IGA 2027, Naturpark Hohe Mark, Hochwasserschutz: Vielseitige Themen in der letzten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses
Am Mittwoch, 29. November 2017, kam der Umwelt- und Planungsausschuss zum letzten Mal in diesem Jahr im Kreishaus in Wesel zusammen. Der Ausschuss wartete wieder einmal mit einer abwechslungsreichen Tagesordnung auf.

Mit großem Interesse verfolgten die Ausschussmitglieder der Kreisverwaltung einen Bericht zu aktuellen Projekten des Regionalverbands Ruhr, vorgestellt von Nina Frense, Beigeordnete im Bereich Umwelt, und Thomas Kämmerling, Betriebsleiter RVR Ruhr Grün. Besonders im Fokus stand in diesem Zusammengang die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027. Die dezentral im gesamten RVR-Gebiet geplante IGA wird sechs Schwerpunktstandorte aufweisen, zu denen die in Dinslaken und Voerde gelegene Emscheraue zählen wird. Das Besondere ist, dass unter dem Slogan „Unser Garten“ auch auf kommunaler Ebene Projekte geplant sind. So kommen weitere dezentrale Projekte, zum Beispiel in Kamp-Lintfort, Xanten und Moers hinzu. Durch die IGA könne die Metropole Ruhr, und damit auch der Kreis Wesel mit internationalem Fokus ein modernisiertes Image nach außen transportieren, so Nina Frense. Dabei solle auch die Zusammenarbeit der Städte und Kommunen im Verbandsgebiet im Vordergrund stehen. An der Emschermündung soll bis zum Jahr 2027 und darüber hinaus einiges passieren: Die Emscher wird renaturiert und in einer neuen Mündungsaue in den Rhein geleitet. Weiterhin sind Klima- und Wasserrundwege und ein Panoramasteg geplant.

Arnd Cappell-Höpken (CDU) merkte an, dass sich in einem Imagefilm des RVR der Kreis Wesel mit seiner Landwirtschaft und seinem Tourismus nicht wiederfinde. „Das ist uns bekannt und wurde auch bereits angesprochen. Der Imagefilm soll in diese Richtung weiterentwickelt werden“, betonte Nina Frense.

Naturpark Hohe Mark wächst

Geschäftsführerin Dagmar Beckmann referierte über die Bedeutung des Naturparks Hohe Mark – Westmünsterland und die geplanten Erweiterungen. „Wir sind Natur“, brachte es Beckmann auf den Punkt. „Die Erweiterung hat auch einen positiven Effekt auf den Kreis Wesel. Wir sind optimistisch, dass die Erweiterungen Mitte 2018 realisiert werden können.“

Vorbehaltlich des Kreistagsbeschlusses sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig für eine flächenmäßige Erweiterung des Naturparks Hohe Mark – Westmünsterland aus. Nach einem positiven Beschluss könnte beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen ein Antrag auf Erweiterung gestellt werden. Durch die Flächenerweiterung erhoffen sich die Gremien einen Imagegewinn für den Naturpark sowie neue Möglichkeiten, Fördergelder zur Umsetzung von Projekten und Veranstaltungen zu erschließen.

Durch die Erweiterung kann sich der Naturpark von einem bisher durch größere Waldgebiete geprägten Bereich zum einem vielfältig ausgestatteten Kulturlandschaftsraum weiterentwickeln. Beispielsweise wäre auf dem Stadtgebiet Hamminkeln eine durchgängige Einbeziehung der Bruchlandschaft der Issel mit den bedeutsamen Kulturlandschaftsbereichen von Ringenberg und Wertherbruch sowie über die Stadt Isselburg eine Anknüpfung an die Niederlande möglich.

Der Rat der Stadt Hamminkeln und der Rat der Gemeinde Hünxe haben sich nach einer Abstimmung für eine Erweiterung auf das gesamte Stadtgebiet ausgesprochen, gleiches ist bei dem Rat der Stadt Dinslaken im Bereich Lohberg der Fall. Auf dem Gebiet der Stadt Wesel gab es jedoch keine Mehrheit im Rat für eine Erweiterung.

„Wir als Verwaltung finden es natürlich schade, dass die Stadt Wesel sich dagegen ausgesprochen hat“, sagte Vorstandsmitglied Helmut Czichy. „Möglicherweise ändert sich das nochmal, wenn der Name angepasst wird. Wichtig ist, gemeinsame Kernpunkte zu finden. Uns liegt viel daran, dass Engagement fortzusetzen und die bereits erfolgreiche Arbeit weiterzuführen.“

Auch Udo Bovenkerk (CDU) fand: „Wir sehen uns als Niederrheiner, und haben daher etwas Probleme mit dem Namen Westmünsterland.“ Dagmar Beckmann ergänzte, dass das Vorhaben bestehe, wieder zum alten Namen „Naturpark Hohe Mark“ zurückzukehren.

Neuorganisation des Issel-Hochwasserschutzes in Sicht

Thema war im Ausschuss auch das Hochwasserschutzkonzept Issel. Die Kreisverwaltung verwies auf eine Pressemitteilung der Bezirksregierung Düsseldorf: Am 27. November 2017 fand auf Einladung der Bezirksregierung Düsseldorf im Kreishaus in Borken eine Informationsveranstaltung für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aller Kommunen im Einzugsgebiet der Issel statt. „Vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Räte sprachen sie sich einhellig dafür aus, einen kommunalen Zweckverband zu gründen, der in intensiver Zusammenarbeit mit den Isselverbänden das Hochwasserschutzkonzept umsetzen soll. Im ersten Quartal 2018, so der Zeitplan, sollen sich Bezirksregierung, Verwaltungsspitzen und Vertreter der Isselverbände in dieser Angelegenheit an einen Tisch setzen“, heißt es in der Pressemitteilung.

TEILEN
Vorheriger ArtikelDie Flüchtlinge unter uns – wer sind sie?
Nächster ArtikelExperten befassten sich mit dem Gahlener Umwelt-Skandal
Heimatreporter

Unter der Artikel-Kennzeichnung „Heimatreporter“ postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck.
Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks „Radio Kreis Wesel“, darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des „Schermbecker Schaufenster“. Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den „Rheinland-Taler“ des Landschaftsverbandes Rheinland.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here