Am 1. September 1995 übernahm Dr. Heidrun Hoch die Burg-Apotheke in Schermbeck. Exakt 20 Jahre später wurde das runde Ortsjubiläum in den Räumen der Apotheke (Mittelstraße 23) gefeiert.

Die Kunden wurden mit Waffeln und Erfrischungsgetränken verwöhnt und erhielten zudem noch ein kleines Geschenk mit einem Dankbriefchen, in dem es unter anderem hieß: „Danke für Ihr Vertrauen. Danke für Ihre Wünsche und Fragen. Sie haben unsere Arbeit mit Sinn erfüllt. Danke auch für Ihre Kritik. Sie veranlasst uns stets nachzudenken und Dinge zu verbessern. Danke für die Anerkennung, die uns immer wieder die größte Freude macht.“ Im Verlauf der ganztägigen Feier fand auch eine Tombola mit tollen Preisen zugunsten der Bewohner des Hauses Kilian statt. Bürgermeister Mike Rexforth ermittelte am Abend die Preisträger. Der Erlös aus der Tomnola betrug 463,63 Euro. Dieses Geld dient zur Finanzierung einer Schaukel für die Bewohner des „Haus Kilian“.
Die gebürtige Wiesbadenerin Heidrun Irmgard Hoch studierte Pharmazie an der Universität in Marburg und schloss in späteren Jahren noch ein Studium der Kommunikationswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ab. 1976 wurde sie Apothekerin. 1977 wagte sie in Morsbach im Oberbergischen den ersten Sprung in die berufliche Selbstständigkeit. Die Geburt der drei Kinder unterbrach zeitweise die Führung der Apotheke.
Im neuen Wohnort Dinslaken arbeitete Dr. Heidrun Hoch vertretungsweise in Apotheken und bot auch im Namen der Apothekerkammer Nordrhein Fortbildungen für Kollegen an. Daneben übernahm sie eine Reihe von Ehrenämtern, u.a. vier Jahre lang als Ratsfrau in Dinslaken. Auch nach der Übernahme der Schermbecker Burg-Apotheke vom Ehepaar Norbert und Ursula Schwade, das die Apotheke am 5. Februar 1976 gründete, blieb Dr. Heidrun Hoch in Dinslaken wohnen, weil alle drei Kinder ein Dinslakener Gymnasium besuchten.

Das Team der Burg-Apotheke im Jubiläumsjahr (v.l.): Christel Hintze, Margret Wolters (vorn), Karina Schäpers (hinten), Julia Sydlik, Dr. Heidrun Hoch, Alina Waning, Tanja Schwesig-Schuller, Mathilde Nattefort, Andrea Pegels. Es fehlte: Christel Foitzik). Foto: Helmut Scheffler
Das Team der Burg-Apotheke im Jubiläumsjahr (v.l.): Christel Hintze, Margret Wolters (vorn), Karina Schäpers (hinten), Julia Sydlik, Dr. Heidrun Hoch, Alina Waning, Tanja Schwesig-Schuller, Mathilde Nattefort, Andrea Pegels. Es fehlte: Christel Foitzik). Foto: Helmut Scheffler

Dr. Hoch übernahm in Schermbeck alle Mitarbeiter der Burg-Apotheke und setzte von Beginn an stark auf eine enge Zusammenarbeit mit den Ärzten und Dienstleistern in den vielfältigen Gesundheitssektoren der Gemeinde Schermbeck. „Mit Unterstützung meiner lieben Kunden und Mitarbeiter war es mir möglich, in 20 Jahren viel zu bewegen“, stellt Dr. Hoch in der Rückschau fest und ergänzt, „von Anfang an waren wir alle bereit, selbstkritisch über mögliche Verbesserungen der Medikamentenversorgung und Gesundheitsberatung nachzudenken, Vorschläge zu entwickeln und umzusetzen.“ Welch umfangreiches Leistungspaket das Team der Burg-Apotheke in der Gegenwart auch in Zeiten einer immer stärker werdenden Bürokratisierung des Gesundheitswesens anbieten kann, zeigt ein Blick auf die Zusammenstellung (unten links, ggf. ändern). Das ländliche Umfeld mit einem eingeschränkten öffentlichen Nahverkehr veranlasste Dr. Hoch schon bald nach der Übernahme der Burg-Apotheke, einen eigenen kostenlosen Lieferservice aufzubauen. Mittlerweile fährt Heinrich Krentz täglich durch Schermbeck und seine nähere Umgebung, um Medikamente auszuliefern.

