Rauchfreie Schermbecker Gesamtschule beteiligte sich an einer Aktion zum Welt-Nichtrauchertag
Schermbeck „Lass das Rauchen sein, sonst hast du bald ein halbes Bein!“, schrieb die dreizehnjährige Siebtklässlerin Xelia Hilgert auf einen Anhänger, den sie an ihrem Luftballon befestigte und gestern kurz nach 13 Uhr im Pulk der vielen bunten Luftballons vom Schulhof der Gesamtschule aus in die Luft schickte.
Lass einen los
Mit einem Luftballon-Wettbewerb „Lass einen los“ beteiligten sich etwa 250 Jungen und Mädchen der Gesamtschule zum siebten Male am Welt-Nichtrauchertag (31. Mai), der in diesem Jahr unter dem Motto steht: „Rauchen kostet, Nichtrauchen kostet nichts!“ Die Aktion bildete zugleich den Abschluss einer monatelangen engen Zusammenarbeit zwischen der Gesamtschule und der Weseler Drogenberatung, deren Mitarbeiterin Barbara Lübbehusen die Arbeit der Gesamtschule im Feld der Drogenprävention unterstützte.
Leben ohne Qualm
Alle gemeinsam unterstützen seit Jahren die nordrhein-westfälische Aktion „Leben ohne Qualm“, die sich bemüht, das Nichtrauchen zu fördern und zur Verringerung der Tabakabhängigkeit beizutragen, zumal jeder fünfte Jugendliche zur Zigarette greift, wobei der Trend deutlich rückläufig ist.

An der Luftballon-Aktion, für welche die Volksbank das Helium spendete, beteiligten sich in diesem Jahr Jungen und Mädchen der Klassen 6 und 7. In den Klassen 6 dient die Beteiligung am Nichtrauchertag der allgemeinen Suchtprävention.
Prägnante Sprüche
Mehrere Monate lang hatten sich die Kinder in verschiedenen Fächern oder in einzelnen Klassenlehrer-Stunden mit der Problematik des Rauchens vertraut gemacht. In Reimform wurden prägnante Sprüche für das Beschriften der Anhängekärtchen formuliert. „Wollt ihr gute Eltern sein, dann lasst das Rauchen lieber sein!“, empfahlen Marie Schoel und Denise Wulf den Eltern auf ihrem gemeinsamen Anhänger ein bisschen mehr Vorbildfunktion. Sechstklässler Leon Latifi warnte ebenso wie der elfjährige Justin Rahul Mohan vor einem zu frühen Tod durch Rauchen. Ali Emsas verwies auf Folgeschäden gesundheitlicher Art. „Man kann auch anders cool sein“, stellte Ben Albrecht fest.
Mit den Gefahren des Rauchens vertraut machen
„Man muss möglichst früh beginnen, die Schüler mit den Gefahren des Rauchens vertraut zu machen“, ist Lehrerin Ellen Oberkinkhaus überzeugt. Sie übernahm auch in diesem Jahr die Organisation der Gesamtschulaktivitäten zum Weltnichtrauchertag. Unterstützt wurde sie dabei von den Lehrern Thorsten Ahr, Margret Schwane und vom Sozialpädagogen Gerd Rastfeld.
Oberkinkhaus hatte mit ihrer Klasse 7c bereits im November eine Umfrage zum Thema „Wie schocken die Schockbilder?“ gestartet und dabei festgestellt, dass Raucher sich nicht abschrecken lassen und Nichtraucher die Bilder erst gar nicht registrieren.
Gesamtschule Schermbeck gegen Drogen
Die jetzige Anti-Rauch-Kampagne ist Teil der die gesamte Schulzeit begleitenden Aktionen der rauchfreien Gesamtschule Schermbeck gegen Drogen. Das beginnt in der Klasse 5 mit der Stärkung der Lebenskompetenzen und wird mit der Behandlung der Atmungsorgane in der Klasse 6 fortgesetzt. In der Klasse 8 steht der Besuch der Drogenberatungsstelle an, und im Biologie-Unterricht und im Religionsunterricht werden Rauchen und Alkohol thematisiert.
Versteckte Ecke des Schulhofes
Trotz aller Bemühungen lässt es sich auch an der Schermbecker Gesamtschule nicht verhindern, dass Kinder eine versteckte Ecke des Schulhofes fürs Rauchen nutzen. Dann steht ein Gespräch mit dem Klassenlehrer, mit dem Biologielehrer oder in etwas hartnäckigeren Fällen das Gespräch mit dem Schulleiter Norbert Hohmann an. Wer aber ganz beratungsresistent ist, der erfährt irgendwann, dass die Lehrer nicht vor ihrem Erziehungsauftrag zurückschrecken und härtere Maßnahmen ergreifen. Das reicht von Sozialstunden für die Schulgemeinschaft bis – in ganz hartnäckigen Fällen – hin zum Ausschluss von Gemeinschaftsveranstaltungen. H. Scheffler