Anfang 2023 soll der neue REWE-Markt an der Erler Straße in Schermbeck fertig sein

Die Verträge sind gemacht. Schermbeck bekommt einen weiteren REWE-Markt an der Erler Straße.

SCHERMBECK. Modern, innovativ, mit Standardsortiment, aber auch mit regionalen Produkten, Backshop und Café auf einer Nettofläche von rund 1700 Quadratmeter. So soll der neue REWE-Markt in Schermbeck werden.

Geschaffen werden dadurch circa 50 bis 60 neue Arbeitsplätze. Entstehen wird ein Nahversorgungszentrum mit 24 Wohnungen – ein Schermbeck-Projekt: „Von Schermbecker für Schermbeck“.

Planung REWE Markt Schermbeck
Der Bereich zwischen Bücherei der Ludgerusgemeinde (r.) und Sparkasse (l.) soll einmal einmal so aussehen.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag stellte Bürgermeister Mike Rexforth gemeinsam mit Peter Gumprich und Dirk Johns von der REWE Dortmund, sowie den Architekten und Investoren Johannes Brilo und Lars Rexforth das anstehende Projekt vor. Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 12 Mio. Euro. Mit im Boot bei der Finanzierung ist die Schermbecker Volksbank und die Niederrheinische Sparkasse (Nispa).

Ein langer Weg

Bereits vor acht Jahren habe Lars Rexforth das Gebäude mit dem Kiosk erworben. Erst 2016 habe er dann die Möglichkeit gehabt, den ehemaligen EDEKA zu erwerben. „Früher zu bauen war nicht möglich, da das Gebäude noch an Mietverträge, die teilweise noch verlängert wurden, geknüpft war“, so Lars Rexforth. Erst nach dem Tod des letzten Marktbetreibers Stobinski habe er angefangen, Konzepte gemeinsam mit Brilo zu entwickeln. Als Schermbecker sei beiden sehr wichtig, diesen Bereich wieder aufzuwerten. „Wir sind Schermbecker, und das ist meine Heimat“, fügt Brilo hinzu. Gekauft werden soll noch im hinteren Bereich die kleine Wiese, um den Bereich für die Parkplätze und Anlieferung großzügiger gestalten zu können.

Neuer REWE Markt in Schermbeck
v. l.: Bürgermeister Mike Rexforth, Lars Rexforth, Norbert Scholtholt Voba Schermbeck, Peter Gumprich und Dirk Jahns von REWE-Dortmund, Johannes Brilo sowie Tim Scholz und Markus Wagner von der Nispa.

Keine Kompromissbereitschaft von EDEKA

Vorausgegangen seien, so Rexforth zahlreiche Gespräche mit der EDEKA, die sich bis zum Schluss wenig kompromissbereit zeigte. Im Gegenteil, so Rexforth, sie hätten in allen Gesprächen unterschwellig betont, dass sie alles, wenn sie bauen, nur aus Liebe zu Schermbeck machen würden. „EDEKA hatte selbst auf dem sprichwörtlichen´Sterbebett` nicht das geringste Interesse gehabt, sich dieser Situation zu stellen. Sie waren in keiner Weise kompromissbereit, im Gegensatz zu REWE“, betont Rexforth.

Kein Markt auf der ‚grünen Wiese‘

Klar sei der Verwaltung von Anfang an gewesen, dass es keinen Markt, was die EDEKA aber wollte, auf der grünen Wiese in Schermbeck geben sollte. „Wichtig für uns ist auch im Vorfeld gewesen, dass wir nicht nur ein nachhaltiges Projekt schaffen, sondern auch eine gute Partnerschaft auf lange Zeit finden, ohne Störgefühl. Nur so kann eine gute Partnerschaft funktionieren“, fügt Rexforth hinzu. Darüber hinaus sei der Wunsch nach Vielfältigkeit geäußert worden. „Diesen Wunsch können wir nun erfüllen“. REWE habe schon signalisiert, dass sie verbindlich 18 Jahre, mit weiteren Optionen, in Schermbeck bleiben möchte. „Zu dieser Aussage war die EDEKA nicht in der Lage“, fügt Rexforth kritisierend hinzu.