Das Team der Burg-Apotheke im Jubiläumsjahr (v.l.):  Margret Wolters, Karina Schäpers, Julia Sydlik, Christel Hintze, Dr. Heidrun Hoch, Alina Waning, Tanja Schwesig-Schuller, Mathilde Nattefort, Andrea Pegels. Es fehlte: Christel Foitzik). (24. August 2015). Foto: Helmut Scheffler
Das Team der Burg-Apotheke im Jubiläumsjahr (v.l.): Margret Wolters, Karina Schäpers, Julia Sydlik, Christel Hintze, Dr. Heidrun Hoch, Alina Waning, Tanja Schwesig-Schuller, Mathilde Nattefort, Andrea Pegels. Es fehlte: Christel Foitzik). (24. August 2015). Foto: Helmut Scheffler

Ein im Berufsalltag erkanntes Defizit an Informationen für Diabetiker veranlasste Dr. Hoch auf Bitten zahlreicher Kunden, eine Diabetes-Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen. Nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ gründete Dr. Hoch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Diabetiker Bund im Januar 1999 eine Schermbecker Selbsthilfegruppe. Ziel war die Vermittlung von Informationen über die Volkskrankheit Diabetes und ihre Folgen. Schon die Gründungsveranstaltung im evangelischen Gemeindehaus an der Kempkesstege wurde von mehr als 60 Teilnehmern besucht. Regelmäßig – durchschnittlich zehnmal pro Jahr- wurden Referenten eingeladen: Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Ernährungsberater, Fußpfleger, Vertreter von Firmen, zum Beispiel zur Demonstration technischer Geräte. Auch Dr. Heidrun Hoch hielt wiederholt Referate. Und der Spaß kam ebenfalls nicht zu kurz: Weihnachtsfeiern, Kochveranstaltungen, Ausflüge, musikalische Veranstaltungen, einmal sogar mit Bauchtanzgruppe und gemeinsame Gymnastik rundeten das Programm ab. Im Jahre 2002 kam es zur Kooperation mit dem Dorstener Arzt und Diabetologen Dr. Ulrich Weller. Im Februar 2004 wurde beschlossen, die Arbeit auf weitere Schultern zu verteilen und die Gemeinnützigkeit zu unterstreichen, wodurch es zur Vereinsgründung der „Rheinisch-Westfälischen Diabetes Selbsthilfe Schermbeck/Dorsten e.V.“ kam. Dieser Verein nannte sich ab 2011 „Gesundheitsforum“, weil man auch andere Krankheiten und Gesundheitsthemen in den Fokus der Vereinsveranstaltungen rücken wollte. 2013 wurde der Verein aufgelöst.

In der „Rheinisch-Westfälischen Diabetes Selbsthilfe Schermbeck/Dorsten e.V.“ arbeitete Dr. Heidrun Hoch eng mit Klaus Wasmuth und dem Diabetologen Dr. Ulrich Weller (v.l.) eng zusammen. Foto: Helmut Scheffler
In der „Rheinisch-Westfälischen Diabetes Selbsthilfe Schermbeck/Dorsten e.V.“ arbeitete Dr. Heidrun Hoch eng mit Klaus Wasmuth und dem Diabetologen Dr. Ulrich Weller (v.l.) eng zusammen. Foto: Helmut Scheffler

