Ablehnungsbescheid vom Kreis Borken für die Alpkas der Familie Lorei
Es gibt kein Geld für präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe

Der Wolf hat im Kreis Wesel in den letzten Monaten etliche Nutztiere gerissen. Das Geschehen beunruhigt die Familie Lorei von der Lopa Ranch in Schermbeck.

Sie züchten nicht nur diese sanften Tiere, sondern setzen diese auch für therapeutische Zwecke ein und geben Besuchern die Möglichkeit, die faszinierende Welt der Alpakas näher kennenzulernen.

Keinen Herdenschutz für Alpakas in Schermbeck
Talina Lorei

Seit Oktober können im Kreis Wesel nach den Rissen von „Gloria von Wesel“ Landwirte und Nutztierhalter von Schafen und Ziegen sowie Betreiberinnen und Betreiber von Wildgehegen in NRW, neben der Gewährung einer Entschädigung zum Beispiel für Tierrisse durch Wölfe, auch Fördermittel für den Erwerb von Elektrozäunen und Zubehör für den Schutz ihrer Herden vor Übergriffen durch Wölfe beantragen.

Davon wollte die Familie Lorei ebenfalls für einen wolfssicheren Unterstand und ein Schutzzaun Gebrauch machen, um ihre Herde vor dem Wolf zu schützen. Die Sorgen um ihre Tiere werden jedoch nicht kleiner, sondern immer, denn am Donnerstag kam der Ablehnungsbescheid vom Kreis Borken. Das trifft die Betreiber der Lopaka Ranch im Außenbereich von Schermbeck hart.

Bis vor einigen Tagen hofften alle noch, dass sie von der Bezirksregierung Kreis Borken einen positiven Bescheid für eine wolfssichere Umzäunung bekommen.

Ämter ohne Überblick

Die fachliche Begründung der Ablehnung des Kreises lautet: Bis heute sei nicht bekannt, dass ein Wolf Alpakas gerissen habe. „Das stimmt nicht, denn seit 2016 und 2017 gibt es bestätigte Risse, und 2018 gab es einen Riss in Niedersachsen von Alpakas. Ein Alpaka – Kadaver wurde sogar in unmittelbarer Nähe von einem Waldkindergarten abgelegt. Das heißt, dass auch hier die Eltern in Sorge sind“, so Talina Lorei. Ihr Fazit lautet: „Dadurch sehen wir, dass das Amt überhaupt keinen Überblick hat und nicht sieht, was alleine in Deutschland aktuell los ist“.

Alpaka der Familie Lorei Schermbeck

Angst um die Tiere

Gefördert werden ausschließlich Schutzmaßnahmen für Ziegen, Schafe und Gehegewild. Alpakas fallen somit aus dem Raster der Behörden. Insgesamt standen einst die 25 Tiere von Talina, Simone und Holger noch auf einem sechs Hektar großen Außengelände. Aus Angst um die Tiere hat die Familie diese zum größten Teil von der Freifläche genommen. „Unsere Herde steht jetzt ziemlich zusammengepfercht am Haus, damit sie keinen Angriff für den Wolf bieten“, sagt Talina Lorei betrübt. Wie es jetzt weiter gehen soll, weiß die Familie Lorei nicht.

Vielleicht muss erst das erste Alpaka aus der Herde gerissen werden, bevor die Behörden aufwachen und Alpakas ebenfalls in ihren Katalog der schutzbedürftigen Herdentiere aufnehmen.

Immerhin sollen nicht nur Schäden ersetzt werden, die der Wolf verursacht, sondern es soll auch der Herdenschutz gefördert werden.

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