In der Ludgeruskirche wurde eine indische Messe gefeiert
Schermbeck Eine Tänzerin, die durch den Mittelgang die Messdiener und den Zelebranten anführt und zum Altar geleitet, kriegt man in der Ludgeruskirche nicht alle Tage zu sehen.
Die Szene war Teil einer indischen Messe, die am Sonntag von Pastor Xavier Muppala im lateinischen Ritus mit indischen Symbolen und Gesten gefeiert wurde, um den Schermbecker Gottesdienst-Besuchern einmal zu zeigen, wie in seiner Heimat Indien Gottesdienste gestaltet werden. Mitgestalter der Messe waren Diakon Ekkehard Liesmann, der indische Pastor Johnson, indische Schwestern verschiedener Kongregationen aus Brühl, Gladbeck, Wesel, Haltern und Stadtlohn sowie der vom Kirchenmusiker Josef Breuer geleitete Chor „da capo“.
„Die gezeigten Symbole und Gesten gehören nicht zu einer besonderen Religion“, berichtete Pastor Muppala, „sondern zur Kultur und zu den Traditionen Indiens.“ Diese liturgische Form der Feier sei von der katholischen Bischofskonferenz in Indien bestätigt worden.
Wesentliche Kennzeichen einer indischen Messe sind „Arati“-Handlungen, worunter man Formen der Ehrerbietung versteht, und der Versöhnungsritus, um die Harmonie mit dem Universum, die Geschwisterlichkeit mit den Brüdern und Schwestern sowie den Frieden mit der eigenen Person und mit Gott zu erfahren.
Eine besondere Rolle spielten während des Gottesdienstes das Anzünden von Kerzen auf einem Leuchter, die doppelte Verehrung der Bibel sowie eine Opferprozession, bei der zusammen mit Brot, Wein und anderen Opfergaben acht Blumen zum Altar gebracht wurden. Die acht Blumen sollten die acht Himmelsrichtungen der indischen Tradition und dadurch die Gesamtheit des Weltalls symbolisieren. Eine Reihe von Liedern wurden von den Schwestern in indischer Sprache gesungen.

Eine Tänzerin geleitete die Messdiener und Zelebranten zum Altar der Ludgeruskirche. Foto: Helmut Scheffler
Eine Tänzerin geleitete die Messdiener und Zelebranten zum Altar der Ludgeruskirche. Foto: Helmut Scheffler

Die Kollekte war bestimmt für den geplanten Bau einer Kirche im indischen Dorf Agraharam. Das Dorf gehört zur Gemeinde Ponugudu, der Heimatgemeinde Pastor Muppalas. Die dort lebenden 100 katholischen Familien brauchen eine Kirche um dort miteinander beten zu können. Das bisherige Gotteshaus ist sehr alt und nicht mehr vor Regenwasser geschützt. Etwa 25 000 Euro werden für den Neubau benötigt. H.Sch.

Xavier Muppala

Indische Messe

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