Die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Franke hielt am Volkstrauertag die Ansprache

Zum ersten Mal habe ich die Gelegenheit, an einem Volkstrauertag zu sprechen, Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, mich bei den beteiligten Vereinen und Personen zu bedanken.

Der Schützenverein Damm 1698 nimmt eine maßgebliche Rolle im Gedenken der in den beiden Weltkriegen getöteten Menschen ein. Das Ehrenmal Damm gibt Zeugnis über die Schreckensjahre der Kriege.

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Die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Franke hielt eine Ansprache am Dammer Ehrenmal. Foto: Helmut Scheffler

Wie kann man vom Frieden träumen, wenn man Krieg kennt? Mit dieser Frage sind viele Menschen auf der Welt konfrontiert. Es waren und sind nicht nur der 1. und 2. Weltkrieg, die auffordern zum Erinnern und zum Gedenken.

Der heutige Volkstrauertag ist keine Traditionsveranstaltung, sondern steht für Gedenken, Erinnern und Mahnen. Er muss für alle als Mahnung verstanden werden. Die unzähligen Kriegstoten, Ehrenmale und Kriegsgräberanlagen müssen als Pflicht zur Verständigung verstanden werden.

Seit Jahrzehnten tobt in Uganda der längste Krieg Afrikas und ein unvorstellbares systematisches Morden findet statt. Dabei werden Kinder zum Töten auch ihrer eigenen Familienangehörigen gezwungen und einem Volk werden so über Generationen hinweg Lebensgrundlage und Zukunft genommen.

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Schützenpräsident Bernd Abel (vorne 2.v.r.) begrüßte die Teilnehmer am Gedenken des Volkstrauertages. Foto: Helmut Scheffler

Auch in Europa leben wir nicht mehr im Frieden, wenn wir nach Tschetschenien blicken oder nur 30 Jahre zurück zum Kosovo schauen. Von der Situation unmittelbar „vor unserer Haustür“ im Nahen Osten, in Israel und Palästina, im Irak oder in Afghanistan oder in anderen Teilen der Welt ganz zu schweigen.

Der heutige Volkstrauertag richtet vor diesem Hintergrund wie in jedem Jahr den Blick auf die Opfer des Nationalsozialismus und die Toten der beiden Weltkriege. Seit Jahren begehen wir in wieder als Tag der Trauer mit den Hinterbliebenen der Opfer von Krieg und Gewalt, aber auch als einen Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. Deshalb blicken wir heute zurück auf das vergangene Jahrhundert, das durch die Opfer und die Auswirkungen der b eiden Kriege gekennzeichnet war.

Vor über 100 Jahren begann der 1. Weltkrieg, an dessen Ende 10 Mio. Tote zu beklagen waren und über 21 Mio. zu Kriegsbeschädigten wurde.

Über 80 Jahre ist es her, dass mit dem verbrecherischen Überfall auf Polen der 2. Weltkrieg begann. Die unfassbare Bilanz nach den 2077 Tagen dieses mörderichsten aller Kriege und der menschenverachtenden Nazi- Gewaltherrschaft ist noch heute beispiellos. Über 55 Mio Tote, darunter allein 6 Mio. Juden, die in den Konzentrationslagern- und Vernichtungslagern ums Leben kamen, und fast 25 Mio. Kriegsversehrte.

Der 8. Mai 1945, der Tag des Kriegsendes, bedeuteten für viele Nationen den Aufbruch zum Frieden. Dies galt aber nicht für alle, denn mit dem Kriegsende entstanden zugleich neue Konfliktherde, neue Diktaturen und auch neues Unrecht, desen Folgen wir noch heute spüren. Mehr als 170 neue Kriege hat es seitdem gegeben und es verging kein Tag, an dem nicht irgendwo auf der Welt Krieg geführt wurde, an dem Menschen unter Gewalt und Terror leiden mussten und dadurch zu Tode kamen. (Fortsetzung folgt)

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.