Das Trinkwasser aus dem Rohr in Schermbeck und Umgebung ist besser als sein Ruf

Laut Untersuchungen des VSR-Gewässerschutzes sollen Nitratwerte im Brunnenwasser mit 124 mg/l in Kirchhellen festgestellt worden sein. Weitere stark belastete Brunnen fanden die Umweltschützer in Holsterhausen mit 72 Milligramm pro Liter (mg/l), in Hervest mit 68 mg/l, in Altschermbeck mit 67 mg/l und in Schermbeck mit 66 mg/l.

Diese Meldung verunsichert die Menschen. Es gibt aber keinen Grund zur Sorge, denn mit Blick auf das Trinkwasser kann Entwarnung gegeben werden: Das Trinkwasser in Dorsten entspricht höchstem Standard.

Während das Grund- und Brunnenwasser in vielen Teilen von NRW häufig stärker mit Nitrat belastet ist, habe laut Umweltbundesamt das auf unser Trinkwasser in der Region bisher keine gefährlichen Auswirkungen.

Trinkwasser niedrige Nitratwerte Schermbeck

Das Trinkwasser in Dorsten, Kirchhellen, Bottrop, Gladbeck, Oberhausen, Schermbeck und Erle ist hervorragend. Der Grund: Es hat laut regelmäßigen Untersuchung und der Trinkwasserdaten 2020 laut RWW einen niedrigen Nitratwerte von 12,3 mg/L. EU-weit geltende Nitrat-Grenzwert liegen bei 50 mg/L. Die Wasserqualität wird in Dorsten durch die Stadtwerke in durchgehenden Wasseruntersuchungen regelmäßig streng geprüft. 

Aufgearbeitet wird das Wasser im Wasserwerk Holsterhausen. Von dort aus wird es in die Haushalte weitergeleitet.

Das hiesige Trinkwasser kommt im nördlichen Teil des Versorgungsgebietes aus einem der größten und regional bedeutsamsten Grundwasserreservoirs Nordrhein-Westfalens.

Meersandablagerung aus der Kreidezeit

Das in Dorsten-Holsterhausen und zwei kleineren Grundwasserwerken im Rekener und Velener Raum gewonnene Trinkwasser stammt aus den „Halterner Sanden“, einer im westlichen Münsterland verbreiteten, großflächigen Meersandablagerung aus der Kreidezeit.

20.000 Hydranten

Insgesamt verbindet ein 3.000 km langes RWW Rohrnetz die Wasserwerke mit Haushalten und Unternehmen. Darüber hinaus sind rund 20.000 Hydranten über unsere Region verteilt. Sie dienen dazu, das Rohrnetz zu spülen – was regelmäßig erforderlich ist – und können im Bedarfsfall auch von der Feuerwehr genutzt werden.

Bereits bei Aufnahme der Wasserförderung im Jahre 1927 hatten erste Analysen ergeben, dass das im Werk Holsterhausen geförderte Wasser ein außerordentlich hohes Alter besaß, von appetitlich frischem Geschmack, absolut keimfrei und von hervorragender Trinkwasserqualität war. Lediglich der erhöhte Eisengehalt des Grundwassers machte damals wie heute eine Aufbereitung erforderlich.

Durch eine einfache Belüftung und anschließende Kiesfiltration wird der störende Eisengehalt entfernt. Das Resultat ist ein Trinkwasser erster Güte, das ohne Chlorzusätze in das Versorgungsnetz eingespeist werden kann. (Quelle RWW).

Grenzwert liegt bei 50 mg/L

Das Trinkwasser vom RWW in unserer Region, Härtegrad mittel, hat in allen Bereichen gute bis fast sehr gute Werte. Ebenso, was die Nitratwerte anbelangt: So liegen die Nitratwerte in Raesfeld-Erle, und Schermbeck bei 11,2 mg/l. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert liegt bei 50 mg/l.

Im Vergleich dazu liegt der Nitratwert in Wesel (Stadtwerke Wesel) bei 22,1 mg/L, in Gescher-Hochmoor und Velen bei 24,8, in Mühlheim bei 9,0 mg/L sowie in Bottrop ebenfalls bei 11,2 mg/L und in Düsseldorf (Stadtwerke Düsseldorf) bei 17,5 mg/L. Weniger Nitrat gibt es im Trinkwasser Raesfeld der Stadtwerke Borken von 2,5-4,5 mg/L.

Ebenfalls nicht nachgewiesen sind laut Tabelle vom RWW Pflanzenschutzmittel (Pestizide) und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Das Leitungswasser in Deutschland gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Das bestätigt Öko-Warentest in seiner Ausgabe vom 12.12.2019. Und auch Stiftung Warentest teilt diese Meinung. „Gekauftes Mineralwasser in Flaschen ist nicht besser als Leitungswasser“ Zu diesem Ergebnis kam die Stiftung Warentest in ihrem neuesten Test. Demnach enthält Leitungswasser oft mehr Mineralstoffe und weniger ungesunde Rückstände.

Laut Stiftung Warentest vom 29. Juni 2019 wurden insgesamt 126 Stoffe bei Trink­wasser­proben untersucht. Die Grenz­werte der Trink­wasser­ver­ordnung – ob für Nitrat, Uran oder Arsen – wurden bei allen Proben einge­halten.

Und wer Leitungswasser aus dem Rohr, statt aus der Plastikflasche trink spart nicht nur Geld, sondern tut auch für die Umwelt.

Darüber hinaus hinterlassen Plastikflaschen durch den Abbauteile des Kunststoffs Spuren im Wasser. Die Universität Frankfurt hat in einer Studie z.B. nachgewiesen, dass Mineralwasser aus Plastikflaschen mit hormonell wirksamen Substanzen belastet ist.

Alle Werte auf einen Blick

Petra Bosse

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