Die Volksbank Schermbeck hat den Bauantrag zur Erweiterung ihrer Hauptstelle im Schermbecker Ortskern eingereicht.

Der neue Anbau des Bestandsgebäudes der Volksbank Schermbeck wird rund zwölf Meter breit und 35 Meter lang und eine Nutzfläche über drei Etagen von 1000 Quadratmeter haben: Kosten: 4 Millionen Euro.

Die Pläne für das neue Millionen-Projekt stellten die Vorstände der Volksbank Schermbeck Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt gemeinsam mit dem Architektenteam Monika Heinrichs von funke + funke Dorsten, Johannes Brilo und Kirsten Klein-Bösing, BKB Schermbeck, sowie Bernd Köhler von Zachert und Hinterberger, ebenfalls aus Dorsten, vor.

Baupläne-volksbank-Schermbeck

Der Bauantrag sei, so Rainer Schwarz (Vorsitzender), gestellt und das Vorhaben soll in der nächsten Woche im Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde vorgestellt werden.

Ziel des Neubaus seien laut Vorstände Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt: für komplexe Kundensituationen bessere Lösungen bieten zu können und um schneller als andere Anbieter zu sein.

81 Mitarbeiter zukünftig unter einem Dach

Den Kontakt von Mensch zu Mensch zu behalten. Auch sollen die rund 81 Mitarbeiter der Volksbank zukünftig wieder unter einem Dach arbeiten können. Das soll besonders kürzere Wege unf schnellere Abstimmungen untereinander schaffen. Das sei das Ziel, aber auch sollen bessere Lösungen bei komplexen Kundensituationen geboten werden, um somit schneller Handeln zu können, als andere Anbieter. Weiterhin sollen die Kunden und Mitglieder zusätzliche Möglichkeiten geboten bekommen, die ihre Wünsche rund um die Uhr erfüllen.

Volksbank-Scherbeck-Architektenteam-Brilo-Baupläne
Monika Heinrichs vom Architekturbüro funke + funke Dorsten, Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt, Vorstände, Bernd Köhler Innenraumgestaltung von Zachert und Hinterberger Dorsten, dahinter Johannes Brilo und Kirsten Klein-Bösing, Architekten BKB Schermbeck stellten die neuen Pläne vor. Foto: Petra Bosse

Investition in die Zukunft der Bank

Norbert Scholtholt: Diese Erweiterung soll nicht eine Selbstverwirklichung der Vorstände von Glaspalästen und Elfentürmen werden, sondern diese zusätzlich 1000 Quadratmeter ist unsere gemeinsame Investition in die Zukunft unserer Bank, für Mitglieder und Kunden und unser Bekenntnis zum Ort, unser Wille, dauerhaft als Volksbank Schermbeck selbstständig zu bleiben“.

Weitere Überlegungen bei der Planung seien auch gewesen, wie viele Schreibtische brauchen wir für unsere Mitarbeiter und Teilzeitkräfte? Wie entwickelt sich der Bedarf zukünftig durch Homeoffice, auch nach Corona? Brauchen wir Beratungsbüros? Wenn, wie viele?

Volksbank Schermbeck Neubau
Süd Ansicht Apothekerstege ©funke+ funke

Keine Einzelbüros

Umgesetzt wurden all die Wünsche und Planungen gemeinsam vom Architektenteam. Neu sein wird besonders: „Einzelbüros wird es nicht mehr geben. Weder für die Mitarbeiter, noch für die Vorstände“, erklärt Rainer Schwarz.

Dafür wird das komplette Gebäude hell und lichtdurchflutet sein, mit großflächigen Fenster, die Aus- und Einblicke, sowohl für die Mitarbeiter, als auch für die vorbeigehenden Bürger garantieren. „Die Glasfassade lässt den Bau auch nicht so wuchtig erscheinen“, Monika Heinrichs hinzu.

