In einem offenen Brief an den Landrat des Kreises Wesel Ingo Brohl, fordert die SPD-Fraktion, dass die Impfstandorte Wesel und Moers erhalten bleiben

Diese seien für die Bekämpfung der Pandemie unverzichtbar! Dies zeige auch die, im Vergleich zu anderen Kommunen und Kreisen, hohe Impfquote im Kreis Wesel.

Wir sind der Ansicht, dass die von der Landesregierung geplante Schließung der Impfzentren zum 30.09.2021 aus den o.g. Gründen ebenso fahrlässig wie verfrüht ist und unbedingt verhindert werden muss. Wir bitten Sie daher, mit der Landesregierung Kontakt aufzunehmen und sich aktiv für den Erhalt beider Impfstandorte im Kreis Wesel über den 30. September 2021 hinaus einzusetzen.

Die Begründung

Dieser Erfolg sei nicht zuletzt auch der guten und richtigen Entscheidung des Kreises Wesel geschuldet, zwei Impfstandorte mit guter Erreichbarkeit links und rechts des Rheins einzurichten. Mit den beiden Impfzentren gibt es verlässliche Strukturen, die sowohl personell als auch infrastrukturell in der Lage sind, täglich große Mengen an Impfdosen an zu verabreichen. Die Impfzentren sind aufgrund ihrer Zentralität und leichten Zugänglichkeit Anlaufort für Menschen aller Bevölkerungsschichten und -gruppen und bieten dadurch auch Bürgerinnen und Bürgern aus schwierigem sozioökonomischen Umfeld oder mit mangelnder hausärztlicher Versorgung ein niedrigschwelliges Angebot.

Falsches Signal an die Bevölkerung

Diesen Erfolg auf den letzten Metern durch eine verfrühte Schließung der Impfzentren zu gefährden, ist unseres Erachtens äußerst fahrlässig. Zudem sendet die geplante Schließung der Impfzentren Ende September 2021 ein grundsätzlich falsches Signal an die Bevölkerung, denn sie suggeriert ein trügerisches Gefühl der Sicherheit.

Die Pandemie ist jedoch, trotz vieler positiver Entwicklungen der letzten Wochen, längst noch
nicht vorbei; das aktuelle Ansteigen der Fallzahlen spricht für sich.
Die Delta-Variante verbreitet sich z.Z. rasend schnell und auch mit der Entstehung weiterer Mutationen ist vor dem Hintergrund weltweit erneut stark steigender Infektionszahlen zu rechen.
Um Mutationsbildungen zu verhindern und gleichzeitig die sogenannte „Herdenimmunität“ zu erreichen, bedarf es daher möglichst schnell einer hohen Impfquote. Ebenso stehen wahrscheinlich in Kürze die ersten Auffrischungsimpfungen an, entsprechende Zulassungsanträge der Impfstoffhersteller werden derzeit geprüft.
In einer solchen Gemengelage die bereits vorhandenen, gut etablierten und weitestgehend reibungslos funktionierenden Impfzentren zu schließen, widerspricht vorausschauendem Handeln. Wer sich an die schwierige Anlaufphase bei der Einrichtung der Impfzentren erinnert, muss damit rechnen, dass auch deren Reaktivierung nicht reibungslos von statten gehen kann und erneut hohe Zusatzkosten verursachen wird.

Einmal zerschlagene Strukturen lassen sich nur sehr schwer wieder reaktivieren.
Prägnantes Beispiel hierfür ist die Personalausstattung. Die meisten der jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Impfzentren stehen in einem befristeten Arbeitsverhältnis und müssten schon bald mit der Suche nach einer Folgebeschäftigung beginnen, um rechtzeitig zum Oktober 2021 eine neue Arbeitsperspektive zu haben.

Dieses Personal wäre bei einer späteren Reaktivierung der Impfzentren bereits anderweitig vertraglich gebunden und nicht mehr verfügbar. Sollte also nach der Schließung der Impfzentren der zu erwartende Fall eintreten, dass die notwendige Impfquote durch die Haus-, Fach- sowie Betriebsärztinnen und -ärzte nicht erbracht werden kann, ist eine kurzfristige Reaktivierung der Impfzentrum-Strukturen schon deshalb sehr schwer zu realisieren, weil das benötigte Personal nicht mehr verfügbar ist.


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