Betroffen von der neuen Bedarfsplanung ist neben der Rettungswache Schermbeck auch Xanten.

Kreis Wesel (pd/bos). Der RTW der Feuer- und Rettungswache Wesel soll von Schermbeck nach Wesel verlagert werden und durch die Johanniter Unfall Hilfe ersetzt werden (wir berichteten).

In Xanten soll laut Bedarfsplan der 2. RTW auf zwölf Stunden täglich, statt bisher zehn Stunden montags bis freitags ausgeweitet und die Rettungswache nach Nordwesten verlagert werden.

Dazu fand ein reger Austausch zur Rettungsdienstbedarfsplanung in Rahmen des Marktgesprächs in Xanten am Montag statt.

Viele Bürger beteiligten sich an einem lebendigen Gespräch mit Landrat Dr. Ansgar Müller zur Rettungsdienstbedarfsplanung für den Kreis Wesel.

Mehrere Xantener äußerten ihre Sorge über die mögliche Zusammenlegung der nächtlichen Notarztstandorte von Xanten/Rheinberg/Alpen in Alpen.

Rettungsdienstbedarfsplan Schermbeck
Foto: Kreis Wesel

Landrat Dr. Ansgar Müller erklärte: „Ich schlage dem Kreistag vor, zunächst alles so zu belassen, wie es aktuell ist. Folgt der Kreistag meinem Vorschlag, wird der Notarztstandort auch nachts in Xanten bleiben.“

Die Inanspruchnahme der Notärzte/der Notärztinnen der Standorte Rheinberg und Xanten wird unter Beteiligung der ärztlichen Leitung des Rettungsdienstes evaluiert und die Notarzt-Vorhaltung nach einem Jahr neu bewertet und ggf. angepasst. „Hierbei wird insbesondere auf Doppelalarmierungen geachtet“, ergänzte der Landrat.

Alle Rettungsassistenten werden künftig durch Zusatzqualifikation Notfallsanitäter sein

Er führte weiter aus: „Das wichtigste Rettungsmittel ist der Rettungstransportwagen (RTW) mit den Rettungsassistentinnen und -assistenten – nicht der Notarzt. Nur bei etwa einem Drittel der Notfälle wird der Notarzt zusätzlich alarmiert. Bei zwei Dritteln wird allein der RTW tätig. Überdies werden alle Rettungsassistentinnen/ -assistenten künftig durch eine Zusatzqualifikation Notfallsanitäter sein, sodass die Rettungswagen demnächst ausschließlich mit Notfallsanitäterinnen und -sanitätern besetzt sein werden.“

Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung

Er erklärte den Bürgerinnen und Bürgern außerdem, dass die Vorhaltestunden der RTW durch den neuen Rettungsdienstbedarfsplan im gesamten Kreisgebiet jährlich um 29.515 auf 154.135 Stunden und die der Notärzte um 1.270 auf 55.830 Stunden ausgeweitet werden. „Damit verbessern wir die rettungsdienstliche Versorgung für alle Menschen im Kreis Wesel deutlich.“

Sicherheit von Menschen

„Die Marktgespräche dienen auch dazu, kritische Themen anzusprechen“, betonte der Landrat. „Ich freue mich, dass die Menschen die Gelegenheit nutzen, um mir ihre Sorgen, die ich gut nachvollziehen kann, mitzuteilen. Eine Bedarfsplanung erscheint immer sehr theoretisch, man darf dabei nicht vergessen, dass es um die Sicherheit von Menschen geht.“

Gemeinsam mit Polizeihauptkommissar Bernd Holtermann, Kristin Heuken von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde sowie Jeanette Romich vom Ideen- und Beschwerdemanagement der Kreisverwaltung Wesel stand der Landrat für Fragen und Anregungen der Xantener Bürger zur Verfügung.

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