Schermbecker Gemeinderat beschließt Resolution Wolf und zeigt sich geschlossen

Fast einstimmig, bis auf eine Enthaltung von Klaus Roth (BfB), Enthaltung Timo Gätzschmann und Marc Overkämping, sowie eine Nein Stimme von Manuel Schmidt (DIE PARTEI), sprachen sich alle Ratsmitglieder am Dienstag während der Ratssitzung für eine Entnahme der Schermbecker Wölfin Gloria mit der Kennung GW954f aus.

Zeitgleich gab LANUV ebenfalls am Dienstag bekannt, dass Schermbeck nun ein Rudel Wölfe hat und die besagte Gloria von Wesel Nachwuchs.

Mit ihrer Resolution zur Entnahme der Wölfin Gloria untermauern die Fraktionsmitglieder ihre Position gegen die Wölfin und folgen einem Entwurf/Antrag von Simon Bremer (FDP) vom 10. November mit Unterstützung der CDU-Fraktion.

Problemwolf mit rund 105 Rissen

Die Befürwortung zur Entnahme wird damit begründet, dass die im Schermbecker Wolfsgebiet sesshafte Wölfin Gloria mit der Kennung GW 954 f als Problemwolf betrachtet wird.

In der Resolution wird expliziert darauf verwiesen, dass Gloria seit ihrer offiziellen Ankunft in Oktober 2018 im Schermbecker Wolfsgebiet für zahlreiche Risse von Weidetieren laut Auswertungen im Rahmen des Wolfsmonitorings verantwortlich gemacht werden kann. Nachgewiesen und eindeutig bestätigt sind insgesamt seit ihrer Ankunft in Wolfsgebiet Schermbeck rund 105 Risse.

Auch ordnungsgemäß angelegte und staatlich geförderte Zaunanlagen überwindet sie scheinbar mühelos.

Der Rat der Gemeinde Schermbeck fordert nun die zuständigen Behörden und das Ministerium auf, die Wölfin GW 954f zum Problemwolf zu erklären und ihre Entnahme anzuordnen.

Verhalten ist nicht mehr tragbar

„Es ist an der Zeit, dass sich der Gemeinderat klar dazu bekennt, dass das Verhalten der Wölfin nicht mehr tragbar ist“, so Bremer. „In Schermbeck über den Wolf zu sprechen ist müßig“, findet auch Rainer Gardemann, Fraktionsvorsitzender der CDU. Für ihn sei alleine Gloria eindeutig ein Problemwolf und der Kreis Wesel, sowie alle staatlichen Behörden seien aufgefordert, in dieser Sache Farbe zu bekennen“.

Emotionales Thema

Es gehe hier, da waren sich die Fraktionen einig, auch nur um diesen einen, speziellen Wolf, sprich um die Gloria von Wesel. Für Ulrike Trick von den Grünen gehöre es in dieser Sache dazu, dass alle Behörden, angefangen von NABU bis hin zum Kreis und zur Landesregierung mit einbezogen werden müssen.

Für Manuel Schmidt (DIE PARTEI) sei das ein emotionales Thema. „Wir haben eine Umgebung geschaffen, ein Naturschutzgebiet, welches auch für Wölfe interessant ist und wo sie sich wohlfühlen. Und was für die einen ein Problemwolf ist, ist für die anderen ein sehr cleverer Wolf“, so Schmidt.

Ein Argument, was Simon Bremer nicht überzeugte: „Wie schlau der Wolf dann wirklich ist, sehen wir spätesten dann, wenn er eine Rinderherde vor sich hertreibt und es dabei zu schweren Unfällen kommt“, konterte Bremer.

Bürgermeister Mike Rexforth betonte, dass hier eine Entscheidung zu treffen sicherlich nicht leicht, aber notwendig sei. „Ich verstehe aber auch, wenn jemand anderer Meinung ist“.

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