Fabian Tilling ist neuer Pfarrer für drei Kirchengemeinden

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes wurde am 25. September in der Raesfelder St.-Martin-Kirche Fabian Tilling als neuer leitender Pfarrer der drei katholischen Kirchengemeinden Raesfeld, Erle und Rhedebrügge eingeführt.

Mehrere Geistliche aus der Region, Fahnenabordnungen kirchlicher Gruppierungen und der Schützenvereine aus Raesfeld, Erle und Rhedebrügge standen im Altarraum, als Dechant Benedikt Ende vom Dekanat Borken den neben seinen Eltern in einer Kirchenbank sitzenden Fabian Tilling mit den Worten begrüßte: „Wir freuen uns, dass du die Pfarrstelle angenommen hast.“

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Nach der Überreichung der Ernennungsurkunde feierte Pfarrer Fabian Tilling (am Altar rechts) mit den Raesfelder, Erler und Rhedebrügger Katholiken den ersten gemeinsamen Gottesdienst in der Raesfelder Kirche St. Martin. Foto: Helmut Scheffler

Pfarrei-Vakanz in Raesfeld schnell beendet

Fabian Tilling tritt die Nachfolge von Pfarrer Michael Kenkel an, der die Gemeinde Ende August verließ, um neuer leitender Pfarrer der Pfarrei St. Katharina von Siena in Lindern im niedersächsischen Teil des Bistums Münster zu werden. Während viele katholische Gemeinden in der Region Schwierigkeiten bei der Neubesetzung einer Pfarrerstelle haben, konnte die Pfarrei-Vakanz in Raesfeld schnell beendet werden. Von Karl Render, dem Personalchef des Bistums Münster, erfuhren die Raesfelder, dass sich der gebürtige Wuppertaler Fabian Tilling, der in Neviges aufgewachsen ist, für die Pfarrstelle interessierte.

Nach dem Abitur in Wuppertal und dem Theologie-Studium in Münster und Rom führten ihn ein Gemeindejahr und ein Diakonat nach Kalkar an den Niederrhein. Im Jahre 2011 wurde er zum Priester geweiht. Als Kaplan arbeitete er zunächst in der Pfarrei Anna Katharina in Coesfeld. Ab 2015 wurde Fabian Tilling stellvertretender Leiter des Bischöflichen Priesterseminars „Borromaeum“ in Münster.

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Als Pfarrer Fabian Tilling (Mitte) die Raesfelder Kirche St. Martin verließ, standen Geistliche und Messdiener vor dem Kirchenportal Spalier. Foto: Helmut Scheffler

Vom Bischof Felix Genn unterzeichnete Ernennungsurkunde

Nachdem der 38-jährige Fabian Tilling sein Taufversprechen erneuert hatte und Dechant Ende ihm die vom Bischof Felix Genn unterzeichnete Ernennungsurkunde überreicht hatte, schritt der neue Pfarrer durch das mit blauen und orangefarbenen Bändern geschmückte Mittelschiff zum Altar, um den ersten Gottesdienst an seinem neuen Beschäftigungsort zu zelebrieren, der auch online übertragen wurde. Für die musikalische Untermalung sorgten auf der Orgelempore eine Gesangsgruppe und die Solistin Ute Roß. Als Predigttext wählte Tilling einen Bibeltext, der von der Gelassenheit Jesu Christi Zeugnis ablegte.

Als nach dem Schlusssegen Pfarrer Tilling an der Seite des Dechanten Ende durch das Kirchenportal den Kirchplatz betrat, standen Geistliche und Messdiener Spalier. Das Volkslied „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“ ließen die „Raesfelder Burgmusikanten“ erklingen. Weitere musikalische Ständchen bescherten der dreizehnköpfige Kinderchor und der Kirchenchor dem neuen Pfarrer.

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Mit einem musikalischen Ständchen begrüßten die Raesfelder Burgmusikanten (r.) und der Kinderchor (l.) den neuen Pfarrer und die Teilnehmer am Einführungsgottesdienst. Foto: Helmut Scheffler

Das Kirchenvorstandsmitglied Heinz Nienhaus verband seine Begrüßung des neuen Pfarrers mit einem Rückblick auf das erste Kontaktgespräch des Kirchenvorstands und des Pfarreirates mit Tilling. „Es wurde schnell der Eindruck gewonnen“, so Nienhaus, „dass es mit Ihnen und unserer Kirchengemeinde sehr gut funktionieren kann, und wir glauben auch funktionieren wird.“

Gut auf Menschen zugehen

Bei den ersten persönlichen Begegnungen hätten die Raesfelder schon bemerkt, „dass Sie sehr gut auf Menschen zugehen können und die ehrenamtliche Arbeit wertschätzen.“ Nienhaus wünschte dem Pfarrer und der Gemeinde, „dass auch in diesen schwierigen Zeiten sich in unserer Gemeinde in allen Gruppen und Verbänden eine neue Begeisterung entwickelt und wir gemeinsam für ein gutes Gefühl innerhalb unserer Pfarrgemeinde sorgen können.“ Nienhaus nannte als anstehende Projekte in der Pfarrgemeinde das neue Pfarrheim in Raesfeld, die Neugestaltung des Friedhofes in Erle und den Kindergarten St. Marien in Rhedebrügge.

Als Mitglied des Pfarreirates gratulierte Edith Liesner dem neuen Pfarrer. In der Rückschau auf das Einstellungsverfahren zeigte sie sich beeindruckt von der Aussage Tillings: „Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg zu Gott. Und ich möchte als Priester den Menschen helfen, ihre persönlichen Wege zu Gott zu finden.“

Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg zu Gott.

Pastor Fabian Tilling

Diese Haltung zeuge von großer Offenheit zu den verschiedensten Lebensläufen und Einstellungen der Menschen. Sie lasse auf neue Impulse für die Gemeinde und Verständnis für jeden Einzelnen hoffen, der fragend, suchend und zweifelnd unterwegs sei. Die Einführung eines neuen Pfarrers in eine Gemeinde biete die Chance im kleinen örtlichen Rahmen Erneuerungen und Veränderungen zu starten, die zu einer Erneuerung der Kirche Deutschlands und der Weltkirche beitragen könnte. „Ich wünsche Ihnen und uns“, fuhr Edith Liesner fort, „dass wir schwierige Zeiten im gemeinsamen christlichen Glauben überstehen, dass wir alle gemeinsam an der Lebendigkeit und Menschenfreundlichkeit unserer Gemeinde mitwirken.“

Viele Schnittstellen zwischen Gemeinde und Kirchengemeinde

Bürgermeister Martin Tesing, der sich in seinem Grußwort vom Einführungsgottesdienst beeindruckt fühlte, verwies auf viele Schnittstellen zwischen Gemeinde und Kirchengemeinde.

Als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Gemen und Raesfeld freute sich Barbara Werschkull über die Einladung und äußerte ihre Vorfreude auf ökumenische Aktionen. „Ich hoffe auf einen guten gemeinsamen Weg“, fügte sie hinzu.

Beim anschließenden gemütlichen Beisamensein nutzten viele Einzelpersonen auf dem Kirchplatz die Gelegenheit, Pfarrer Fabian Tilling alles Gute für seine neue Aufgabe zu wünschen. Die kfd lud den Pfarrer ein, am Donnerstag (7.) um 14.30 Uhr zum Kaffeetrinken in den Pfarrsaal zu kommen. Helmut Scheffler

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Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.