Führt die zukünftige Stromtrasse Amprion doch durch Schermbeck?

Der Netzbetreiber Amprion hat eine Rheinquerung bei der Stadt Voerde favorisiert. Der CDU-Ortsverband Damm-Dämmerwald-Weselerwald ist entsetzt und übt Kritik.

Amprion macht sein Übertragungsnetz weiter fit für die Zukunft. Geplant sind insgesamt 3.500 Kilometer Stromleitungen, die neu errichtet oder ausgebaut werden sollen. Dazu gehören die wichtige Nord-Süd-Verbindungen von Wesel am Niederrhein über Schermbeck und Raesfeld nach Meppen.

Amprion Trassenbau Oktober 2014 auf Raesfelder Gebiet. Foto Archiv: Petra Bosse

Geplant war der Trassenverlauf der Amprion 380 kv Freileitung zuerst durch Kleve und sollte eigentlich um Schermbeck und Raesfeld herum bisher einen großen Bogen machen. Der Kreis Kleve jedoch sah den geplanten Bau der Trasse A-Nord bei Rees als deutlich ungeeignet an.

Querung des Flusses bei Voerde

Der Netzbetreiber Amprion hat jedoch jetzt eine Rheinquerung bei Voerde, nicht wie ursprünglich geplant bei Rees, favorisiert. Dann könnte die Gleichstromleitung auch durch Schermbecker Gebiet führen.

Auf Nachfrage beim Sprecher des Unternehmens Jonas Knoop bestätigt dieser, dass Amprion nach wie vor dazu steht.

Kritik

Über das Ansinnen der Bundesnetzagentur, jetzt doch die Amprion-Stromleitung unterirdisch durch Schermbeck und Umgebung zu verlegen, zeigt sich der CDU-Ortsverband Damm-Dämmerwald-Weselerwald entsetzt und übt Kritik.

Für Johannes Ebbert vom CDU-Ortsverband sei das Thema in den betroffenen Städten und Gemeinden bereits diskutiert und eigentlich bereits als „erledigt“ betrachtet worden.

Er betont, dass es sicherlich legitim seitens des Kreises Kleve sei, gegen die Stromleitung auf Klever Territorium zu sein, jedoch könne und dürfe es nicht sein, dass die Planung schon wieder auf Kosten der Schermbecker (Ortsteile Dämmerwald und Weselerwald) Bürger gehen. Auch die Gemeinde Hünxe und die Stadt Voerde seien hiervon betroffen.

In jüngster Vergangenheit wurde bereits eine neue Überlandleitung/Stromtrasse aus Richtung Raesfeld nach Wesel sowie eine Flüssiggasleitung der Fa. Zeelink von Norden nach Belgien durch naturschutz- und landwirtschaftlich genutzten Flächen geführt.

Dabei seien laut Ebbert schon enorme Flächen zerstört und weitgehend unbrauchbar gemacht worden, beispielsweise durch nicht eingehaltende Abstände.

Sollte jetzt wieder eine weitere Stromtrasse durch Schermbeck führen, sieht Ebbert dadurch weitere Flächen unbrauchbar gemacht und die Lasten werden ungerecht auf Kosten der Schermbecker Bürger verteilt.

Johannes Ebbert: „Es ist daher nicht hinnehmbar, dass dann insgesamt drei große Leitungen mit ihren Trassen durch Schermbeck führen und die hiesige Kulturlandschaft weiter verschandeln. Es wird noch Jahre dauern, bis allein die jetzigen Schäden verschwunden sind“.

Darüber hinaus sei unakzeptabel, dass Schermbeck hier allein als „Leerrohr“ für Leitungen der Energieversorgung herhalten soll. Nach Meinung des CDU-Ortsverbandes sollten die die Lasten verteilt und nicht immer denselben Bürgern aufgebürdet werden. Dieses sei auch gesetzlich so geregelt.

„Hier ist die Bundesnetzagentur gefragt, die nach Abwägung der Fakten zum Ergebnis kommen muss, dass die Trasse A-Nord bei Rees zu wählen ist“. Petra Bosse

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