Anlässlich des Schützenfestes 2018 legten die Schützen der Kiliangilde Schermbeck  traditionell den Kranz zum Gedenken an die Gefallen am Ehrenmal nieder.

Sehr verehrte Gäste, liebe Schützen, wir stehen hier vor dem steinernen Löwen, der zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet wurde.

Dieser Krieg endete vor 100 Jahren. Die Namen unserer getöteten Mittbürger sind dort eingemeißelt. Fast jede, der damals in Schermbeck lebenden, Familien ist dort zu finden.

Der folgende Zweite Weltkrieg forderte noch erheblich mehr Opfer, auch in der Zivilgesellschaft. Danach haben sich die europäischen Nationen angenähert, um den Frieden und die Sicherheit zu garantieren. Von dieser Friedensdividende profitieren wir alle, wer sich hier umschaut kann das nur bestätigen.

Rainer Gardemann: Rede am Schermbecker Ehrenmal
Präsident Rainer Gardemann am Schermbecker Ehrenmal. Foto: Helmut Scheffler

Nachdem jahrelang der Begriff „Heimat“ als rückständig und rückwärtsgewandt wahrgenommen wurde, erlebt dieser Begriff jetzt eine Renaissance. Meine Vorgänger und ich haben immer von Kilian als Heimat- und Bürgerfest gesprochen ohne uns rückständig gefühlt zuhaben. Wenn man es so will, wir waren der Zeit weit voraus.

Der Begriff Heimat ist jedoch sehr fortschrittlich. In einer Gegenwart mit Veränderungen, ich erwähne nur Begriffe wie Digitalisierung und Globalisierung, ist es doch gut, wenn wir eine Heimat haben, wo wir verwurzelt und geerdet sind.

Nur wer weiß wo er herkommt kann auch den weiteren Weg sicher vorangehen. Das bildet ein festes Fundament für jede weitere persönliche Entwicklung.

Und noch etwas: Heimat ist für jeden unterschiedlich besetzt. Da sind die Menschen, Vereine, Gebäude, die Erinnerungen und die Umgebung. Heimat ist bunt und vielschichtig.

Kilian ist ein wichtiger Teil des Schermbecker Heimatgefühls, in den Briefen der Frontsoldaten wurde Kilian immer wieder angesprochen. Kilian war und ist die sichere Heimat und findet nur im Frieden statt.

Rainer Gardemann: Rede am Schermbecker Ehrenmal
Präsident Rainer Gardemann und Bürgermeister Mike Rexforth legten am Schermbecker Ehrenmal einen Kranz nieder. Foto: Helmut Scheffler

1948 reichte es nur zu einem halben Zelt für beide Gilden und die Versorgung war bescheiden. Trotzdem wurde Kilian gefeiert – als Zeichen des Friedens.

Viele die hier am Ehrenmal stehen sind weit herumgekommen, haben Ausbildung und Studium in anderen Städten oder Ländern absolviert. Sie kommen zurück, um mit Verwandten, Freunden und Bekannten Kilian zu feiern.

Dazu kommen die Mitbürger, die in Schermbeck eine neue Heimat gefunden haben und sich als echte Schermbecker und Kilianer fühlen.

Heimat ist ein modernes, nach vorne gerichtetes Gefühl, dass niemanden ausgrenzt, sondern offen für Neues ist.

Im Gedenken an die Gefallenen und Toten der Kriege lege ich im Namen der Kilian-Schützengilde Schermbeck diesen Kranz nieder.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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