Süd Ansicht Apothekerstege
West Ansicht Eingangsbereich ©funke+funke

Spannende Verbindung zwischen Neu und Alt

„Das wird eine spannende Verbindung zwischen Alt- und Neubau mit großzügigen gestalteten Arbeitsräumen werden“, beschreibt Köhler Bernd Köhler von Zachert und Hinterberger den Anbau. Sichtlich stolz zeigt sich Johannes Brilo über das Ergebnis. Er beschreibt den Entwurf als zwei Stadthäuser, die der Umgebung angepasst wurden.

Die Architekten setzen auf traditionelle Materialien, die im Münsterland verwendet werden wie den roten Klinker der Fassade des Erd- und zweiten Obergeschosses. Das erste Geschoss soll weitgehend verglast werden. Auch habe man bei der Planung Rücksicht auf die angrenzende Wohnbebauung genommen. Alle baulichen Aspekte sollen lebendig wirken und nicht nur wie eine Fassade, fügt Brilo hinzu.

Volksbank Neubau Schermbeck
Kreuzung Apothekerstege/ Landwehr © funke+funke

Flexible Raumaufteilung

Mit Blick in die Zukunft sei alles so geplant, dass die Raumaufteilung flexibel ist und für spätere Nutzungen oder Änderungen gut umzusetzen seien, erklärt Heinrichs.

Zu den umweltfreundlichen Standards gehören unter anderem eine Solarthermie und Solarzellen auf dem Dach für die Klimatisierung im Gebäude. Außenliegender Sonnenschutz soll für die richtige Temperatur im Gebäude im Sommer sorgen.

Im alten Gebäude gibt es ebenfalls Änderungen. „Die Kundenhalle wird völlig neu konstruiert und barrierefrei umgebaut. Die Fensterflächen werden vergrößert“, erklärt Architekt Bernd Köhler.

Im Gebäude an der Weseler Straße soll nach Fertigstellung nur noch die SB-Filiale, die sehr gut frequentiert sei, bleiben. „Die restlichen Räume werden wir vermieten“, so Rainer Schwarz.

Beginnen werden soll mit dem Neubau sobald die Baugenehming von Kreis da ist.

Anfang der 1990er Jahre waren Kundenbedienung, Beratung und Sachbearbeitung in der Mittelstraße in einem Gebäude vereint. Überschaubar groß und üppig besetzt. Im Jahr 1996 hatte die Volksbank das Gebäude an der Weseler Straße neben dem alten Rathaus gekauft. Derzeit befindet sich darin die Immobilienabteilung, die SB-Bank, Buchhaltung und Sachbearbeitung mit rund 30 Mitarbeiter der Bank. Abteilungen wurden nach Funktionen zusammengelegt. Das sei, so Schwarz, für die Bank der richtige Schritt gewesen.

Bedingt durch immer intensiv werdende Besucherfrequenz und die immer knapper werdenden Parkplätze, wurde ein zusätzlicher Parkraum hinter der Bank am Wallgraben geschaffen.

Eine weitere große Erweiterung erfolgte 2001 im Ortskern. Das ehemalige Bekleidungshaus Claasen/Drogeriemarkt wurde angemietet und umfangreich umgebaut.

2005 wurden die oberen Etagen im Hauptgebäude der Optik von Berater- und Begegnungsbank angepasst.

Im Laufe der letzten Jahre, verbunden auch durch steigende Kontrollanforderungen, änderten sich wie Schwarz erklärt, die Ansprüche, sowohl vonseiten der Kunden, als auch die der Angestellten.

„Wir erleben heute eine hochkomplexe Firmensituation oder auch anspruchsvolle Bauvorhaben, die sich deutlich von anderen Banken unterscheiden, für die es keine Standardlösung gibt“, so Schwarz.

Diese Erweiterung soll nicht eine Selbstverwirklichung der Vorstände von Glaspalästen und Elfentürmen werden

Petra Bosse

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