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Offener Brief an Peter Malzbender von Sabine Weiss und Charlotte Quik

Veröffentlicht am

Offener Brief der Abgeordneten Charlotte Quik und Sabine Weiss an den NABU-Vorsitzenden Peter Malzbender – Fragen, die von besorgten Menschen im Wolfsgebiet gestellt werden

Peter Malzbender ist Vorsitzende des NABU im Kreis Wesel und wurde in jüngster Vergangenheit wegen seiner angeblichen wissenschaftlichen Aussagen kritisiert. So bezweifelte er, dass die Weidetierhalter ihre Tiere richtig schützen, oder, dass der Wolf für den Menschen gefährlich werden könnte. Er plädiert auch dafür, den Wolf als Spitzenprädator zu akzeptieren. Ein Grund dafür sei, dass dieser mehr als jeder menschliche Jäger in der Lage sei , dafür zu sorgen, dass sich möglichst gesundes Wild ausbreiten könne. Außerdem gab es von Peter Malzbender Kritik auf das Schreiben von den Lokalpolitikerinnen an Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Sehr geehrter Herr Malzbender,

ein gesundes Selbstbewusstsein ist in Ordnung. Wird daraus aber Besserwisserei, ja Arroganz, sollte man sich selbst hinterfragen. Glücklicherweise leben wir in einem Land der freien Meinungsäußerung und davon sollten wir alle reichlich Gebrauch machen.

Doch Menschen anderer Meinung pauschal als Populisten zu diffamieren, das ist undemokratisch. Wir haben uns sehr wohl informiert, haben mit Förstern, weiteren Fachleuten und zahlreichen Betroffenen von Wolfsrissen gesprochen und wir wissen auch, dass es am Niederrhein NOCH keinen Vorfall gegeben hat, bei dem Menschen zu Schaden kamen.

Können Sie garantieren, dass das so bleibt? Sind Sie wirklich sicher, dass Hundehalter auch in Zukunft mit ihren Vierbeinern im Wald spazieren können? Was sagen Sie dazu, dass die Raubtiere im Laufe der Jahre ihre Scheu vor dem Menschen immer weiter abgelegt haben und nun auch in den Städten auf Beutezug gehen? Was sagen sie den Eltern, deren Kinder nur wenige Meter von Feldern und Weiden entfernt spielen, auf denen der Wolf oder die Wölfe Tiere gerissen haben? Was sagen Sie dazu, dass der Wolf offenbar nicht mehr nur zum Fressen hohe Elektrozäune überwindet, sondern Tiere auch „nur mal so“ tötet? Was raten Sie den Schafhaltern, die sich – aus welchen Gründen auch immer – keine Herdenschutzhunde zulegen können? Das sind Fragen, die uns von besorgten Menschen gestellt werden.

Es lässt sich leicht schwadronieren von einer „Landesschatulle in der noch reichlich Geld zur Verfügung steht“, von „kruden Fantasien“ und „Wolfshorror-Szenen“. Wer einmal eine Weide betreten hat, auf der die Wölfe in der Nacht zuvor etliche, größtenteils trächtige Muttertiere gerissen haben, der ist nicht mehr der Meinung, dass wir den Wolf „vollkommen unberechtigt ins Fadenkreuz nehmen“.

Nein, Herr Malzbender, die Mitglieder im  Rat der Stadt Voerde etwa oder im Schermbecker Rat sind nicht schlecht informiert. Sie sind besorgt. Und wir wünschen uns, dass Sie diese Besorgnis endlich ernst nehmen und nicht mehr nach dem Motto reden: ich bin im Recht und alle anderen sind dumm.

Ein hoffnungsfroher, freundlicher Gruß, Sabine Weiss und Charlotte Quik

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