Im Vorfeld habe es freundschaftliche und partnerschaftliche Gespräche mit REWE-Conrad gegeben. REWE sei mittlerweile seit 30 Jahren mit dem Ort verwurzelt. Die regionale Genossenschaft Dortmund betreibt 420 Läden in der Region mit rund 3,2 Milliarden Umsatz im Jahr.

Kein Duplikat zu REWE Conrad

Die etwas kniffelige Standortfrage der künftigen Bebauung des Bereiches im Umfeld warf auch bei der REWE-Dortmund anfänglich viele Fragen auf.

Planung REWE Markt Schermbeck

„Zwar gebe es einfachere Projekte, beispielsweise auf der ‚Grünen Wiese‘. Wir haben es bei der Planung jedoch bestens geschafft, Konflikte zu lösen, die durch Wohnen und Geschäft zwangsläufig entstehen. Einfach kann jeder“, so Peter Gumprich. Gleichtzeitig betonte er, dass der zweite REWE-Markt zwischen Erler Straße und Heinestraße, sowie dem Pfarrheim der katholischen Kirchengemeinde St. Ludgerus und der Sparkasse kein Duplikat zum jetzigen REWE-Markt werden wird.

Rückansicht EDEKA Schermbeck
Aktuelle Rückansicht

Im Vorfeld sei eine langfristige Standort-Analyse und Expertise gemacht worden, sodass es für die Kunden nicht langweilig werden wird, verspricht Dirk Jahns, Leiter Expansion von der REWE Dortmund. „Wir haben bei dem geplanten Markt einen außergewöhnlichen Schnitt, die Produkte werden extrem regional sein und die neusten Konzepte kommen hier zum Tragen“.

Fehlen werde auch nicht das REWE-Standardsortiment. Die Investitionskosten der Ware belaufen sich, so Jahns, auf rund 1,5 Mio. Euro. Die Preise seien hier bei circa 20.000 Artikeln wie in anderen Märkten festgelegt. „Der neue Markt-Betreiber kann dann sein weiteres Sortiment auf seine Kundschaft zuschneiden und hat die Möglichkeit, die Produktpalette, speziell auch im Frischebereich frei zu gestalten und zu füllen.

Volksbank und Nispa unterstützen das Projekt

Norbert Scholtholt, Vorstand der Volksbank Schermbeck sieht das geplante Projekt als positiv an. „Es wurde Zeit, dass etwas an diesem Standort passiert. Wir sind daran interessiert, dass die Mittelstraße weiter belebt ist“. Das Projekt bedeute auch eine Aufwertung des Bereiches rund um die NISPA, so Tim Scholz, Filialleiter Schermbeck.

 „Damit wird das Gebiet mit Markt und Wohnungen für uns als mittelbare Nachbarfiliale aufgewertet,“ so Filialleiter der NISPA Schermbeck Markus Wagner.

Mehr Verkehr in diesem Bereich

Großer, neuer Markt bedeute allerdings auch, gesteht Rexforth, eindeutig mehr Verkehr in diesem Bereich. Eine Verkehrsbehinderung lasse sich nun mal nicht ganz vermeiden, da seien sich alle beteiligten im Vorfeld einig gewesen. „Wir können die Kirche nicht versetzen, deshalb müssen wir diese Alternative akzeptieren, ansonsten wird es hier zukünftig nur eine reine Wohnbebauung geben. Eventuell muss der Verkehr später aber in einigen Bereichen neu geregelt werden“, so Rexforth.

Es gibt keine 100-prozentige Lösung

Gleichzeitig bringe die Planung des Gebäudes mit neuer Ein- und Ausfahrt eine deutliche Verringerung des LKW-Verkehrs auf der Heine- und Lessingstraße, sowie am Bösenberg mit sich. Die Wohnungen seien nach vorne von den Anlieferungen und den parkenden Autos der Kunden zur Straße hin vom Lärm abgeschottet.

