In Schermbeck fanden mehrere Gedenkfeiern zum Volkstrauertag statt

Schermbeck An mehreren Ehrenmalen beteiligten sich heute Vormittag Bürger an den Gedenkfeiern zum Volkstrauertag.

Besonders groß war die Beteiligung im Lippedorf Gahlen. Nach dem Gottesdienst in der Dorfkirche versammelten sich mehr als 100 Gahlener am Ehrenmal.

 

volkstrauertag-01-10-16_5842-9Mitglieder der Feuerwehr, des Schützenvereins, des Männergesangvereins Gahlen-Dorf, des Heimatvereins und der Junggesellenvereine standen im weiten Rund, als der stellvertretende Bürgermeister Michael Fastring seine Gedenkrede hielt. Fastring zog eine Bilanz des Zweiten Weltkriegs und spannte den Bogen zu den gegenwärtigen Kriegen auf der Welt. Für die musikalische Untermalung sorgte der Posaunenchor Gahlen. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal gingen die Teilnehmer über die Kirchstraße und den Widemweg zum Dorffriedhof, um an den Soldatengräbern die Gedenkfeier fortzusetzen. Pfarrer Christian Hilbricht listete eine Vielzahl von Gruppen auf, um die Menschen auf der Welt trauern müssen.

Die Ansprache am Gahlener Ehrenmal hielt der stellvertretende Bürgermeister Michael Fastring. Foto: Helmut Scheffler
Die Ansprache am Gahlener Ehrenmal hielt der stellvertretende Bürgermeister Michael Fastring. Foto: Helmut Scheffler

An den beiden Ehrenmalen im Ortskern und in Bricht machte Bürgermeister Mike Rexforth in Anlehnung an Karl Jaspers deutlich, wie wichtig die Rückschau ist, „um das Heute verantwortungsvoll und friedlich miteinander zu gestalten.“ Die Spuren der Kriege würden auch in Schermbeck noch heute Familien prägen. „Umso wichtiger ist es“, so Rexforth, „miteinander darüber zu reden, was mörderische Kriege mit den Menschen anrichten.“ Rexforth thematisierte die globale Flüchtlingskrise, die inzwischen auch in Schermbeck ein Gesicht bekommen habe, bevor er an Gewalttaten mit islamistischem Hintergrund erinnerte. „Frieden in Europa ist im 21. Jahrhundert ein recht fragiles Gut. Ihn zu wahren und zu verteidigen, ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit“, mahnte Rexforth.

 In Altschermbeck gedachte Bürgermeister Mike Rexforth am gestrigen Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt. Foto: Foto Scheffler

In Altschermbeck gedachte Bürgermeister Mike Rexforth am heutigen Volkstrauertag der Opfer von Kriegen und Gewalt. Foto: Foto Scheffler

Im Ortsteil Damm übernahm der stellvertretende Bürgermeister Engelbert Bikowski die Aufgabe, an kriegerische Zeiten zu erinnern. Er trug ein längeres Gedicht vor, das das unsägliche Leid einer Mutter schilderte, die im Krieg gleich fünf ihrer Kinder verloren hatte.

An allen Ehrenmalen unterstützten Vereine das Gedenken an die Opfer von Kriegen und Gewalt. In Altschermbeck sorgten der von Josef Breuer geleitete Kirchenchor „Cäcilia“ mit dem Lied „Dona nobis pacem“ und der Trompeter Gerd Abelt für die musikalische Untermalung der Gedenkstunde, bevor im Beisein der Altschermbecker und Uefte-Overbecker Schützen ein Kranz am Ehrenmal niedergelegt wurde. In Schermbeck sang der Männergesangverein „Eintracht“, der anschließend nach Bricht fuhr, um dort im Beisein des Brichter Schützenvereins gemeinsam für die musikalische Untermalung der Feierstunde zu sorgen.

Am Brichter Ehrenmal fand um 12.50 Uhr eine Gedenkfeier statt. Foto: Helmut Scheffler
Am Brichter Ehrenmal fand um 12.50 Uhr eine Gedenkfeier statt. Foto: Helmut Scheffler

Auch im Ortsteil Weselerwald ließen sich Vereine und einzelne Bürger fürs Gedenken am Volkstrauertag gerne in die Pflicht nehmen. Überall wurden im Namen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Kränze niedergelegt. Vergleicht man einmal das Jahr 1986 mit dem Jahr 2016, dann kann man feststellen, dass die Zahl der zuschauenden Bürger deutlich abgenommen hat. Besonders deutlich wurde das Schrumpfen der Besucher in Altschermbeck und in Bricht, wo in diesem Jahr nicht einmal zwei Dutzend Zuschauer das Gedenken der Vereine verfolgten. H.Scheffler

                 

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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4 Kommentare

  1. Reden und Kommentare zum Volkstrauertag 2016 mit Prognose für 2020:
    Während sich die stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Schermbeck in ihren Redebeiträgen auf Inhalte konzentrierten, die diesem Tag und den zugrunde liegenden Anlässen absolut gerecht wurden, fühlte sich unser Bürgermeister bewogen, große Weltpolitik auf kommunalem Niveau zum Besten zu geben.
    Wenn unser Herr Bürgermeister meint, in seine Redebeiträge zum Volkstrauertag zwei Beiträge als Auszüge aus dem AfD-Wahlprogramm einzubauen, scheint er den Anlass dieses Gedenktages nicht richtig verstanden zu haben. Wir haben noch keinen Wahlkampf. Nachhilfe bei den Herren Stellvertretern wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen.
    Nehmen wir das von Ihm zitierte Beispiel der Inklusion. Wenn er das AfD-Wahlprogramm mit der Aussage „Keine Inklusion um jeden Preis“ kritisiert, sollte er einfach mal über den kommunalpolitischen Tellerrand des Ortsverbandes der CDU-Schermbeck schauen. Dann würde er feststellen, dass sogar der Landesvorsitzende und CDU-Spitzenkandidat für die im Mai 2017 anstehende Landtagswahl öffentlich am Mittwoch, dem 07.12.2016 anlässlich des CDU-Parteitages in Essen, im WDR-Fernsehen gesagt hat, dass er bei einem Wahlsieg der CDU den gesamten Inklusionsprozess stoppen und auf Eis legen will. Die Schulpolitik der rot-grünen Landesregierung habe für viel Verunsicherung bei Lehrern und Eltern gesorgt. „Die Inklusion ist mit der Brechstange eingeführt worden. Man hat Förderschulen geschlossen, aber nicht die Sonder- und Sozialpädagogen in die Schulen gegeben, die man braucht.“ Deshalb werde er als Ministerpräsident den Inklusionsprozess vorerst auf Eis legen. Das ist die wahre CDU-Landes- und Bundespolitik.
    Irgendwie erinnert mich Ihr Redebeitrag und Ihr Kommentar an den Film „Kevin allein zu Haus“.
    Es ist richtig, Herr Bürgermeister, Deutschland hat eine nationalsozialistische Vergangenheit. Es ist richtig, dies ist ein dunkler Fleck in unserer Geschichte. Es ist nur peinlich, wenn sich der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde wie Schermbeck anmaßt, den Oberlehrer in seiner Volkstrauertagsrede spielen zu müssen. Es gibt ein deutsches Sprichwort: „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold“.

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