Gahlener Heimatverein veranstaltete den 47. Nikolauszug

Wer einen Platz an einem der beiden Feuerkörbe im Weihnachtsdorf auf dem Parkplatz Törkentreck erwischen konnte, dem konnte die neblig-eisige Witterung wenig zusetzen. Die anderen freuten sich umso mehr über den heißen Glühwein, der beim Warten auf den Abmarsch zum Wesel-Datteln-Kanal für die nötige innere Wärme sorgte.

„Fast 50 Jahre sind Gahlener Bürger ehrenamtlich unterwegs, um Kinder mit einem Nikolauszug zu erfreuen“, lobte Bürgermeister Mike Rexforth den Gahlener Heimatverein, der zum 47. Male einen Nikolauszug im Lippedorf veranstaltete, an dem sich etwa 1500 Besucher beteiligten.

Rexforth war nicht der Einzige, der in diesem Jahr den Weg von Gahlen-Nord aus über den Kanal ins Lippedorf gefunden hatte. Und auch sehr viele Östricher machten 42 Jahre nach der kommunalen Neuordnung keinen Hehl daraus, dass es sie nach wie vor zur „Mutter Gahlen“ zieht.

Anja Sander brachte Nikolaus und Ruprecht mit Winfried Grefers Kutsche sicher vom Wesel-Dattel-Kanal zum Parkplatz Törkentreck. Etwa 1500 Besucher begleiteten das himmlische Gespann auf dem Weg über die Haus-Gahlen-Straße und Kirchstraße. Foto: Helmut Scheffler

Vor der malerischen Kulisse der Dorfmühle, vor der ein riesiger beleuchteter Weihnachtsbaum stand, und vor der beleuchteten Insel im Mühlenteich versammelten sich am späten Samstagnachmittag zahlreiche Kinder, von denen einige mit bunten Laternen gekommen waren. Manche Eltern dieser Kinder waren vor viereinhalb Jahrzehnten selbst schon mit von der Partie, als 1971 unter Leitung des damals amtierenden HV-Vorsitzenden Gustav Ruloff erstmals Gahlener Kinder dem Kutscher Ernst Benninghoff ins Aap folgten, um das himmlische Gespann am Wesel-Datteln-Kanal in Empfang zu nehmen.

Die „Erler Jäger“ und der Löschzug Gahlen begleiteten nach der Begrüßung durch den HV-Vorsitzenden Jürgen Höchst große und kleine singende Zugteilnehmer durch die Haus-Gahlen-Straße zur Kanalbrücke, wo bereits zahlreiche Kinder mit ihren Eltern warteten und wenig später Nikolaus und Ruprecht mit einem festlich geschmückten Boot des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich erschienen und von Jürgen Höchst und vom Bürgermeister Mike Rexforth begrüßt wurden. Steffi Palm und Ellen Großblotekamp sorgten als Fackelträgerinnen dafür, dass Nikolaus und Ruprecht sicher vom Kanalufer aus zur Kanalbrücke gelangen konnten.

Auf dem Weg über die Kanalbrücke zur Kutsche drückte Nikolaus Gerhard Becks zahlreichen – bisweilen ängstlich dreinschauenden – Kindern die kleinen Hände. Sein schwarzer Geselle Uli Waarlo hielt sich vornehm zurück, um kein Kind zu erschrecken.

Noemi Thurn, Emily Thurn, Leni Schult, Lena Schürmann und Annbritt Wiersch begleiteten als Engelreiterinnen des Reitervereins Lippe-Bruch Gahlen Nikolaus und Ruprecht, die in Wilfried Grefers Kutsche Platz nahmen und von Anja Sander und dem 24-jährigen Wallach Leo sicher über die Haus-Gahlen-Straße und Kirchstraße zurück zum Feuerwehrgerätehaus gebracht wurden, wo die Besucher mit Glockengeläut vom Band begrüßt wurden.

Am Gerätehaus des Löschzuges Gahlen versammelten sich die Teilnehmer am 47. Gahlener Nikolauszug. Dort wurden sie vom Nikolaus und von Pastor Christian Hilbricht begrüßt. Foto: Helmut Scheffler

Der von Jörg Remmers geleitete Männergesangverein Gahlen-Dorf und Pfarrer Christian Hilbricht begrüßten das himmlische Gespann am Feuerwehrgerätehaus Nach dem musikalischen Ständchen des Gesangvereins und der Ventilhorngruppe der Gahlener Jagdhornbläser gab es vom Nikolaus viel Lob für die recht gut erzogenen Gahlener Kinder.

Im Gerätehaus konnten die Kinder wenig später 480 prall gefüllte Tüten in Empfang nehmen. Auf die Erwachsenen warteten auf dem Parkplatz Törkentreck ein paar Stände des Heimatvereins Gahlen mit wärmenden Speisen und Getränken. Mehrere HV-Arbeitsgruppen stellten ihre Arbeiten aus. Die „Erler Jäger“ unterhielten die Gäste mit weihnachtlichen Klängen, für die sich Nikolaus recht herzlich bedankte, bevor er seinen Bummel durchs Weihnachtsdorf fortsetzte. Auch in diesem Jahr konnten die Kinder mit einer Mini-Eisenbahn auf dem Parkplatz Törkentreck ein paar Runden drehen. H.Scheffler

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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