„Eine 100-prozentige Lösung wird es nicht geben“, so Rexforth. Fakt sei auch, dass höhere Verkehrsfrequenzen nicht immer negativ sein müssen. Jeder möchte fußläufig einkaufen und ich finde, das ganze Bauprojekt filigran auf den Knotenpunkt und Nadelöhr mit Blick auf den Verkehr Erler/Straße Mittelstraße ausgearbeitet, so Gumprich.

Mit der Fertigstellung und Eröffnung des Marktes rechnet Johannes Brilo Anfang 2023. Der Bauantrag soll Anfang des Jahres 2021 gestellt werden, der Baubeginn ist für Mai 2021 vorgesehen.

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3 KOMMENTARE

  1. Wir freuen uns recht herzlich für den Bruder des Bürgermeisters, dass er von der CDU kurz vor der Kommunalwahl diese gute Nachricht erhält. Ich bin ein wenig schockiert, wie einfach es die CDU in Schermbeck hat. In dieser Partei muss man sich nicht mal Mühe geben und nur die eigene Wählerschaft und Klientel bedienen und alles ganz toll verkaufen mit schönen Fotos, auf denen man keine Masken trägt oder Abstand hält. Die Kommunalwahl gewinnt man mit den einfachsten Mitteln, es ist reine Routinearbeit. Auch deshalb, weil von den anderen Parteien nicht genug kommt.

    Ich wünsche mir, dass die Mehrheit der CDU bei der Wahl trotzdem fällt und dass es danach keine Koalition oder sowas gibt und dadurch die Bevormundung der Schermbecker Bürgerinnen durch die CDU endet. Dann geht mehr im Rat und Schermbeck würde profitieren. Die Hälfte der Schermbecker Wählerschaft ist nicht CDU-Wählerin und wird in der hiesigen Politik nicht berücksichtigt. Demokratie statt Einparteiendiktatur!

    Die Mauer am Beginn der Einfahrt zur Tiefgarage muss niedriger sein.

  2. Die Mauer im Kopf des Schreibers könnte auch niedriger sein,dann könnte er auch die vielen positiven Dinge sehen die in der Gemeinde geleistet wurden.z.B:hervorragende Lösung der Flüchtlingskriese,Vorrausschauende Einführung der Glasfaser flächendeckend im Ortskern lange bevor ganz Deutschland in einer hektischen Nachholaktion verfällt,souveräne Handhabung der Coronkriese, nicht zu letzt die tollen Blumenpflanzaktionen.Noch Fragen? Einfach die Kopfmauer niedriger!

  3. Also wenn hier einer eine Mauer im Kopf hat, dann sind das wir PARTEI-Mitglieder.

    Das betrifft aber die richtige Mauer, die wir für immer in unserem Herzen behalten werden – und nicht diesen Brachialpfusch, wie er diesem Konzept zu entnehmen ist:

    Es soll doch allen Ernstes eine steile (Anfahren am Berg hat hoffentlich niemand verlernt), von der besagten, noch am oberen Ende mindestens 1 Meter hohen, Mauer gesäumte Tiefgaragenausfahrt gebaut werden, die auf den allenfalls 2,5 Meter breiten Bürgersteig führt – von der aus der ausfahrende Autofahrer*Ix (wenn schon gendern, dann auch volle Lotte) die Straße erst einsehen kann, wenn er mit dem Auto halb auf der Straße und voll auf dem Bürgersteig steht.

    Auf dem Bürgersteig, auf dem neben fitten, reaktionsschnellen Bürgern auch die Neubewohner des dann wohl fertiggestellten Seniorenzentrums Marienheim wandeln werden.

    Notgedrungen wandeln müssen, denn dank dieses verkorksten Konzeptes, einen auch noch konkurrierenden Rewe-Markt mitten in die enge Kurve, bzw. Einmündung zu pflastern (das Thema -sagen wir besser Drama- Zulieferverkehr sei nur am Rande erwähnt), wird weiterhin im gesamten Nordbereich Altschermbecks keinerlei Nahversorgungsmöglichkeit bestehen.
    Auch wenn am nördlichen Ortseingang ein verkehrstechnisch gut zugängliches Baugebiet seiner Bestimmung harrt.

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