Schermbecker Gesamtschüler erstellten den Schermbeck.Podcast

Von den häufig zitierten Gefahrenpotenzialen, die von Smartphones in den Händen von Kindern und Jugendlichen ausgehen sollen, war in der Gesamtschule nichts zu bemerken.
Ganz im Gegenteil: Mit dieser Mischung aus Mobiltelefon und Computer haben Jungen und Mädchen verschiedener Jahrgänge in den letzten Monaten wertvolle Beiträge zum Heimatraum Schermbeck erstellt und in einer Hör-Bibliothek zusammengefasst.

Über die Startseite Homepage www.wir-sind-Schermbeck.de gelangt man beim Anklicken des rot markierten Ausdrucks „Schermbeck für die Ohren“ zum Audio-Podcast mit der Sammlung aller bisherigen Hör-Beispiele.

Schermbeck.Podcast
Nina Becks, Ivana Eisenhuth, Alexandra Stauch, Manuel Nino Herholz, Dr. Jana Magdanz, Finn Jungenkrüger, Julia Schröder, Anita Hußmann, Jasmin Jawanda und Maren Becker (v.l.) stellten gestern die Ergebnisse ihres Workshops „Schermbeck.Podcast“ vor. Foto: Helmut Scheffler

Die Idee für die Erstellung eines Audio-Podcast mit Schermbecker Inhalten trug Dr. Jana Magdanz vor den Sommerferien als Vorstandsmitglied an den Gemeindemarketingverein „Wir sind Schermbeck“ heran. Ihr Vorstandskollege Friedhelm Koch setzte sich mit der Gesamtschule in Verbindung, wo er sogleich offene Ohren für das Projekt fand und sich der Didaktische Leiter Peter Grotendorst bereit erklärte, organisatorische Hilfestellung seitens der Schule zu geben.

KiRa-Kanal

Als es Dagmar Beckmann, der Geschäftsführerin des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland gelungen war, beim Landschaftsverband Rheinland die benötigten Finanzmittel zu bekommen, startete die Diplom-Journalistin Dr. Jana Magdanz ihre Arbeit mit den Gesamtschülern. Sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten im Rahmen ihrer Arbeit im Kinderradio „KiRa-Kanal“ wertvolle Erfahrungen für die Förderung der Kreativität von Kindern und Jugendlichen sammeln können.

Den ersten Teil des Audio-Podcast erarbeitete Dr. Magdanz mit Fünft- und Sechstklässlern, die eine entsprechende Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Stundentafel belegt hatten. Dreizehn Mädchen und ein Junge trafen sich wöchentlich zwei Stunden, um sich mit der Herstellung eines medialen Produktes zu beschäftigen.

Viel Technik beim Umgang mit Smartphone, Computer und passenden Schnittprogrammen stand an; Rechtsgrundlagen für das, was man wiedergeben darf, wurden erklärt, und die Art und Weise, wie man ein Interview führen sollte, mussten die Kinder erlernen, bevor insgesamt 16 Podcasts erstellt werden konnten.

In Zweier- oder Dreiergruppen haben die Kinder ihre geplanten Interviews selbstständig vorbereitet, durchgeführt und schließlich für den Schermbeck.Podcast zusammengefasst. So entstanden ein Interview mit Bürgermeister Mike Rexforth über Spielmöglichkeiten in Schermbeck und Gespräche über die drei Schermbecker Wassermühlen ebenso wie Hör-Porträts des Dammer Strommuseums, der Uefter Mark, des Dämmerwaldes und der Loosenberge im Ortsteil Damm.

Wolfgang Lensing stellte das Fest „Schöne, alte Weihnachtszeit“ vor. Als gemeindliche Tourismus-Fachwirtin antwortete Birgit Lensing auf die Fragen der Kinder nach dem Gourmetfest „Schermbeck genießen“. Adrian Dahlke bat seinen Vater, die Geologie des Schermbecker Raumes zu erläutern, und Karl Göderz, der Vorsitzende des Hegerings Schermbeck, plauderte mit den Kindern über die heimische Tierwelt in den Feldern und Wäldern.

Im neuen Jahr startete Dr. Magdanz eine neue Runde, diesmal mit Oberstufenschülern, die sich freiwillig für einen Workshop außerhalb des normalen Unterrichts gemeldet hatten. Mit dem Auftrag, sich Gedanken über ihre Lieblingsorte in Schermbeck zu machen, wurde die Arbeit begonnen.

Auf der Suche nach schönen, erholsamen oder gar mystisch angehauchten Orten wurden die Teilnehmer schnell fündig und die Suche nach Gesprächspartnern bot keine großen Schwierigkeiten. Als Beispiel für einen Podcast wurde gestern das Interview mit dem Dammer Turmvereinsvorsitzenden Ernst-Hermann Göbel vorgestellt. Der 2:48 Minuten lange Beitrag befasst sich mit dem Strommuseum am Dammer Elsenberg.

Wie groß die Bandbreite der heimatkundlichen Inhalte war, zeigt ein Blick auf die ausgewählten Themen. Alexandra Stauch befasste sich mit dem Café Kleinespel-Imping an der historischen Grenze zwischen Rheinland und Westfalen, Nina Becks mit der „Ollen Schüer“ in Gahlen, Jasmin Jawanda mit der Turmstation in Bricht, Madeleine Diederichs mit den Angelteichen im Lichtenhagen, Julia Schröder mit dem Teufelsstein in Weselerwald und Sabrina Nordmann mit dem Leben der Schermbecker in früheren Jahrhunderten.

Einen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinde erstellte Finn Jungenkrüger. Lena Heisterklaus stellte Schermbecker Baumarten vor. Zoe Siegel erfuhr im Gespräch, wie man Fährten den jeweiligen Tieren zuordnen kann. Lea Kenfeld und Alexandra Stauch ließen sich vom Bürgermeister die Aufgaben eines Rathauses erklären. Manuel Herholz lernte im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern beider Kiliangilden manche Interna des Schützenwesens kennen.

Über die Erweiterung ihres Wissens innerhalb der Heimatkunde Schermbecks hinaus haben die Teilnehmer auch Erfahrungen sammeln können, die sie auf ihrem weiteren Lebensweg verwenden können. Das freie Schreiben war für Ivana Eisenhuth eine wichtige Erfahrung, die Möglichkeit der eigenständigen Aufarbeitung eines Themas erschien Jasmin Jawanda bedeutsam. Fast alle waren sich einig, dass Interviews das selbstbewusste Auftreten fördern.

Vorerst endet das Projekt. „Mir fällt es ganz schwer, Lebewohl zu sagen“, bilanzierte gestern Dr. Magdanz ihre Arbeit. Es habe ihr sehr viel Spaß gemacht. Und besonders stolz kann sie sein, dass sie durch diese Art der heimatkundlichen Arbeit eine Domäne der Senioren einer Gemeinde erweitert hat um den Blick auf junge Menschen, von denen vielleicht einige im Geschirr bleiben, um Heimat erlebbar und hörbar zu machen. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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