Ein ganzes Haus aus Milchtüten
Schermbeck Aus Müll kann man ein tolles Haus bauen. Diese Erfahrung machten die Jungen und Mädchen der evangelischen integrativen Kindertageseinrichtung „Hand in Hand“ in den letzten Wochen.
„Bei der alltäglichen Begegnung mit ihrer Umwelt entstanden bei den Kindern vermehrt die Frage, was Müll überhaupt ist“, berichtet Erzieher Benjamin Stein, der im Rahmen von 100 Unterrichtseinheiten in Raesfeld zum Naturerzieher ausgebildet wurde. Die Kinder hätten sich für die Herkunft von Müll ebenso interessiert wie für die Verwendung und sich gewundert, warum so viel Müll auf der Straße und im Wald liegt.
Zusammen mit der Erzieherin Nicole Wischerhoff begann Benjamin Stein das Projekt „Die kleinen Naturdetektive“, in dessen Verlauf Antworten auf die Fragen der Kinder gesucht werden sollten. An dem Projekt zum Thema Nachhaltigkeit und Natur, das insgesamt zehn Monate dauerte, beteiligten sich zwölf Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren.
Der Besuch eines Recyclinghofes stand für die kleinen Naturdetektive ebenso auf dem Programm wie die Verarbeitung von Müll zu kleinen Kunstwerken und der Bau von Musikinstrumenten aus Müll. Die Kinder lernten den Prozess des Papierschöpfens kennen und stellten aus Altpapier neues Papier her.
Krönender Abschluss des Projektes war der Bau eines Hauses aus Müll. Als Erstes musste ein Bauplan her. Die Mutter eines Kindes gab als Architektin wertvolle Tipps fürs Müllhaus.

Zusammen mit der Erzieherin Nicole Wischerhoff und dem Erzieher Benjamin Stein bauten Kinder der Kita „Hand in Hand“ im Rahmen des Projektes „Die Naturdetektive“ auch ein Haus aus Müll auf dem Gelände des Kindergartens. Foto: Helmut Scheffler
Zusammen mit der Erzieherin Nicole Wischerhoff und dem Erzieher Benjamin Stein bauten Kinder der Kita „Hand in Hand“ im Rahmen des Projektes „Die Naturdetektive“ auch ein Haus aus Müll auf dem Gelände des Kindergartens. Foto: Helmut Scheffler

Zwei Wochen lang wurden die heimischen Mülleimer von quaderförmigen Milchtüten freigehalten. Die Kinder schleppten alle Tetra-Packs zur Kita „Hand in Hand“. „Aus sicherheitstechnischen Gründen bauten wir einen Rahmen aus Holzbalken“, berichtet Nicole Wischerhoff. Zwischen diesen Balken wurden die Tetra-Blocks aufgeschichtet und verklebt. Eine Wasserrinne leitet Niederschläge in eine Regentonne. Eine kleine Solaranlage mit einer Glühbirne wurde als Speichermedium installiert. Und wenn die Eltern demnächst zum Martinszug am Abend kommen, können ihnen die Kinder sogar das Müllhaus im Dunkeln zeigen. Ein altes Fahrrad wurde mit einem Dynamo versehen, sodass jetzt mit Muskelkraft Strom erzeugt werden kann. Die Inneneinrichtung soll nach und nach ergänzt werden.
„Das gesamte Projekt wurde von der Firma Gelsenwasser mit 500 Euro gefördert“, freut sich Kita-Leiterin Kirstin Oberst über diese Unterstützung. H.Sch.

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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