Die junge Generation hat keinen Respekt mehr vorm Alter … oder ist es anders herum? Diese Frage stellt sich Timo Gätzschmann aus Schermbeck.

Der Mensch steht sich selbst am nächsten. Dieses Sprichwort ist wohl fast jedem geläufig. Ich persönliche habe das Gefühl, dass viele Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland dieses Sprichwort immer ernster nehmen, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein.

Gerade die ältere Generation macht dies immer wieder eindrucksvoll deutlich. Einige Leserinnen und Leser werden sich jetzt vermutlich denken „oh, nein … nicht schon wieder ein Leserbrief eines Umweltfanatikers“.

Grundsatzprobleme

Keine Sorge hierum geht es nicht … es geht vielmehr um einige Grundsatzprobleme dessen sich jeder bewusst sein sollte.

Betrachte man die Wahlergebnisse der letzten Europawahl, dann wird eines mehr als nur deutlich. Die jüngeren Generationen und die älteren Generationen driften in Bezug auf ihre Ansichten und politischen Weltanschauungen immer weiter auseinander.

Die jüngeren Generationen feiern z.B. Videos von YouTubern wie z.B. „Rezo“, die älteren Generationen schüttelt hierbei nur den Kopf. Viele gerade junge Menschen feiern Greta, andere nehme die 16-jährige auf Grund ihres Alters gar nicht ernst oder machen sich lustig.

Eines haben jedoch alle Generationen gemeinsam, sie machen sich Gedanken um Ihre Zukunft.

Ich selbst, 30 Jahre alt, frage mich hin und wieder wie mein Leben aussieht, wenn ich mal alt bin und in Rente gehe. Werde ich überhaupt noch eine Rente bekommen? Wer finanziert mir diese Rente, wenn es immer weniger Menschen gibt? Was kann ich tun, dass es mir im Alter gut geht? Ich denke diese Frage stellen sich viele Menschen der jungen Generationen.

Unverständnis entsteht aber vor allem dann, wenn z.B. öffentlich ausschließlich die Renten der aktuellen Rentner diskutiert werden. Denn eines steht doch fest, das Durchschnittalter wird nicht geringer. Laut einer aktuellen Studie wird 1nes von 3 Mädchen, dass heute geboren wird, älter als 100 Jahre alt.

Selbst wenn das Rentenalter dann traurigerweise schon bei 73 liegt, bezieht dieses Mädchen 27 Jahre lang Rente. Geht man von dem aktuellen Renteneintrittsalter aus, dann bezieht dieses Mädchen 33 Jahre Rente.

Seit 2011 wurde der Rentenversicherungsbeitrag jedoch um über 1 Prozent verringert, wo soll das Geld für die Rente des Mädchens herkommen?

Das einen jungen Menschen sowas beunruhigt, ist vermutlich für jeden leicht nachzuvollziehen. Aber hier wird dann deutlich, dass eben genau die jüngere Generation viel zu kurz kommt. Die Generation, die den Rentner in 20 Jahren ihre Rente bezahlt, ohne zu wissen, ob sie selbst irgendwann mal eine bekommt.

Ist es also fair von der älteren Generation, die Bedürfnisse der jüngeren Generation einfach zu missachten? Ihr nicht mal richtig zuzuhören?

Ich möchte hier gar nicht pauschalisieren, natürlich gibt es genug Menschen der älteren Generationen, die diesen Fehler nicht machen. Sobald es jedoch darum geht, eigene Einschnitte in Kauf zu nehmen, siegt aber dann doch meist der Egoismus. Diesen Fehler machen im Übrigen auch genug Menschen der jüngeren Generationen.

Alte Fehler wiederholen?

Wir alle Leben in einer Gemeinschaft, ob auf kommunaler Ebene oder Bundesebene. Im Gegensatz zur jüngeren Generation, muss die ältere Generation gemachte Fehler nicht mehr ausbaden. Sei es bei den Renten, beim Klimawandel oder sonst wo. Fehler, die durch eigensinniges und egoistische Verhalten verursacht wurden. Von Wählern die bei der Wahl einer Partei oder bei Ihrem alltäglichen handeln nur Ihren persönlichen Vorteil vor Augen haben.

Was gibt euch Egoisten das Recht, so erhaben zu sein und euren Vorteil über die Gesellschaft zu stellen?

Euch Egoisten, die andere Menschen belächeln, weil Sie in Zukunft genauso ein unbeschwertes Leben führen wollen, wie ihr es heute tut? Eine Gemeinschaft besteht aus allen Generationen und wer in einer Gemeinschaft leben will, muss kompromissbereit sein und auf andere Rücksicht nehmen.

Wie kann es dann aber sein, dass gerade die ältere Generation wissenschaftliche Fakten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit als falsch bezeichnet?

Fakten, die der jungen Generation ein schwereres Leben bereiten können!

Ich möchte darauf hinweisen, dass Meinungsfreiheit bedeutet, auch die Meinung der anderen Menschen zu akzeptieren, natürlich aller Generationen. Eines ist jedoch wichtig, eine Meinung ist etwas anderes als ein Fakt! Fakten können nicht durch Meinungen wiederlegt werden, dies wird aber immer wieder vor allem von einigen Menschen der älteren Generation versucht. Der Versuch, die eigene Meinung entgegen der Fakten durchzusetzen ist eben genau das, was ich meine … egoistisch.

Ja, auch die jüngere Generation hat ihre Macken. Natürlich ist Sie anders als die ältere Generation, sie geht viele Dinge anders an. Aber das bedeutet nicht, dass diese Generation Dinge falsch angeht … sie geht sie eben anders an. Aber dieser Punkt gibt niemanden das Recht, diese Generation oder einzelne Menschen aus dieser, zu diskriminieren, schlecht zu machen oder nicht ernst zu nehmen.

Einstellungen und Ansichten

Ich möchte Sie alle einfach nur kurz darum bitten, sich Gedanken über die eigenen Einstellungen und Ansichten, sowohl politisch als auch sonst wie zu machen. Dabei möchte ich Sie bitte, zu überlegen ob das, was Sie persönlich fordern, nur Ihnen was bringt oder eben der ganzen Gesellschaft bzw. Gemeinschaft.

Könnten Ihre Ansichten nicht vielleicht sogar einen erheblichen Nachteil für andere bedeuten? Müssen andere das ausbaden müssen, was Sie verzapfen? Sind sie eben genau dieser Egoist, der anderen keine unbeschwerte Zukunft gönnt oder ihnen diese verbaut (vielleicht sogar ohne es zu wissen)?  

Wir sind eine Gesellschaft die nur dann funktioniert, wenn nicht jeder sich selbst am nächsten steht.

In diesem Sinne, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Timo Gätzschmann

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