Thomas Heiske zu: Ausrufung des Klimanotstandes

Presseerklärung zum Antrag der SPD-Fraktion „Ausrufung des Klimanotstandes in Schermbeck“

Dass ein Ertrinkender nach dem letzten Strohhalm greift, ist ein oft bemühtes Bild. Dass aber eine Partei nach einem welken grünen Grashalm greifen muss, dokumentiert echte Verzweiflung. Nicht anders muss man den SPD-Antrag „Klimanotstand“ wohl bewerten. Es ist der genauso verzweifelte wie untaugliche Versuch, nach dem entgleisten Schulz-Zug nun auf die Greta-Bimmelbahn aufzuspringen.

Der SPD-Antrag hat keinerlei Substanz, ist vollkommen inkonkret und nicht geeignet, zielführende Maßnahmen einzuleiten.

Nein, ich werde den Klimawandel aus zwei Gründen nicht leugnen: Zum einen hat es Klimawandel in der Erdgeschichte immer gegeben und es wird ihn auch immer geben. Zum anderen läuft jeder, der sich kritischer mit der Thematik befasst als Rezo, in die Gefahr, geteert und anschließend verbrannt zu werden (und das ist wirklich äußerst umweltschädlich!).

In der Gemeinde Schermbeck kann man über einiges diskutieren, aber sicherlich nicht über einen angeblichen „Klimanotstand“. Bei uns wird bereits sehr viel Energie gewonnen aus natürlichen Quellen, in Schermbeck befindet sich ein großes Photovoltaik-Feld, viele kleinere Photovoltaik-Dachanlagen, ein Dutzend Windkraftanlagen, eine Biogasanlage etc.. Wenn es gelänge, diese Energie so zu speichern, dass Sie jederzeit verfügbar wäre, wäre Schermbeck energetisch autonom.

Insoweit ist der Antrag der SPD-Fraktion unverständlich. Vielleicht würde es helfen, wenn konkrete Maßnahmen gefordert werden – will die SPD das? Ich gebe mal einige Anregungen:

  1. Will die SPD für die Zukunft fordern, dass kein neues Bauland mehr erschlossen wird? Denn die Erschließung von Bauland bedeutet stets einen massiven Eingriff in die hiesige Natur und gerade unsere Wälder und die hiesige Naturlandschaft sind ein herausragendes Merkmal unserer Gemeinde.
  2. Will die SPD vielleicht fordern, dass in zukünftigen Bebauungsplänen/Gestaltungssatzungen aufgenommen wird, dass Steinwüsten als Vorgärten nicht mehr zulässig sind? In der letzten Zeit sieht man sehr häufig Vorgärten, die einer Art Mondlandschaft gleichen; wie sollen Bienen oder andere nützliche Insekten hier ihre Nahrung finden?
  3. Will die SPD unter Umständen fordern, dass die Internet-Nutzung in öffentlichen Gebäuden, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung/Rathaus auf ein absolutes Minimum reduziert wird? Die Energie, die für den Betrieb des Internets erforderlich ist, ist bekanntermaßen immens, hier gibt es zweifelsfrei großes Einsparpotenzial.
  4. Möchte die SPD-Fraktion unter Umständen beantragen, dass der den Ort tangierende öffentliche Personennahverkehr nur noch von E-angetriebenen Fahrzeugen betrieben wird (Selbst dann, wenn dadurch das eigentliche Problem der Schadstoffemissionen nur verlagert wird, wie man aus zahlreichen Berichten wissen könnte, die sich mit der Frage beschäftigen, mit welchen Materialien die Antriebsbatterien hergestellt werden und wo sie produziert werden)?

Liebe SPD: Seit 1998 war die SPD – mit einer Ausnahme von vier Jahren – an der Bundesregierung beteiligt. Dass sie das Thema „Klima“ nunmehr für sich entdeckt hat, macht die Partei noch unglaubwürdiger bei den Bürgern und beschleunigt den Untergang.

gez. Thomas M. Heiske