Freudentränen und Umarmungen gab es im November 1991 beim Wiedersehen der 21 von 28 ehemaligen Schülern, die 1954 aus der Volksschule an der Weseler Straße entlassen wurden. 1956 fand zum letzten Mal ein Treffen statt. Diesmal hatten Gertrud Dahlhaus (-Rademacher) und Anny Offermann (-Posur) eingeladen. In geselliger runde wurden Erinnerungen ausgetauscht an die Lehrer Elisabeth Brüggemann, Klara Wünnenberg und Bruno Loewenau. Größter Ausflug war die fahrt nach Hohenlimburg. Die Ehemaligen erinnerten an die getrennte Unterbringung von evangelischen und katholischen Schülern im Schulgebäude. Die Katholiken unten – die Protestanten oben: Das gab Anlass zu manch unschönem Wortgefecht. Zur Schule von 1954 gehörten die Schläge ebenso wie die Strohhalme als Belohnung für besonderen Fleiß. Wer zehn Strohhalme hatte, bekam ein Heiligenbildchen. Wer nicht zur Christenlehre am Sonntag erschien, musste montags eine Strafarbeit anfertigen. Trotz allen Ernstes blieb Zeit für manchen Spaß. Die Ehemaligen erinnerten an heimliche Liebesbriefe, an den Sturz der Musiklehrerin von der Bank und an den geschwänzten Nachmittagsunterricht, wenn die Kastanien reif waren. H. Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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