Torben Scholten startete das Projekt „Das Bestener Landei“ mit rund 300 Hühnern.

Glückliche Hühner – Am Brackenberg leben Hühner in einem mobilen Stall.

Wer im kleinen roten Gartenhaus der Familie Scholten am Bestener Brackenberg Eier kauft, der braucht sich keine Gedanken darüber zu machen, ob diese Eier vielleicht unter Missachtung des Tierschutzes in viel zu kleinen Käfigen produziert wurden.

Während man nämlich die Eier einpackt und das Häuschen verlässt, laufen einen Steinwurf weiter putzmuntere Hühner über eine Wiese, als freuten sie sich darauf, das nächste Ei für das Projekt „Das Bestener Landei“ zu legen.

Der Bestener Junglandwirt Torben Scholten (Mitte) hat sich für die Hühnerhaltung im mobilen Hühnerhaus (im Hintergrund) entschieden. Britt und Bettina Scholten (v.l.) unterstützen ihn ebenso dabei wie Thorsten Scholten (2.v.r.) und Maya Wisselink (r.). Foto: Helmut Scheffler

Ihre Eier legen diese Hühner in einem, mobilen Hühnerstall, der etwa 14 Tage lang an einer Stelle bleibt und dann, wenn das gewachsene Grünfutter zur Neige geht, ein Stück weiter gezogen wird, wo die Hühner wieder frisches Grünfutter finden. Außerdem wird so verhindert, das bei einer dauerhaften Nutzung die Grasnarbe zerstört wird. Selbst in direkter Umgebung des Hühnermobils bleibt das Grün dauerhaft erhalten.

Die Idee für diese mobile Hühnerhaltung hatte Torben Scholten im vergangenen Herbst, als er im letzten Jahr seiner Ausbildung zum Landwirt in einem Hamminkelner Betrieb beschäftigt war. Im Rahmen seiner Ausbildung hatte er diese Form der Geflügelhaltung kennen gelernt, die in Deutschland besonders intensiv zwischen den beiden Weltkriegen praktiziert wurde, als die Nahrungsmittel knapp waren.

Damals wurden die Hühner in mobilen Wagen auf die Stoppelfelder gebracht, um die Getreidekörner zu fressen, die bei der Ernte auf den Feldern liegen blieben. Auch außerhalb der Zeit der Getreideernte setzte man die mobilen Hühnerwagen auf Grünlandflächen ein.

300 Hühner

Bei der Familie Scholten bleibt der mobile Hühnerwagen auf den Grünflächen. Spätestens um fünf Uhr in der Frühe geht die über Solarstrom gespeiste Innenbeleuchtung an.

Dann wachen die mehr als 300 Hühner, die während der Nacht auf Stangen saßen, auf und gehen zu ihren Legenestern, um ein Ei zu legen. Durch eine Bodenklappe, die per Zeitschaltuhr geöffnet wird, gelangen die Hühner ins Freie, wo sie bis zum Abend bleiben, um bei Einbruch der Dunkelheit wieder in den beleuchteten Wagen zurückzukehren.

Wohl der Tiere

Tagsüber teilen sich die Hühner die Wiese mit fünf Zwergziegen, die dafür sorgen, dass Habicht, Bussard und Co. die Hühner nicht angreifen. Um die Hühner vor Füchsen zu schützen, wurde der umgrenzende Zaun etwa 20 Zentimeter tief ins Erdreich gesteckt.

„Ich möchte zeigen, das Landwirte nicht, wie so oft behauptet, nur an den Profit denken und nicht an das Wohl der Tiere“, begründet Torben Scholten seine Entscheidung für die Freilandhaltung der Hühner über einen mobilen Hühnerwagen und fügt hinzu „mir als Landwirt ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht.“ Die Hühner können durch die mobile Hühnerhaltung ganzjährig die frische Luft genießen und erleben zugleich den Wechsel der Jahreszeiten mit.

Kartoffeln, Honig und Marmeladen

Nun hofft Torben Scholten, der von seinen Eltern Thorsten und Bettina, von seiner Schwester Britt und von seiner Freundin Maya unterstützt wird, dass sich seine Begeisterung für die Freilandhaltung auf die Konsumenten überträgt und die produzierten Eier verkauft werden können. Damit Interessenten nicht nur der Eier wegen die Fahrt bis zum Brackenberg unternehmen müssen, werden in dem genannten Verkaufshäuschen auch Kartoffeln, Honig und Marmeladen angeboten.

In der nächsten Zeit sollen Hinweisschilder so angebracht werden, dass die Kunden leichter den Weg zum mobilen Hühnerhaus und zum Verkaufshäuschen finden, das 24 Stunden am Tag geöffnet ist. H.Scheffler

Vorheriger ArtikelSommer-Radtour der SPD Hünxe
Nächster ArtikelCharlotte Quik unterstützt Sommerton-Festival 2018
Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here