Zeit für Meditationen und viele nette Begegnungen

Pater Antony berichtete über seinen Pilgergang auf dem Jakobsweg

Im proppenvollen Pfarrsaal der Katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus berichtete Pater Antony am Donnerstagabend über seine halbjährige Sabbatzeit. Im Mittelpunkt stand die Schilderung seiner 900 Kilometer langen Wanderung auf dem nordspanischen Jakobsweg.

„Es war eine der besten Zeiten meines Lebens“, fasste Pater Antony in der Rückschau zusammen. Der teilweise sehr beschwerliche Weg habe ihm die Gelegenheit zu tiefen Erlebnisse eröffnet. Es sei eine Zeit zum „Aufttanken“ gewesen und es habe sich ihm die Chance geboten, das Leben Revue passieren zu lassen.

In den ersten Tagen blieb allerdings wenig Zeit zum Meditieren. Der beschwerliche Anstieg ließ die Stimmung schnell in Richtung Nullpunkt gleiten und den Gedanken an ein Taxi wach werden. Erst ab dem dritten Tag hatte Pater Antony sich mit zwei weiteren Deutschen, die er kennen gelernt hatte, so weit motiviert, dass es nur noch ein mutiges Vorwärts gab. „Der Weg ist wie das ganze Leben, du bist auf dem Weg zu deinem eigenen Inneren“, war für Pater Antony eine der wichtigsten Erfahrungen.

Pater Antony, pilgert
Pater Antony wusste den mehr als 90 Zuhörern viel zu erzählen von seiner Wanderung auf dem spanischen Jakobsweg. RN-Foto Scheffler

Anhand zahlreicher Fotos und kleiner Filmsequenzen zeigte der Pater nicht nur charakteristische Landschaftselemente, sondern auch Begegnungen mit Menschen aus etwa 40 Ländern, mit denen er sich dank seiner guten Englischkenntnisse bestens unterhalten konnte. Nach solchen Phasen des zwischenmenschlichen Austausches war Pater Antony auch wieder froh, wenn er ein paar Stunden allein unterwegs war, um die Nähe Gottes in der ihn umgebenden Natur zu erleben und dadurch seinen Glauben zu vertiefen.

In besonders guter Erinnerung sind ihm die Begegnungen mit jungen Menschen geblieben. Mit ihnen hat er abends in der Herberge sogar einmal Taizé-Gesänge angestimmt.

Für Schmunzeln sorgten Pater Antonys Schilderungen von unvergesslichen Momenten. Dazu gehörte nicht nur der Brunnen, dem kostenlos Wein entnommen werden konnte, sondern auch ein Hund, der ihn über viele Kilometer begleitete und den er auf dem Platz vor der Kirche in Santiago de Compostela wiedertraf. In der Kirche des Zielortes zelebrierte Pater Antony die Messe mit.

Nach den wunderbaren Erfahrungen auf dem langen Pilgerweg ließ es sich Pater Antony nicht nehmen, den Weg zum 90 Kilometer entfernten Cap Finisterre am Atlantik fortzusetzen, wo er sich acht Stunden lang von dem Aufeinandertreffen von Meer und Gebirgen beeindrucken ließ.

Die Art, wie Pater Antony beim Erzählen das Vordergründige des Weges mit Einblicken in sein Seelenleben verband, beeindruckte nicht nur Pastor Klaus Honermann in seiner Dankansprache.

Wesentlich knapper berichtete der Pater von den weiteren Stationen seiner Sabbatzeit. Im Juli und August trafen sich die Mitglieder von „Jesus Youth“ im thailändischen Bangkok. Pater Antony betreute ein Trainingsprogramm für die aus zwölf Ländern anreisenden Jugendlichen. Im August besuchte er seine Mutter in Indien. Er traf dabei auch seine sieben Geschwister wieder, die inzwischen an verschiedenen Orten des Weltballs wohnen. Er besuchte auch mehrere Einrichtungen seines Ordens und jene Klosterkirche in der Provinz Kerala, in der er im Dezember 1998 zum Priester geweiht wurde.

Im Anschluss an eine theologische Fortbildung besuchte Pater Antony einige Ordensmitbrüder, besonders jene, die als Eremiten an sehr einsamen und versteckten Orten leben. Mit ihnen teilte er das einfache Leben. „Es tat gut, die Stille zu erfahren“, berichtet Pater Antony. Nach einem eineinhalbwöchigen Aufenthalt in Rom bereitete er sich während eines erneuten Indienaufenthaltes allmählich auf seine Rückkehr nach Schermbeck vor. H.Sch.

 

Pater Antony wusste den mehr als 90 Zuhörern viel zu erzählen von seiner Wanderung auf dem spanischen Jakobsweg. RN-Foto Scheffler

 

 

 

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