In der Nacht zum Montag lag auf einer Wiese in Kirchhellen ein totes Shetlandpony.

Kirchhellen. Shetlandpony. Wie heute telefonisch LANUV – Pressesprecher Wilhelm Deitermann auf Nachfrage mitteilte, sei bisher nicht bekannt, dass es im Wolfsgebiet Schermbeck bis heute weitere Risse von Pferden gegeben habe und verwies auf die Falschmeldung vom 1. September aus Gahlen. Dieses sei ausgerissen und konnte wieder eingefangen werden.

Ebenfalls betonte Deitermann, dass es sich bei dem Pony, welches gestern tot auf der Wiese in Kirchhellen gefunden wurde, erst nur um Spekulationen handele, ob es sich hierbei überhaupt um einen Wolfsriss handelt.

Die Besitzer sind sich sicher: Das war der Wolf (wir berichteten).

Eine DNA-Analyse könne dies bestätigen. Wolfsberater seien gestern vor Ort gewesen, um entsprechende Proben zu entnehmen. Bei diesem Rissvorfall sei zu hoffen, dass eine gute Probe entnommen werden konnte, um damit weitere Untersuchungen vorzunehmen.

Shetlandpony geht zur Obduktion

Über die Dauer und wann ein Ergebnis vom Senckenberg Forschungsinstitut vorliegt sagte Deitermann: „Die Aufbereitung der Probe dauert rund zehn Tage, je nachdem, welche Kapazitäten zur Verfügung stehen“.

Das Endergebnis könne dann in drei bis vier Wochen vorliegen. Weitere Erkenntnisse über die Todesursache soll eine Obduktion des zuständigen Chemische und Veterinäruntersuchungsamt bringen. Das Untersuchungsamt prüft im Auftrag des Landes.

Vor Ort wurden Abstrichproben am Tier genommen, die sich auf dem Weg zum Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen befinden, um über die DNA-Spuren sicher feststellen zu lassen, welches Tier für diesen Vorfall verantwortlich ist. Im Umfeld der Weide wurden zudem auf einem Maisacker Trittsiegel und Fährten von einem oder zwei Caniden (biologischer Oberbegriff für Wolf und Hund) festgestellt.

Die Begutachtung und Bewertung dieser Spuren wird gemeinsam mit den Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) vorgenommen. Außerdem wurde das tote Pony zur Obduktion in das zuständige Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münster verbracht um weitere Erkenntnisse über die exakte Todesursache festzustellen.

Die Auswertung der einzelnen Spuren und Erkenntnisse werden nach Vorliegen der Ergebnisse der DNA-Analyse zu einem abschließenden Ergebnis zusammengeführt. Die Aufbereitung der Genprobe im zuständigen Labor wird voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Für weitere Informationen zum Rissvorfall und die daraus folgende abschließende Bewertung muss dieses Ergebnis abgewartet werden.

Schutzmaßnahmen für Pferde

Wie aktuell die konkrete Anforderungen an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen für Pferde sind, darüber gibt es derzeit noch keine konkreten Fördermaßnahmen für Pferdekoppeln oder Ponywiesen/Weiden.

Lediglich verweist der Bund darauf und bezieht sich auf eine Quelle (Torres et al. 2015, Lagos & Barcena 2015, dass Rinder und Pferde auf Grund ihrer Größe und Wehrhaftigkeit für Wölfe keine einfache Beute seien. Zwar komme es in einigen Gegenden Südeuropas im Vergleich zu Nordeuropa häufiger vor, dass Wölfe Rinder und Pferde reißen, allerdings gebe es in diesen Gebieten kaum wilde Huftiere, von denen sich die Wölfe alternativ ernähren könnten.

Deutlich seltener als auf Schafe und Ziegen, seien auch in Deutschland Wolfsübergriffe auf Rinder und Pferde. Deshalb existiere laut Bundesamt für Naturschutz für sie in den einzelnen Bundesländern auch kein vorgeschriebener Mindestschutz, der eingehalten werden müsse, um im Schadensfall Ausgleichszahlungen zu erhalten. Dennoch werden in den Bundesländern, in denen Wolfsübergriffe auf Rinder bestätigt wurden, Schadensausgleichzahlungen vorgenommen.

Fazit: Derzeit gibt es in den Bundesländern für die großen Nutztierarten keine flächendeckende Förderung für Schutzmaßnahmen. Allerdings fördern mehrere Bundesländer, auch für diese Tierarten, lokal begrenzte Schutzmaßnahmen, wenn es zu Übergriffen auf Rinder oder Pferde kam. Diese sollen verhindern, dass Wölfe lernen, sich auf große Nutztiere zu spezialisieren