Fähigkeiten und Defizite erfahren, Wünsche und Ziele der Eltern kennenlernen 

Der kleine Mariko machte im Februar diesen Jahres eine Delfintherapie auf Curacao (wir berichteten).
Seit einigen Wochen ist der Junge wieder zurück in Schermbeck. Was hat die Therapie verändert, was ist passiert?

Ein Bericht von Vater David Gramatke

Wenn Mariko sprechen könnte, würde er sagen, das er Ende Februar einer seiner unbeschwertesten Momente seines bisherigen Leben hatte.
Zwei Wochen hatte Mariko die Möglichkeit, weit weg vom Alltag, an einer delfingestützten Therapie teilzunehmen zu können.

Bevor es zu den Delfinen ging, hatten wir ein Gespräch mit der Logopädin Caroline und dem Physiotherapeuten Sebastian vom CDTC. Die zwei waren dann auch die Therapeuten für die nächsten zwei Wochen und eine enge Bezugspersonen für Mariko.

Fähigkeiten und Defizite erfahren

Caroline und Sebastian wollten zuerst Mariko kennen lernen, seine Fähigkeiten und Defizite erfahren und unsere Wünsche und Ziele hören.
Unsere Ziele waren nicht, dass unser Sohn nach den zwei Wochen laufen, rennen oder reden kann, denn das wären unrealistische Ziele gewesen. Es war uns aber wichtig, das Mariko die Möglichkeit findet, wenn er etwas möchte sich bemerkbar zu machen. 

 

Nur so kann man seine Frustration hemmen, weil ihn keiner versteht und ihm somit die Chance geben, sich selbst auszudrücken und verstanden zu werden.
Realistische Ziele, wie sich dann am Ende der zwei Wochen herausstellte, denn die delfinunterstützende Therapie arbeitet mit den Stärken und Schwächen, sowie der gesamten Persönlichkeit des Kindes. Gearbeitet wurde nicht an den Unfähigkeiten, sondern es wurden die vorhandenen Fähigkeiten verbessert und aktiviert.

Blockaden lösen

Manchmal muss man das Potenzial allerdings erst herausfinden. Dafür eigenen sich dann besonders Delfine. Sie stellen nicht nur eine Motivation da sondern sie lösen auch Blockaden.
Marikos Therapiedelfin war die fünfjährige Nubia. Sie lebt mit den anderen Delfinen im Curacao Dolphin Therapy & Research Center. Für Mariko wurde speziell Nubia ausgesucht, da sie der ruhige und ausgeglichenere Delfin des Rudels war. Wie sich herausstellte, war das  genau das Richtige, da Mariko immer aufgeregt und in Bewegung ist.
Bevor es ins Wasser ging, wurden jeden Tag Übungen an Land im Therapiezentrum gemacht und hierbei die motorischen Fähigkeiten geübt und ausgebaut. Damit wurde das positive Verhalten gestärkt.

 

Spiegelbewegungen zu durchbrechen

Allein in den zwei Wochen haben Caroline, Nubia, Sebastian und die Delfintrainerinnen es geschafft, Marikos Spiegelbewegungen zu durchbrechen.
Wir wurden gefragt, was wir uns für Mariko wünschen. Für uns war es wichtig, dass Mariko sich äußern kann,  „Ja“ oder „Nein“ sagen kann. Das stand für uns an erster Stelle und nicht, dass unser Sohn anfängt zu laufen.

Die Therapie wurde daraufhin so ausgelegt, dass Mariko anhand von Karten ein Ja und ein Nein zu unterscheiden lernte.  Mit diesen JA und NEIN Karten arbeiteten die Therapeuten,  um den Jungen seine Wünsche auszudrücken zu lassen. So wurde Mariko zum Beispiel gefragt, ob er mit Nubia Ball spielen möchte. Wenn er es wollte, musste er aber vorher die JA Karte berühren.

Damit  wurden seine alten Verhaltensmuster aufgelöst und neue Impulse geschaffen.

Allgemein war Mariko auch viel konzentrierter. Er war einfach sorgenlos und glücklich. Das Wasser war  sein Element, denn dort gab es für ihn kaum körperliche Einschränkungen. Dazu das große Tier, welches sich fast mütterlich um ihn bemühte. Mariko war in dessen Nähe ganz ruhig, um Nubia nicht zu verletzen oder zu stressen.

Sebastian, der ihn im Wasser begleitete und zu dem Mariko vertrauen hatte, führten mit uns nach jeder Therapiestunde ein Gespräch und klärte uns über die Fortschritte und seine Eindrücke auf. Darüber hinaus bekamen wir jeden Tag hilfreiche Tipps mit auf den Weg, um weiter daran zu arbeiten und  Mariko zu fördern.
CDTC selbst hatte sich aber nicht nur um Mariko gekümmert. Für uns als Familie bestand die Möglichkeit   an verschiedenen Workshops teilzunehmen.

Fazit
Das Fazit von uns ist, dass wir als Eltern die Möglichkeit hatten, loszulassen. Wir haben neue Blickwinkel, neue Motivation und neue Ideen mit auf dem Weg bekommen. Wir konnten Mariko von einer neuen Seite kennenlernen und haben selbst dabei gelernt, dass in dem kleinen Jungen  sehr viel Potenzial steckt. Nur,  muss man es ihm auch einfach nur „zutrauen“. 

So war es dann auch nach zwei Wochen soweit, dass Mariko gelernt hat,  mit Hilfe von Karten sich zwischen JA und NEIN zu entscheiden. Er hat alte Verhaltensmuster durchbrochen und aufgelöst. Die Therapie war gleichzeitig aber auch eine Erholung für Mariko.
Die weitere Arbeit von Mariko und auch von uns als Eltern wird zeigen, wie sich der Kleine nun  weiter entwickelt und welche weiteren Fortschritte er machen wird.

Wir danken danken alle für die geleistete Hilfe und Unterstützung zu einer Reise, die erst jetzt begonnen hat.
Danke für alles schaut euch gerne das Video von Mariko an.

Bettina und David Gramatke

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