete Charlotte Quik und NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser. „Ich komme gerne nach Schermbeck. Es ist immer wieder schön und ich denke, die Schermbecker sind ein nettes Völkchen“, so Quik in ihrer Begrüßungsrede. Ausschlaggebend dafür sei auch, so Quik, die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser
Landtagsabgeordnete Charlotte Quik

In seinem kurzen Jahresrückblick betonte Stiemer, dass es ein aufregendes Jahr war. „Wir haben zum Glück einen Bürgermeister, der in den letzten vier Jahren viel bewegt hat. Der sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern weiterhin Schermbeck für die Zukunft aufstellt“. Gleichzeitig verwies er auf dringende Projekte, die noch anstehen wie den Glasfaserausbau in den Randgebieten, den Leerstand auf der Mittelstraße und in Sachen Tourismus. „Wenn wir die Zukunft verschlafen, bekommen wir keine neue Chance“.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Thema Zukunft. Das war ebenfalls ein großes Thema in der Rede von Bürgermeister Mike Rexforth.

Schuldenabau

Exemplarisches Beispiel nannte Rexforth den großen Schuldenabbau, aber auch die noch hohen Schulden, welche die Gemeinde vor sich herschleppt.

Fast fünf Jahre Bürgermeister, was war?

„Was ich schade finde ist, dass mehr über schlechte Dinge, als über Sachen die gut gelaufen sind, geredet wird. Hier wünsche ich mir, dass der Teil der guten Arbeiten die wir leisten, mehr Raum in den öffentlichen Medien finden. Wir machen alle gute Arbeit. Diese sollte öfter auch erwähnt werden“.

Bürgermeister Mike Rexforth Neujahrsempfang Schermbeck

Positives Beispiel Finanzen: Was ist in Schermbeck passiert?

Schuldenabbau seit 2007. „Wir haben 17,5 Mio. Euro nicht verprasselt, sondern langfristig in unsere Infrastruktur, in unseren Gesamt-, Grundschulen, in unsere Feuerwehr, in unseren Abwasserbereich investiert. Wir haben es gut auf den Weg gebracht und konnten dennoch bis 2018 unsere Schulden auf 10.5 Mio. Euro abbauen“.

Mit Blick auf die Grundsteuer B betonte Rexforth, dass die Kommune den viertniedrigsten Hebesatz von 460 Prozent im Kreis hat.

Auch mit Blick auf Kassenkredite stehe die Gemeinde gut da mit einem Plus von 5,5 Mio. Euro auf dem Konto. „5,5 Mio. Euro auf dem Konto machen es möglich, dass wir das Geld in die Zukunft investieren können“.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser
Fraktionsvorsitzender der CDU Dorsten Bernd-Josef Schwane (mitte) und die Dorstener stellv. Bürgermeisterin Christel Brief waren Gäste auf dem Neujahrsempfang

Entscheidungen mit Augenmaß

Dies seien nur einige positive Beispiele, die leider, so Rexforth, immer zu kurz kommen. „Es gibt einige Fraktionen, Personen im Rat der Gemeinde, die uns eine Misswirtschaft und Nicht-Können unterstellen. Wir sind aber wirklich gut. Wir können auf richtig gute Verwaltung bauen mit Top-Mitarbeiter, die versuchen ihre täglichen Entscheidungen mit Augenmaß zu machen, ohne verschwenderisch zu sein“.

Weiterhin sei 2018 ein Jahr gewesen, wo viele Dinge vorangetrieben wurden. Angefangen von der Gewerbegebietserweiterung bis hin zur Erschaffung von neuen Baugrundstücken bis hin zu dem Wirtschaftswegekonzept.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser
(Foto v. l.) Fraktionsvorsitzender CDU Klaus Schetter, Charlotte Quik (MdL), Ulrich Stiemer (Vors. CDU) und Marc Lindemann (Vors. CDU Ortsverband) im Gespräch vor dem Empfang

Im Rahmen der Förderprojekte hat die Gemeinde rund 2,5 Mio. Euro vom Land für die Umgestaltung der Spielplätze bekommen. „Das hätten wir als Gemeinde niemals alleine geschafft. In diesem Jahr ist die Umgestaltung im Abschnitt von der Gesamtschule bis hin zum Sportplatz fast fertig. Damit sorgen wir für eine hohe Attraktions- und Wertsteigerung am Raiffeisenweg“, so Rexforth, der sich in diesem Fall nicht erklären kann, wie das überhaupt von einigen Personen noch versucht werde, diese Sache negativ zu reden. „Da fehlt mir jegliches Verständnis bei einer großen Investition von 1 Mio. Euro mit einer fetten Förderung und Geld, was hier investiert wurde, und welches noch nicht einmal aus den Steuereinnahmen der Gemeinde Schermbeck kommt“.

Was haben wir vor?

Im zweiten Teil seiner Rede schaute Rexforth auf das neue Jahr 2019.

Dazu gehöre, dass der Glasfaserausbau und die dafür erforderlichen Ausschreibungen zügig abgeschlossen werden können. Das Ziel sei es, hier den Ausbau bis zum ersten Quartal 21 zu schaffen.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Freies W-LAN Netz

Ein weiteres Projekt für Schermbeck steht in Startlöchern. Die Gemeinde hat sich auf ein Förderprojekt für ein „Freies W-LAN Netz“ in Schermbeck beworben. Hier hat die Gemeinde den Zuschlag als eine von 2800 Kommunen in Europa bekommen, was bedeute: Die Mittel sind da und die Gemeinde hat 15 Monate Zeit, diesen Bereich auszubauen. „Das werden wir jetzt angehen. Wir werden eine Ausschreibung machen, um mindestens den Ortskern mit freien W-LAN auszustatten“, zu Rexforth.

