Kreis informiert über KiTa-Plätze im Jugendhilfeausschuss

Die Fortschreibung der Bedarfsplanung über die Tagesbetreuung für Kinder stand im Mittelpunkt bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Kreises Wesel am Dienstag, 8. März.

Gabi Klein, zuständige Fachdienstleiterin der Kreisverwaltung Wesel, führte aus, dass es vor allem bei der Versorgung der Kinder ab 3 Jahren in Hamminkeln, Hünxe und Neukirchen-Vluyn Handlungsbedarf gibt. „Dies liegt zum einen daran, dass vermehrt Familien in neue und bereits bestehende Wohngebiete ziehen, zum anderen leben auch immer mehr Flüchtlingskinder in den Kommunen“, so Klein. Daher werden seit 2014 je eine befristete Gruppe in Dingden und Hamminkeln (12 bis 20 Plätze) angeboten, im August 2015 wurde eine unbefristete Gruppe in Mehrhoog eröffnet und im August 2016 wird eine weitere in Hamminkeln starten. Bereits jetzt sei absehbar, so Klein weiter, dass die Plätze in Hamminkeln aufgrund der hohen Anzahl von Flüchtlingskindern nicht ausreichen werden. Das Kreisjugendamt schlägt deswegen die Schaffung zusätzlicher Gruppen in den Kindertageseinrichtungen der Elterninitiative „Am Feldrain“ (Kindergarten Regenbogen e.V. Hamminkeln, bis zu 25 Plätze) und des Elternvereins „Wolfsdeich“ (Hamminkeln, bis zu 25 Plätze) vor.

In Hünxe ist der erhöhte Bedarf an Kinderbetreuung hauptsächlich auf Zuzüge zurück zu führen. Hier sind zwei zusätzliche dauerhafte Gruppen in Planung. Bis diese jedoch eingerichtet werden können, wird der evangelische Kindergarten „In den Elsen“ für die kommenden zwei Jahre eine befristete Gruppe für 20 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren anbieten. Die Verwaltung prüft derzeit noch, ob in Hünxe ein weiterer zweigruppiger Kindergarten gebaut werden sollte (39 Plätze für Kinder über 3 und sechs Plätze für Kinder unter 3 Jahren) oder ob eine Erweiterung am kommunalen Kindergarten „Friedrich-Endemann Straße“ mit 25 Plätzen ausreichend ist. Darüber hinaus wird mit den beiden konfessionellen Kindertageseinrichtungen im Ortsteil Bruckhausen die Möglichkeit der Erweiterung um eine Gruppe (ca. 20 Plätze) an einer der beiden Kindertageseinrichtungen erörtert. „Eine zeitlich befristete Lösung haben wir allerdings schon gefunden. Es wurde eine halbe Gruppe mit Anbindung an den katholischen Kindergarten Albert-Magnus eingerichtet,“ so Klein.

Trotz des neuen Kindergartens im Neubaugebiet Niederberg in Neukirchen-Vluyn rechnet das Kreisjugendamt mit einem wachsenden Bedarf. „Die Planung zur Einrichtung von zwei bis drei zusätzlichen Gruppen läuft auch hier bereits,“ so Klein. „Wir bemühen uns nach Kräften darum, dass jedes Kind auch einen Platz bekommen wird.“ Derzeit werden die Erweiterung der Kindertageseinrichtung der Arbeiterwohlfahrt „Larfeldsweg“ (plus eine Gruppe mit bis zu 25 Plätzen) und die Schaffung einer neuen Kindertageseinrichtung mit zwei oder drei Gruppen geprüft.

Derzeit gibt es 552 Plätze für Kinder unter 3 Jahren in den Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. Zum kommenden Kindergartenjahr kommen 14 weitere Plätze hinzu. Dies entspricht einer Versorgungsquote von 30 %, die auf 42 % wächst, wenn man die Plätze in der Kindertagespflege dazu rechnet.

„Wir sind sehr darum bemüht, auch für Flüchtlingskinder Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen. Gerade die vier- bis fünfjährigen Kinder, die in Kürze schulpflichtig werden, können von einer frühzeitigen Integration im Rahmen eines Kindergartenbesuchs profitieren,“ so Kreisdirektor Ralf Berensmeier. Am 20. Januar 2016 lebten 132 Flüchtlingskinder in den Jugendamtskommunen des Kreises Wesel. Die Kommunen rechnen damit, dass sich diese Zahl noch in 2016 etwa verdoppeln wird.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses stimmten den Verwaltungsvorschlägen einstimmig zu. Darüber hinaus gab es fraktionsübergreifendes Lob für die Bemühungen des Kreisjugendamtes. Das Kreisjugendamt ist für Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Neukirchen-Vluyn, Schermbeck, Sonsbeck und Xanten zuständig.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.