Im Schermbecker Rathaus setzt man auf die eigene Ausbildung künftiger Verwaltungsmitarbeiter

Nachdem die Gemeindeverwaltung sich in den letzten 20 Jahren mit der Einstellung von Azubis eher zurückgehalten hat, erhalten in diesem Jahr zum 1. August gleich vier Auszubildende die Möglichkeit, als Azubis ihren Einstieg ins Berufsleben im Schermbecker Rathaus zu beginnen oder erneut zu starten. Nadine Neumann, Mehmet Özekinci, Nico Farwick und Erik Sondermann unterzeichneten heute Nachmittag im Rathaus ihre Verträge für eine dreijährige Ausbildung.

Im Beisein des Bürgermeisters Mike Rexforth (l.) und des Personalchefs Dirk Kuhmann (r.) unterzeichneten heute Nachmittag Nadine Neumann (sitzend), Erik Sondermann, Mehmet Özekinci und Nico Farwick (hinten v.l.) im Rathaus ihre Ausbildungsverträge. Foto: Helmut Scheffler

„Ich freue mich, dass ihr euch für Schermbeck entschieden habt“, begrüßte Bürgermeister Mike Rexforth die Azubis. Der Kampf um die Köpfe habe inzwischen auch im öffentlichen Dienst begonnen. Es sei gar nicht mehr so einfach, qualifizierten Nachwuchs zu bekommen. Und den habe die Gemeindeverwaltung in den nächsten Jahren dringend nötiger als bislang. „Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt beim Personal“, teilte Rexforth mit. In den nächsten zehn Jahren werde ein Drittel der Belegschaft in den Ruhestand versetzt. Die neuen Mitarbeiter sollen nach Möglichkeit im eigenen Hause ausgebildet worden sein. Die Vorteile eines solchen beruflichen Werdeganges hat auch Rexforth erfahren, der heute an seinen Arbeitsbeginn im Schermbecker Rathaus im Jahre 1991 erinnerte.

Mit Nadine Neumann, Mehmet Özekinci und Nico Farwick hatten sich laut Mitteilung des Personalchefs Dirk Kuhmann insgesamt 80 Personen um einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte beworben. Sieben weitere Bewerber strebten wie Erik Sondermann einen Ausbildungsplatz als Straßenwärter im gemeindlichen Bauhof an. Mehmet Özekinci und Erik Sondermann hinterließen im Rahmen eines schulischen Praktikums bei der Gemeinde Schermbeck sehr positive Eindrücke. Der 22-jährige Nico Farwick entschloss sich zwei Jahre nach dem Abitur an der Schermbecker Gesamtschule für die jetzige Ausbildung. Für die 34-jährige Nadine Neumann beginnt eine zweite Ausbildung. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin ist Mutter von drei Kindern im Alter von 1,5 bis acht Jahren und möchte nun in der Verwaltung einen beruflichen Neuanfang starten.

Bei der Auswahl der Azubis wurde die Verwaltung vom Schulinstitut Niederrhein unterstützt. Die besten Azubis wurden zu einem Gespräch im Schermbecker Rathaus eingeladen, an dem sich neben dem Personalchef und dem Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Tekaat unter anderen auch der Personalratsvorsitzende und die Gleichstellungsbeauftragte beteiligten.

Im Rahmen ihrer Ausbildung lernen die Azubis für den Verwaltungsdienst alle vier Fachbereiche kennen. Das reicht von den zentralen Diensten über die Finanzen und das Bürgeramt bis hin zur Bauverwaltung. Für Erik Sondermann kann der gemeindliche Bauhof nicht die komplette Ausbildung übernehmen, weil nicht alle Bereiche des Berufsbildes Straßenwärter im Heetwinkel abgedeckt werden. Deshalb werden Teile der Ausbildung im Rahmen einer externen überbetrieblichen Ausbildung absolviert. H. Scheffler

Bei den noch nicht volljährigen Auszubildenden mussten auch die Erziehungsberechtigten den Ausbildungsvertrag im Schermbecker Rathaus unterzeichnen. Foto: Helmut Scheffler

 

 

 

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Heimatreporter

Unter der Artikel-Kennzeichnung „Heimatreporter“ postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck.
Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks „Radio Kreis Wesel“, darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des „Schermbecker Schaufenster“. Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den „Rheinland-Taler“ des Landschaftsverbandes Rheinland.

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