Sein Wunsch und Ziel sei es aber, nicht nur Sendemasten aufzubauen, sondern das Netz strategisch für ein ordentliches Ortsmarketing zu nutzen, um das zeigen, was die Gemeinde als Ort und als Unternehmen zu bieten hat.

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Gahlen 2019

Auch hier wird die Gemeinde das Feuerwehrgerätehaus für rund, nach vorsichtigen Schätzungen, 700.000 Euro umbauen.

Weiterhin sorgte Rexforth, wie im Vorfeld die NRW-Ministerin, an diesem Abend für eine Überraschung getreu dem Motto: Was lange währt, wird endlich gut.

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Die Gemeinde ist soweit, um 2019 den Radweg von Kirchhellen bis Gahlen ausbauen. Und: „Wir werden versuchen, das Hotel Op den Hövel wieder zu reaktivieren. Die Gespräche laufen gut, es scheint sich eine Lösung anzubieten, auch wieder in Richtung Hotel“.

Darüber hinaus, veriet Rexforth schmunzelnd, sei die Radwegkennzeichnung in Gahlen, ob es nun sinnvoll sei oder nicht, für 2019 beschlossene Sache.

Schullandschaft

Die Schullandschaft Schermbeck. Ein weiteres Dauerthema der letzten Monate und welches für Aufmerksamkeit sorgte. Hier sei aber eindeutig klar, mit Blick auf die Grundschullandschaft, dass es in den nächsten Jahren nicht mehr, sondern weniger Kinder geben werde, welche die Grundschule besuchen.

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Als Beispiel nannte Rexforth die aktuelle Schülerzahl von damals 700, und von heute, die sich unter 400 reduziert habe. „Deshalb sei es nur konsequent als Gemeinde, die sich verstärkt um den Zuzug von jungen Familien kümmert, sich mit dem Thema zu beschäftigt, ob diese Form der aktuellen Grundschulbetreibung mit allen Problemen noch zeitgemäß ist“.

Bedingt durch die geringe Schülerzahl habe der „Kampf um die Köpfe“ der einzelnen Schulen im Kreis begonnen. „Hier sei es für Schermbeck als Schulstandort wichtig, sich eindeutig zu positionieren. Wir dürfen nicht die Zeit verschlafen und müssen uns dieser Verantwortung stellen“.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Mittelstraße 2019

Ganz klar ein Thema, was den Ort für die nächsten Jahre beschäftigen wird, so die Meinung von Rexforth. „Wir können es aber nicht mehr lange vor uns herschieben, sondern müssen das Thema jetzt anpacken.Das sind wir A den Geschäftsleuten und B unseren Bürgerinnen und Bürger schuldig“.

Als Negativbeispiel nannte Rexforth die Schließung von EDEKA, welche schlichtweg die Zukunft verschlafen habe. „Ich möchte aber uns alle davor bewahren, die Zukunft auf der Mittelstraße zu verschlafen. Deshalb gehen wir hier gemeinschaftlich mit der Politik ran“.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Thema Tourismus

Hier sieht Rexforth mit Blick auf die Zukunft und als einen großen Wirtschaftsfaktor für Schermbeck, ganz klar den Bereich Tourismus. „Wir haben hier ein unglaubliches Pfund womit wir wuchern können. Wir sind Naherholungsgebiet und haben rund fünf Millionen Menschen vor unserer Haustür, die heute immer mehr Urlaub im Nahbereich machen“.

Nicht nur, dass die Landschaft Niederrhein und Westfalen schön sei, sondern darüber hinaus habe Schermbeck so viel Potenzial, alleine mit 25 familiengeführten Gastronomiebetrieben in Schermbeck, dass es die Sache wert sei, diese mit professioneller Unterstützung auszubauen.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Besonders die interkommunale Zusammenarbeit sei hier ein positiver Aspekt, denn alleine sei Schermbeck zu schwach, um das zu stemmen. „Wir können hier viel machen, aber wenn wir die Leute in der Region halten wollen, dann brauchen wir weitere Angebote in der Kommune, auch über unsere Grenze hinaus“, so Rexforth.

Kulturstiftung

Ein weiteres zentrales Thema 2019 wird die Kultur in Schermbeck werden. Die Kulturstiftung sei aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr aktiv. Aber, so Rexforth, Kultur sei wichtig und die ersten Mittel stehen bereit. Die ersten Schritte hier seien gemacht, um die Kulturstiftung wiederzubeleben.

Rexforth ist sich in dieser Sache sicher, dass zum nächsten Halbjahr schon wieder mit den ersten Angeboten in Schermbeck aufgewartet werden kann.

Neujahrsempfang CDU Schermbeck mit NRW Ministerin Heinen-Esser

Gemeinschaftlich auf den Weg machen

Am Ende bedankte sich Rexforth bei allen Ehrenamtlichen, die sich in und für Schermbeck einsetzen. Ebenso bei Ulrich Stiemer für den fünften gemeinsamen Neujahrsempfang. „Danke dafür, dass du immer noch an meiner Seite stehst. Ich wünsche mir, dass wir uns auch 2020 gemeinschaftlich auf den Weg machen und schauen, wie wir gemeinsam Schermbeck weiterentwickeln können“.

Für den musikalischen Rahmen an diesem Abend sorgte Peter Apfelbeck und seine Frau Gaby. Der Musiker ist kein Unbekannte in Schermbeck. Als ehemaliger Lehrer vor 25 Jahren an der Gesamtschule habe er, wie Uli Stiemer sagte, Spuren in Schermbeck hinterlassen.

Petra Bosse

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