Die Gemeinde möchte Familien, unter anderem am Borgskamp, bezahlbare Wohnbaugrundstück anbieten.

Daher hat die Politik beschlossen, die Summe hier zu begrenzen. Demnach soll ein Quadratmeter in dem Neubaugebiet nun 185 Euro kosten. Darin enthalten sind die Erschließungskosten von 45 Euro.

Schermbeck. Der Schermbecker Bau- und Liegenschaftsausschuss hat am Mittwoch über eine Änderung der Richtlinien zur Vergabe von Wohnungsbaugrundstücken beraten. Danach soll besonders einheimischen Bürgern mit einem geringen, oder mittleren Einkommen der Bau eines Eigenheims in Schermbeck ermöglicht werden.

Verdeckte Kosten für Häuslebauer

Besonders Punkt der Beschlussvorlage,  Netto-Grundstückskaufpreis pro Quadratmeterpreis, sorgte für reichlich kontroverse Diskussionen im Bau- und Liegenschaftsausschuss  

Die Verwaltung hatte in der Sitzungsvorlage die Netto-Grundstückspreise von 150 Euro pro Quadratmeter im allgemeinen Wohngebiet und 130 Euro im Mischgebiet vorgeschlagen.

Für Diskussionsstoff im Bau- und Liegenschaftsausschuss sorgten die Richtlinien der Quadratmeterpreise für die Wohnbaugrundstücke im Baugebiet Borgskamp“. Die Verwaltung hatte in der Sitzungsvorlage die Netto-Grundstückspreise in Höhe von 150 Euro pro Quadratmeter im allgemeinen Wohngebiet, sowie 130 Euro im Mischgebiet vorgeschlagen.

Ausschussmitglieder vertraten die Meinung, dass sich hinter diesem Kaufpreis von 130 und 150 Euro noch viele weitere verdeckte Kosten verbergen, welche die Käufer erstens nicht einschätzen können und die zweitens besonders die einkommensschwachen Häuslebauer noch Jahre später vor große Probleme stellen könnte.

Dazu Hubert Groß-Ruiken von der CDU: „Die Zahlen haben uns aufgeschreckt. Besonders die später anfallenden Erschließungskosten von rund 75 Euro pro Quadratmeter bereiten mir Sorge. Damit liegen wir dann nicht bei 150 Euro, sondern bei 225 Euro. Hier müssen dann die Familien später noch einmal kräftig finanziell nachlegen“.

Planungssicherheit für Familien

Groß-Ruiken forderte eine Planungssicherheit für die Familien, die sowieso schon knapp bei Kasse seien. „Es kann nicht sein, dass diese dann durch erneute Kosten in vier bis fünf Jahren mit der Keule erschlagen werden und das Häuschen nicht mehr erhalten können“.

Dazu Holger Schoel von den Grünen: „Ich weiß nicht, wo die Grenzen für einkommensschwache Familien liegen und frage mich, wo bei der Verwaltung gering verdienend anfängt, oder aufhört“.

Thomas Pieniak vertrat die Meinung, dass mit diesen Preisen das Ziel für einkommensschwache oder Familien mit mittleren Einkommen, um an günstiges Bauland in Schermbeck zu kommen, nicht gegeben sei.

Kämmerer Frank Hindricksen verwies darauf, dass die Grundstücke wirtschaftlich für die Gemeinde sein müssen, da diese im Rahmen eines Haushaltssicherungskonzeptes bis 2023 einen Haushaltsausgleich schaffen müsse.

Eigenkapital auf 75 000 Euro angehoben

Ein weiterer kontrovers diskutierter Punkt war die Höhe des Eigenkapitals in Höhe von bis 50.000 Euro, der nach geltender Fassung laut Passus von November 2017 zu den Richtlinienen bei der Vergabe von Grundstücken festgelegt wurde.

Nach einer zehnminütigen Beratungspause wurde mehrheitlich, gegen die Stimme der BfB und der Enthaltung der Grünen, beschlossen, dass das Eigenkapital von 50.000 auf 75 000 Euro erhöht werden solle.

Geeinigt hat sich der Ausschuss mehrheitlich auch, gegen die BfB und der Enthaltung der Grünen, den Preis für beide Wohnbaugrundstücksbereiche am Borgskamp auf 180 Euro pro Quadratmeter festzulegen.

Thomas Pieniak (BfB) begründete seine ablehnende Entscheidung für einen festgesetzten Quadratmeterpreis damit, dass er keine konkrete Kostenermittlungen kenne. „Wir wünschen uns eine gesamte Kostenrechnung mit Verwaltungskosten. Nur so können Familien langfristig planen“.

Die Grünen enthielten sich der Stimme in beiden Punkten. „So lange wir nicht wissen, wie viel Fläche in der Gemeinde für Geringverdiener überhaupt zur Verfügung gestellt werden und solange kein sozialer Wohnungsbau betrieben werde, können wir den Vorstellungen der Verwaltung nicht zustimmen“, erklärte Holger Schoel seine Enthaltung.

Es gibt schon Bewerber

Da es schon Bewerber für die Grundstücke gebe, so Bürgermeister Mike Rexforth, müssen diese nun auf die neuen Kaufpreise hingewiesen werden.

Ziel der angestrebten Preisänderung sei gewesen, so Hubert Groß-Ruiken, dass die Leute Planungssicherheit bekommen. „Sollten die Erschließungskosten höher als 45 Euro sein, geht das zulasten des Grundstückskaufpreises ohne Erschließungskosten. Die Käufer können also sicher sein, dass sie nicht mehr als 185 Euro pro Quadratmeter am Ende bezahlen“.

Petra Bosse

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1 KOMMENTAR

  1. Sind wir doch mal ehrlich: Selbst wenn die Gemeinde die Grundstücke VERSCHENKEN würde, bleibt es für „junge Einkommensschwache, nicht vermögende Familien“ eine auf zwei Einkommen angewiesene Hochrisikofinanzierung bis zum Renteneintrittsalter. Ob die Grundstücke nun 180 oder 225 Euro kosten ist dabei völlig irrelevant. Die meisten werden vom Niedrigzins gelockt und beachten auch nicht die immensen Rücklagen die man neben Fixkosten für ein Haus aufbringen muss. Als Einkommensschwache Familie kann man sich das ohnehin nicht leisten.

    Es mangelt nicht an Baugrundstücken für Einfamilienhäuser, sondern grundsätzlich an Wohnungen. Und ich rede hier nicht mal von „sozialen Wohnungsbau“ sondern überhaupt mal von Wohnungsbau. Man schaue einfach mal auf Immoscout… Für eine junge Familie mit zwei Kindern gibt es zurzeit nur ein einziges Objekt was in Frage käme… Mit einem Kind gleich drei mal soviel… Insgesamt gibt es in Schermbeck weniger als 5 Wohnungen die offen stehen.

    Wo sollen die jungen Familien denn bitte in Schermbeck wohnen?

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