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Isselhochwasser Thema im Ausschuss

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Das bestimmende Thema der gestrigen Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses des Kreises Wesel am Mittwoch, 21. September, waren die hiesigen Starkregenereignisse im vergangenen Juni.

Zunächst berichtete der Mitarbeiter des Fachdienstes Umwelt, Ingo Klenke, über den geplanten Isselausbau in Hamminkeln-Marienthal. Ziel der Ausbaumaßnahme ist es, langfristig den Hochwasserschutz an der Issel im Ortsteil Hamminkeln sicherzustellen. Zweiter wichtiger Aspekt ist zudem, durch den Ausbau die ökologische Funktion des Gewässers zu verbessern.

Hierzu gehört u.a. das bestehende ehemalige Mühlenwehr umzubauen, um so die ökologische Durchgängigkeit, u. a. für den Fischaufstieg, zu gewährleisten. Weitere Maßnahmen umfassen Hochwasserschutzwälle sowie den Ausbau der bestehenden Umflut durch Anpassung der hydraulischen Leistungsfähigkeit. Klenke betonte, dass das Vorhaben jedoch erst in der planerischen Phase sei und man realistisch von einer Umsetzung in 2019 oder 2020 ausgehen könne. Zunächst müsste erst eine belastbare Berechnung der Hydraulik sowie eine Variantenuntersuchung erfolgt sein, damit alle folgenden Maßnahmen, wie z. B. die Planung der zukünftigen Umflut, optimal erfolgen können. Ziel sei es einerseits, so wenig wie möglich in die Landschaft einzugreifen, andererseits jedoch so wirksam und vorausschauend wie möglich zu planen und anschließend zu bauen.

Optimierung der ökologischen Gewässerqualität

Vorhabenträger ist der Kreis Wesel und nicht wie üblich der für bestehende ökologische und hochwasserschutztechnische Defizite zuständige Isselverband. Jedoch erfolgt die planerische und bauliche Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit dem Isselverband. Das Vorhaben ist mit insgesamt 2,7 Mio. € vorkalkuliert. Aufgrund der Optimierung der ökologischen Gewässerqualität – zusätzlich zur langfristigen Sicherung des Hochwasserschutzes – ist das Bauvorhaben zu 80 % durch das Land Nordrhein-Westfalen förderfähig. Der noch aufzubringende Eigenanteil von 20 % wird aus bereits vereinnahmten Ersatzgeldern aus landschaftsrechtlichen Kompensationsverpflichtungen finanziert.

Im Anschluss entspann sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Ausschussmitgliedern und dem Verbandsvorsteher des Isselverbandes, Hans-Georg Haupt. Von den Kreistagsfraktionen wurden bereits im Vorfeld der Sitzung umfangreiche Fragenkataloge zum Hochwasserschutz an der Issel an die Verwaltung gerichtet. Insbesondere Gabriele Wegner (SPD) vertrat vehement die Ansicht, dass „in den letzten 20 Jahren zu wenig für den Bereich Hochwasserschutz getan wurde“. Sie bemängelte, dass man versäumt habe das ehemals geplante Isselauenkonzept umzusetzen.

Haupt erwiderte, dass das damalige Konzept ohne Beteiligung der Betroffenen entstanden sei und zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Landwirtschaft geführt hätte. Er betonte außerdem, dass ein Starkregenereignis, wie es im Juni stattfand, ein Ausnahmeereignis gewesen sei. „Weder mein Vater noch ich haben bisher so einen Starkregen erlebt – so was kann man nicht vorausplanen“, bestätigte auch Arnd Cappell-Höpken von der CDU-Kreistagsfraktion.

Gabriele Obschernicat, Sachkundige Bürgerin B‘90/Die Grünen, wies daraufhin, dass in einigen Ortslagen Hamminkelns bis vor kurzem immer noch Keller leergepumpt werden mussten. Sie appellierte, dass man „auch an das Grundwasser denken muss und nicht nur Flüsse und Bäche im Auge haben“ dürfe. Sie forderte, dass man auch diesen Aspekt bei der nächsten Hochwasserkonferenz beachten müsse. Haupt vom Isselverband erklärte, dass hier immer auch ein Zusammenhang mit dem Pegelstand des Rheins bestehe und man nicht verkennen dürfe, dass das Grundwasser in manchen Ortsteilen Hamminkelns per se hoch stehe und der Boden das Wasser nur schwer versickern lasse.

Vorstand Helmut Czichy erläuterte, dass man mit dem in Kürze vorliegendem Hochwasserschutzkonzept und dem Konzept zum Isselausbau in Hamminkeln-Marienthal auf einer guten – realisierbaren – Ebene ökologische Maßnahmen und wirksame Hochwasserschutzbelange zusammenführen wolle. „Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um für künftige Starkregenereignisse gewappnet zu sein“, so Czichy weiter.

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