Weniger Straftaten, eine steigende Aufklärungsquote und stabile Unfallzahlen: Die Polizei im Kreis Wesel zieht für das Jahr 2025 eine insgesamt positive Bilanz. Landrat Ingo Brohl stellte die Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung im Rahmen einer Pressekonferenz vor und ordnete die wichtigsten Entwicklungen ein.
Landrat Ingo Brohl präsentierte die Zahlen am Donnerstag (12. März 2026) als Leiter der Kreispolizeibehörde Wesel. Neben der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallentwicklung 2025 im Kreis Wesel ging es auch um das Einsatzgeschehen der Polizei sowie um das neue Regionale Trainingszentrum in Duisburg.
Kriminalität im Kreis Wesel deutlich gesunken
Die Zahl der registrierten Straftaten im Kreis Wesel ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 7,59 Prozent gesunken. Gleichzeitig erreichte die Aufklärungsquote mit 53,02 Prozent den höchsten Stand seit 2018.
Auch bei der Gewaltkriminalität ist ein Rückgang um rund neun Prozent zu verzeichnen.
Landrat Ingo Brohl sagte: „Die Zahlen zeigen, dass die Polizei im Kreis Wesel konsequent und erfolgreich arbeitet. Besonders erfreulich ist der deutliche Rückgang der Gesamtkriminalität bei gleichzeitig steigender Aufklärungsquote. Gleichzeitig dürfen wir uns auf diesen Entwicklungen nicht ausruhen, insbesondere dort, wo Straftaten Menschen besonders stark belasten.“
Rückgänge bei Straßenkriminalität und Wohnungseinbruch
Im Bereich der sogenannten Straßenkriminalität registrierte die Polizei einen Rückgang der Fallzahlen um 7,18 Prozent. Dazu zählen unter anderem Diebstähle, Sachbeschädigungen oder Raubdelikte. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote.
Auch bei den Diebstahlsdelikten insgesamt gingen die Fallzahlen zurück. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Fahrraddiebstahl, bei dem die Zahlen um mehr als 26 Prozent sanken.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist ebenfalls weiterhin rückläufig. Neben konsequenter Ermittlungsarbeit setzt die Kreispolizeibehörde hier weiterhin stark auf Prävention.
Betrugsmaschen zum Nachteil älterer Menschen
Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, etwa durch Enkeltrick, Schockanrufe oder falsche Polizeibeamte, sind seit dem Jahr 2022 rückläufig.
Dennoch bleibt dieser Bereich ein Schwerpunkt der polizeilichen Präventionsarbeit. Mit Informationsveranstaltungen, Präventionsmaterialien und Beiträgen in sozialen Medien sensibilisiert die Polizei Bürgerinnen und Bürger weiterhin für diese Betrugsmaschen.
Mehr Gewalt gegen Polizeibeamte
Besorgniserregend ist der Anstieg der Gewalt gegen Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen. Nach einem Rückgang im Vorjahr stiegen die Fallzahlen im Jahr 2025 wieder um 20,35 Prozent. Die Kreispolizeibehörde Wesel macht deutlich, dass Angriffe, Hass oder Hetze gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte konsequent verfolgt werden.
Mehr registrierte Sexualdelikte
Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stieg die Zahl der registrierten Fälle deutlich von 653 auf 876.
Ein Grund dafür sind unter anderem umfangreiche Datenauswertungen, durch die weitere Straftaten bekannt wurden. Gleichzeitig zeigt die verstärkte Ermittlungsarbeit Wirkung. Die Aufklärungsquote liegt mit 93,7 Prozent auf dem höchsten Stand seit 2016.
Verkehrsunfallentwicklung im Kreis Wesel
Die Verkehrsunfallentwicklung 2025 im Kreis Wesel bewegt sich insgesamt auf dem Niveau der Vorjahre. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle blieb damit weitgehend stabil.
Positiv ist, dass der zuvor beobachtete Anstieg tödlich verunglückter Motorradfahrender gestoppt werden konnte.
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden blieb ebenfalls stabil. Während die Zahl der leicht verletzten Personen leicht anstieg, ging die Zahl der Schwerverletzten zurück. Zwei Menschen mehr als im Vorjahr erlagen jedoch ihren Verletzungen.
Auffällig ist ein deutlicher Anstieg bei den tödlich verunglückten Seniorinnen und Senioren.
Deutlich gestiegen ist außerdem die Zahl der Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern. Hier verzeichnete die Polizei einen Anstieg um 70,7 Prozent.
Prävention bleibt ein Schwerpunkt
Neben Kontrollen setzt die Polizei weiterhin stark auf Prävention. Dazu zählen Programme wie CrashKursNRW, Trainingsangebote für Rad- und Pedelecfahrende, Veranstaltungen für ältere Verkehrsteilnehmer sowie Verkehrserziehung in Schulen und Kindergärten.
Einsatzgeschehen weiterhin auf hohem Niveau
Die Polizei im Kreis Wesel bewältigte im Jahr 2025 insgesamt 62.492 außenveranlasste Einsätze. Die Einsatzbelastung bleibt damit weiterhin hoch. Besonders der linksrheinische Bereich mit der Stadt Moers ist stärker betroffen.
Die sogenannte Einsatzreaktionszeit, also die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen der Polizei am Einsatzort, liegt bei durchschnittlich 12 Minuten und 48 Sekunden. Damit belegt die Kreispolizeibehörde Wesel im landesweiten Vergleich Platz zwei.
Bei dringenden Einsatzanlässen, etwa bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden, beträgt die durchschnittliche Reaktionszeit sogar nur 8 Minuten und 10 Sekunden.
Neues Regionales Trainingszentrum in Duisburg
Ein wichtiger Schritt für Ausbildung und Einsatztraining ist das Regionale Trainingszentrum (RTZ) in Duisburg. Die Anlage wurde im Oktober 2025 eingeweiht und wird seit Januar 2026 auch von der Kreispolizeibehörde Wesel im Vollbetrieb genutzt.
Landrat Ingo Brohl betonte: „Eine moderne Polizei braucht moderne Trainingsbedingungen. Das neue Trainingszentrum ermöglicht es unseren Einsatzkräften, sich realitätsnah auf besondere Einsatzlagen vorzubereiten und ihre Fähigkeiten kontinuierlich zu trainieren.“