Im Jahre 2010 schloss Dr. Heidrun Hoch die Basisausbildung „Mikronährstoffmedizin in der Prävention und Therapie nach den Leitlinien der Akademie für Mikronährstoffmedizin“ erfolgreich ab und erhielt dafür ein entsprechendes Zertifikat. Die Physiologie der Mikronährstoffe und die dazugehörige Labordiagnostik gehörten ebenso zu den Seminarinhalten, für die Dr. Hoch benotete Hausaufgaben anfertigen musste, wie pharmakologische Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Mikronährstoffen. „Wechselwirkungen sind nicht selten“, stellt Dr. Hoch fest. Bei der spezifischen Auswahl der zur Verfügung stehenden Mikronährstoffe sei neben einer individuellen Analyse die Dosierung entscheidend. Chronische Defizite an Mikronährstoffen könnten die unterschiedlichsten Beschwerdebilder auslösen, wie z.B. Abgeschlagenheit, Gedächtnisschwäche, anhaltende Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Nervenstörungen, Muskelkrämpfe, Haarausfall und Infektanfälligkeit. Mangelsituationen könnten in den meisten Fällen durch Blut- und Urinuntersuchungen laborchemisch erfasst und behandelt werden.

Dr. Heidrun Hoch leitet seit 20 Jahren die Schermbecker Burg-Apotheke. Foto: helmut Scheffler
Dr. Heidrun Hoch leitet seit 20 Jahren die Schermbecker Burg-Apotheke. Foto: Helmut Scheffler

Zum Nutzen von Patienten und Kunden ließ sich das Team der Burg-Apotheke als erste Apotheke in Schermbeck bereits im Jahr 2003 nach der europäisch anerkannten DIN ISO-Norm zertifizieren. Diese beinhaltet den permanenten Nachweis und die Sicherung von Qualitätsstandards, wozu fortlaufende Fortbildungen und jährliche Überprüfungen gehören. „Im Mittelpunkt allen Tuns steht immer der Mensch“, versichert Dr. Heidrun Hoch zu Beginn des dritten Jahrzehntes der Burg-Apotheke unter ihrer Leitung. Mit erfolgreichen Kundenberatungsgesprächen hatte sie sich schon in ihrer Doktorarbeit befasst.
Über Ihre Arbeit als Apothekerin vor Ort hinaus ist Dr. Heidrun Hoch auch schon viele Jahre berufspolitisch engagiert. So gehörte sie mehrere Legislaturperioden dem Vorstand der Apothekerkammer Nordrhein an und ist weiterhin Mitglied der Kammerversammlung. Seit zehn Jahren ist sie Vorsitzende eines Apothekenleiter-Arbeitgeberverbandes. „Wir sind verantwortlich für die Tarifverträge in Nordrhein und unterstützen Kolleginnen und Kollegen arbeitsrechtlich sowie in ihren Führungsaufgaben. Eigene Justitiare und Arbeitsverträge sorgen bei Arbeitsverhältnissen für Rechtssicherheit auf beiden Seiten. Veranstaltungen und Tagungen runden die Aufgaben des Verbandes ab. H.Sch.

Kontakte:
www.burg-apotheke-schermbeck.de.
E-Mail: [email protected]
Tel. 02853/3469

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Heimatreporter
Unter der Artikel-Kennzeichnung "Heimatreporter" postet der Schermbeck-Dammer Helmut Scheffler seit dem Start dieser Online-Seite im Jahre 2013 Artikel über vergangene und gegenwärtige Entwicklungen der Großgemeinde Schermbeck. Seit 1977 schreibt der inzwischen pensionierte Mathematik- und Erdkundelehrer für Lokalzeitungen. 1990 wurde er freier Mitarbeiter des Lokalfunks "Radio Kreis Wesel", darüber hinaus hat er seit 1976 zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Geschichte Schermbecks in niederrheinischen und westfälischen Schriftenreihen veröffentlicht. 32 Jahre lang war er Redakteur des "Schermbecker Schaufenster". Im Jahre 2007 erhielt er für seine niederrheinischen Forschungen den "Rheinland-Taler" des Landschaftsverbandes Rheinland.

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