Gesamtschule Schermbeck startet kreative Aktion zum Weltnichtrauchertag

Schermbeck (pd). Jährlich zum Weltnichtrauchertag lädt die NRW-Landesinitiative „Leben ohne Qualm“ zu einer Gemeinschaftsaktion für das Nichtrauchen ein.

Die Gesamtschule Schermbeck und die Drogenberatungsstelle Wesel unterstützen die Aktion: Am Dienstag, 28. Mai 2019, in der ersten großen Pause trafen sich Schüler/innen des 6. und 7. Jahrgangs, um an der Aktion „Spuck’s aus!“ teilzunehmen: In einer ca. 1 Meter langen Riesenzigarette wurden Sprüche und Botschaften zu den Vorteilen des Nichtrauchens gesammelt, die die Schüler/innen vorher auf dafür vorgesehene Kärtchen geschrieben haben. Für die besten Sprüche gibt es kleine Gewinne.

Eine Gruppe Schüler/-innen der Klassen 9 begleitete als Peers die vorbereitete Aktion. Sie verteilten in den Klassen die Kärtchen und sammelten mit den Riesenzigaretten in der großen Pause – für die gesamte Schülerschaft sichtbar – die mit Sprüchen beschriebenen Kärtchen wieder ein.

Auch wenn die Zahl der jugendlichen Raucherinnen und Raucher von rund 21 Prozent (2001-2006) auf 7 Prozent gesunken ist, bleibt das Thema „Rauchen“ für die Prävention aktuell.

Tabak bzw. Nikotin ist in der Regel die erste Droge im Leben von Jugendlichen. Die Förderung einer kritischen Haltung gegenüber Tabak- und anderen Rauchprodukten bei Heranwachsenden ist unverzichtbar.

Neben orientalischen Shishas gewinnen aktuell elektronische Rauchwaren wie die Shisha ToGo, eine Art elektronische Einwegzigarette und sogenannte „Pod-Produkte“ an Attraktivität. Pods sind kleine Kartuschen mit verschiedensten Liquids, die auf eine schmale, längliche E-Zigarette, etwa in Form eines USB-Sticks, aufgesteckt werden. Sie bilden gleichzeitig das Mundstück. Bekannt sind diese Systeme in den USA unter Juul, in Deutschland u.a. als „MyBlue“, beides produziert mit Unterstützung großer Tabakunternehmen. Nutzerzahlen für Pod-Systeme sind noch nicht erhoben.

Aktuell geben 7 Prozent der jungen Erwachsenen an, innerhalb der letzten 30 Tage vor der Befragung E-Zigaretten konsumiert zu haben, im Vergleich zu 3,9 Prozent im Jahr 2012.  „Die Langzeitfolgen sind noch unbekannt, aber es wird davon ausgegangen, dass (E-Zigaretten) das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und möglicherweise Herzerkrankungen erhöhen“, so die WHO.

Insbesondere bei den 18- bis 25-Jährigen sind Anstiege beim Konsum von Wasserpfeife und E-Zigarette zu verzeichnen. So haben 18,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen in den vergangenen 30 Tagen Wasserpfeife geraucht. Im Jahr 2008 waren es noch 7,8 Prozent. Beim Rauchen zeichnen soziale Unterschiede ab: Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus zählen häufiger zu den regelmäßigen oder täglichen Raucherinnen/Rauchern als Gleichaltrige aus Familien mit hohem Sozialstatus. Auch die Schulform hat Einfluss auf das Rauchverhalten: Gymnasiastinnen und Gymnasiasten rauchen seltener als Gesamt-, Haupt- und Realschüler/innen.

Kollegium und Schüler/-innen-Schaft der Gesamtschule Schermbeck stärken durch regelmäßige Projekte und Aktionen ebenfalls den Trend und die positive Haltung des Nichtrauchens.

„Klarsichtparcours“

So bietet die Schule neben Unterrichtseinheiten vornehmlich im Biologieunterricht der Klassen 6 auch Klassenwettbewerbe wie „Be smart – don’t start an. Auch fand in diesem Schuljahr bereits der „Klarsichtparcours“ der BzgA für die Jahrgänge 7 und 8 statt und eine Ausbildung von Schülern der Klassen 9 zu Peers in der Suchtprävention.

Über die zahlreichen Schadstoffe in den Zigaretten informierten sich die Schüler im Jahrgang 6 in einem Unterrichtsprojekt. Sie erstellten Informationsplakate zu den Gefahren des Rauchens, die sie zum Weltnichtrauchertag präsentierten und auch damit auf ihre „Spuck’s aus“ Sprüche- Aktion aufmerksam machten.

Blei, Cadmium und Ammoniak

„Die Schüler/innen lernen so u. a. einen Teil der 4800 Stoffe kennen, die im Tabak enthalten sind. Zu ihnen gehören zum Beispiel gefährliche Stoffe wie Blei, Cadmium und Ammoniak. Aber auch Schokolade, Lakritze und Zucker setzt die Industrie ein, um das Rauchen angenehmer zu machen und das Suchtpotential zu steigern“, erklärt Barbara Lübbehusen, Präventionsfachkraft der Beratungsstelle Wesel, die das Suchtpräventionsteam der Gesamtschule Schermbeck , Frau Oberkinkhaus, Frau Jarzombeck und Frau Mielimaka schon seit vielen Jahren unterstützt.

Weitere Informationen erhalter Sie bei der Drogenberatung Wesel und unter www.loq.de

Quelle: Journal of Health Monitoring 2018 3(1) DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-003, Robert Koch-Institut, Berlin
BMG, Drogen- und Suchtbericht 2018
KiGGS Welle 1 und KiGGS Basiserhebung

Seit 1987 wird der Weltnichtrauchertag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) genutzt, um weltweit auf die Gefahren des Rauchens und die Machenschaften der Tabakindustrie aufmerksam zu machen.

Lunge für Gesundheit und Wohlbefinden sensibilisieren

Der diesjährige Weltnichtrauchertag widmet sich dem Thema „Tabakkonsum und Lungengesundheit“. Die WHO und deren Partnerorganisationen wollen auf die besonderen Gefahren des Rauchens aufmerksam machen und auf die bedeutsame Rolle der Lunge für Gesundheit und Wohlbefinden sensibilisieren. Die Kampagne soll auch das Bewusstsein für kostenwirksame und realistische Maßnahmen schärfen, mit denen diese Risiken gesenkt werden können.

2018 starben in der Europäischen Region etwa 430 000 Menschen an Lungenkrebs, und es wurden mehr als eine halbe Million neue Fälle diagnostiziert. 2017 waren ca. 3,6% aller Todesfälle in der Europäischen Region auf COPD, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, zurückzuführen.

Rauchen ist für zwei Drittel aller durch Lungenkrebs bedingten Todesfälle verantwortlich. Nichtrauchende haben ein erhöhtes Risiko durch das Passivrauchen an Lungenkrebs zu erkranken. Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, tragen ein höheres Risiko in Bezug auf häufige Infektionen der unteren Atemwege sowie auf Ausbruch und Verschlimmerung von Asthmabeschwerden, Lungenentzündung und Bronchitis.

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