Am 26. September trafen sich die ehrenamtlich tätigen Landschaftswächter des Kreises zu einer Exkursion in das Heide- und Moorgebiet „Aaper Vennekes“. Dies ist eine Teilfläche der Drevenacker Dünen und ein ca. 300 ha großes „Natura 2000 Gebiet“. Die untere Landschaftsbehörde hatte zu dieser Fortbildung eingeladen.

Die Biologische Station im Kreis Wesel und ihre Projektpartner erhielten Fördermittel aus dem europäischen Naturschutzfonds Life +, um dieses Schutzgebiet zu erhalten und zu entwickeln. Die Gesamtfördermittel für das Projekt „Bodensaure Eichenwälder mit Heiden und Mooren“, das bis 2016 läuft, betragen 3,25 Mio. Euro.

Wilhelm Itjeshorst von der Biologischen Station (links im Bild) erläutert den Landschaftswächtern die Vegetation der Aaper Vennekes.
Wilhelm Itjeshorst von der Biologischen Station (links im Bild) erläutert den Landschaftswächtern die Vegetation der Aaper Vennekes.

Die Landschaftswächter wurden von Wilhelm Itjeshorst (Mitarbeiter der Biologischen Station) durch das Gebiet geführt. Die Aaper Vennekes sind zwar durch einige Wege erschlossen, ein ausgewiesener Rundwanderweg fehlt allerdings. Er soll im Rahmen dieses Projektes angelegt werden.

Wer das Gebiet jetzt schon erkunden möchte, findet verschiedene Einstiege entlang der RWE-Straße in Wesel-Obrighoven (nähere Informationen unter www.bskw.de).

Die Aaper Vennekes zeichnen sich durch eine faszinierende Vegetation mit Besen- und Glockenheide, Lungenenzian und dem fleischfressenden Sonnentau aus. Entstehungsgeschichte und Ökologie dieses sensiblen Bereiches wurden anschaulich dargestellt. Die Landschaftswächter waren beeindruckt von der Schönheit dieses ungewöhnlichen Landschaftsraumes.

Im Kreishaus Wesel fand anschließend der jährliche Erfahrungsaustausch der Landschaftswächter statt. Klaus Peters von der unteren Landschaftsbehörde bedankte sich dabei für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlern.

Die untere Landschaftsbehörde bestellt Beauftragte für den Außendienst. Sie sollen die zuständigen Behörden über nachteilige Veränderungen in der Landschaft informieren und darauf hinwirken, dass Schäden von Natur und Landschaft abgewendet werden.

Das Kreisgebiet ist dabei in 24 Bezirke aufgeteilt. Auf Vorschlag des Landschaftsbeirates wurden auch 24 Landschaftswächter bestellt. Weitere Infos dazu im Internet unter www.kreis-wesel.de oder bei Klaus Peters, Tel. 0281 – 207 2552.

Zum Erhalt der biologischen Vielfalt wurde innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten unter dem Begriff „Natura 2000″ ein Netzwerk der ökologisch wertvollsten Schutzgebiete geschaffen. In NRW gehören gut 500 FFH-Gebiete (FFH = Flora, Fauna, Habitat) mit einem Anteil von 5,4% der Landesfläche zum Netzwerk der Natura 2000 Gebiete. Der Kreis Wesel ist mit 27 Gebieten auf einer Fläche von 11.900 ha (11,4 % der Kreisfläche) betroffen und hat somit eine herausragende Verantwortung für dieses europäische Netzwerk.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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