Moderne Fahndungsfotos zeigen: 2000 Jahre später. So könnte Kaiser Augustus mit 50 und 70 ausgesehen haben.
Kleopatra oder Caesar kennt man meist nur aus Gemälden, Büsten oder historischen Überlieferungen. Moderne Fahndungstechnik geht heute deutlich weiter. Selbst ein römischer Kaiser erhält mit Hilfe kriminalistischer Methoden ein neues Gesicht.
Wenn Historie auf Kriminaltechnik trifft
Visuelle Fahndungsbilder gehören längst zum Alltag der Polizeiarbeit. In Zeitungen und Onlineportalen erscheinen regelmäßig Phantombilder, wenn nach flüchtigen Tatverdächtigen gesucht wird. Grundlage sind Aussagen von Opfern oder Zeugen, die eine Person im Zusammenhang mit einer Straftat gesehen haben.

In Nordrhein-Westfalen erstellen die Expertinnen und Experten des Landeskriminalamtes NRW solche Bilder landesweit. Für die Spezialisten der sogenannten „visuellen Fahndungshilfe“ ist das Routinearbeit.
Umso ungewöhnlicher war ein Termin Mitte Juli 2014: Statt eines aktuellen Falls ging es um einen Besucher aus der Geschichtswissenschaft.
„Von Augustus gibt es zwar genügend Bildnisse und Büsten, jedoch zeigen diese immer einen jungen, stark idealisierten Augustus. Abbildungen des 50-jährigen oder 70-jährigen Kaisers gibt es nicht. Diese Lücke wird mit diesen Phantombildern geschlossen. Als Korrektur der überlieferten Bildnisse dienen dabei die literarischen Beschreibungen des Augustus“, erklärte Prof. Dr. Scherberich in Düsseldorf.
Augustus wurde als Gaius Octavius am 23. September 63 v. Chr. in Rom geboren und gilt als erster römischer Kaiser. Er starb am 19. August 14 n. Chr. in der Nähe von Neapel.

Auftrag aus der Antike
Prof. Dr. Klaus Scherberich vom Lehrstuhl für Alte Geschichte der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen wandte sich mit einer besonderen Bitte an das LKA NRW. Auf Grundlage einer großen Büste des ersten römischen Kaisers Augustus sollten die Fachleute ein Phantombild anfertigen.
Die Herausforderung: Die bekannten Büsten zeigen Augustus stets jung und idealisiert. Gesucht wurde jedoch eine realistische Darstellung, wie er als etwa 50-jähriger und als 70-jähriger Mann ausgesehen haben könnte.
„Von Augustus gibt es zwar genügend Bildnisse und Büsten, jedoch zeigen diese immer einen jungen, stark idealisierten Augustus. Abbildungen des 50-jährigen oder 70-jährigen Kaisers gibt es nicht. Diese Lücke wird mit diesen Phantombildern geschlossen. Als Korrektur der überlieferten Bildnisse dienen dabei die literarischen Beschreibungen des Augustus“, erklärte Prof. Dr. Scherberich in Düsseldorf.
Vom Phantombild zum historischen Porträt
Mithilfe moderner Technik veränderten die LKA-Experten das jugendliche Erscheinungsbild der Büste virtuell. Falten, veränderte Gesichtszüge und altersbedingte Merkmale wurden auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse ergänzt.
Was sonst der Fahndung nach Straftätern dient, half hier der historischen Rekonstruktion. Statt „Wer kennt diese Person?“ lautete die Frage diesmal: „So könnte er wirklich ausgesehen haben.“
Wer war Augustus?
Augustus wurde als Gaius Octavius am 23. September 63 v. Chr. in Rom geboren. Er gilt als erster römischer Kaiser und prägte die römische Geschichte über Jahrzehnte.
Er starb am 19. August 14 n. Chr. in der Nähe von Neapel.























